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Expandierende Systeme, die sich zu stark überdehnen, neigen früher oder später zur Implosion

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actior AG - Hamburg
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(openPR) In einer recht engen range handelte in der letzten Woche EURUSD. Nach einem Start knapp unter 1,33 fiel die Gemeinschaftswährung gleich am Montag auf 1,3190 zurück und markierte damit gleich das Wochentief. Der Rücksetzer wurde jedoch schnell wieder nach oben gekauft, noch am selben Tag erreichte der Euro in der Spitze 1,3366. Damit war bereits der spannendste Tag absolviert, in der Folge pendelte der Euro während der gesamten Woche zwischen 1,3250 und 1,3386.



Daß der Euro noch einmal die Kurve bekommen hat, ist wieder einmal das Verdienst Ben Bernnakes. Dieser sprach recht schwammig vom schwachen US-Arbeitsmarkt und deutete an, daß - falls notwendig - weitere Stimulus-Maßnahmen erforderlich sein könnten. Die Märkte deuteten diese doch eher vagen Aussagen als Versprechen des Notenbankchefs auf ein neues QE - und das, nachdem man bereits die Hoffnung darauf im Grunde abgeschrieben hatte. Bernanke ging es offenkundig darum, die aufgrund schwacher Konjunkturdaten aus China und Europa verunsicherten Anleger wieder ein wenig aufzumuntern, und zumindest dies ist ihm gelungen. Es ist jedoch nach wie vor davon auszugehen, daß QE solange kein Thema sein wird, solange die US-Konjunktur nicht völlig absäuft. Nun waren die letzten US-Konjunkturdaten eher mäßig, speziell im wichtigen Immobiliensektor, doch müßte kurzfristig schon viel passieren, daß die Fed wieder einmal die Bazooka auspackt.

Dem Euro jedenfalls haben diese Aussagen massiv geholfen, es drohte vor Bernankes Kommentaren der unmittelbare Abverkauf. Die Kehrseite des Versprechens des Notenbankchefs zeigte er in einem Interview, in dem er vor zu viel Konjunkturoptimismus warnte. Die US-Daten sind zwar besser als anderswo, jedoch noch lange kein wirkliches Zeichen für eine nachhaltige Erholung. Ein wichtiger Faktor dürfte der äußerst milde Winter in den USA gewesen sein, der hier möglicherweise eine gewisse Scheinblüte vorgetäuscht hat.

Auffällig ist bislang, daß der Euro den Bereich 1,34 noch nicht attackieren kann und permanent zwischen 1,3370 und 1,3386 scheitert. Erst wenn diese Zone durchbrochen wird, ist Luft bis zum Februar-Doppeltopp bei 1,3486. Auf der Unterseite bildet die breite Zone 1,3135-1,3190 Unterstützung. In dieser Woche stehen mit der EZB-Ratssitzung am Mittwoch und den US-Arbeitsmartdaten am Karfreitag marktbwegende Highlights an.



Der Dax zeigte in der letzten Woche zunächst ein ähnliches Bild wie Euro-Dollar. Zunächst am Montag Schwäche mit einem Fall bis 6935, dann nach den Bernanke-Aussagen die impulsive Ralley, die den Index am Mittwoch morgen auf 7150 Punkte hievte. Dann aber kehrten die (realistischen) Sorgen um die Konjunktur in Europa und China zurück, die die zweite Wochenhälfte klar dominierten. Höhepunkt war der Donnerstag mit ganz schwachen Einkaufsmanagerindizes aus China, Frankreich und Deutschland, die den Dax bis 6840 Punkte fallen ließen. Das beliebte window dressing am Freitag verhindert dann Schlimmeres, doch hat man den Eindruck, daß der LTRO seitens der EZB sowie das Versprechen Bernakes inzwischen verpufft sind. Hier zeigt sich ein Muster, das bald das dominierende pattern für die Märkte werden dürfte.

Die Grundfrage für die Aktienmärkte lautet nun, wie lange sie sich den kontinuierlich schwächer werdenden Konjunkturdaten aus Europa, China aber bald wohl auch aus den USA werden entziehen können.

Historisch gesehen läutete der Wechsel von dem auf Ausgleich zwischen Nord und Süd bedachten EZB-Chef Trichet zu Mario Draghi eine Trendwende ein, die in der Rückschau von großem Gewicht ist. Die EZB folgt nun angelsächsischer Logik und macht Politik für die schwachen Südländer. Es ist dies wohl der Beginn der finalen Phase der Eurokrise, die die Probleme mittelfristig zur Eskalation bringen wird. Die Geldschwemme nämlich peppt noch einmal insbesondere jene Banken künstlich auf, die sonst vom Markt verschwunden wären - und bestraft damit die solide wirtschaftenden Banken. Gleichzeitig reagiert die EZB expansiv auf Probleme, die in der Grundkonstellation der Eurozone selbst angelegt sind. Sie schafft damit weitere Zombie-Banken - und wird letztlich selbst zu einer Zombie-Bank mit einer auf mehr als drei Billionen aufgeblähten Bilanz, die locker die Bilanzsumme der Fed übertrifft.

Expandierende Systeme, die sich zu stark überdehnen, neigen früher oder später zur Implosion. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, der letztlich nicht gewonnen werden kann, weil man die Fehler der Vergangenheit mit einer Medizin zu heilen versucht, die letztlich die Krankheit ausgelöst hat. Kapitalismus ist die Chance auf Selbsreinigungsprozesse - und wer diese Prozesse unterbindet, riskiert letztlich den totalen black out.

Der Blick auf die Große Depression (1929/33) ist hier eine Lehre. Zu Unrecht gilt ja Ben Bernanke als Experte auf diesem Gebiet - zumindest bei jenen, die seine Texte diesbezüglich nicht gelesen haben. Richtig ist, daß die Fed damals den kurzfristigen Zusammenbruch beschleunigte, aber mit ihrer Politik eben auch die Chance auf Genesung gegeben hat. Blickt man auf die Zeit nach der Großen Depression, war diese Politik letztlich erfolgreich - und zwar ohne die letzten Mittel aufbieten zu müssen.

Heutzutage gehen Fed und EZB einen Weg, der nicht scheitern darf, weil sonst der totale Zusammenbruch droht. Wenn die Notenbanken das System permanent mit Liquidität fluten, kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo Liquidität eben nicht mehr hilft. Sind wir an diesem Punkt angelangt, regiert die nackte Panik, weil man eben keine Asse mehr im Ärmel hat und das Pulver verschossen ist. Wir gehen davon aus, daß dieser Zeitpunkt 2013 erreicht sein wird, vermutlich gekoppelt mit einer harten Landung in China.


Zurück zum Dax. Es wird jetzt spannend sein, wie die Aktienmärkte sich in den nächsten Monaten verhalten. Möglich ist noch einmal eine Party mit neuen Jahreshochs, weil vor jedem Kater eine rauschendes Fest folgt. Die andere Variante lautet, daß die Märkte nun bereits schon jetzt nicht mehr von der Liquidität profitieren können, weil die Realwirtschaft immer weiter absackt. Vermutlich wird es im April noch einmal sehr ungemütlich, weil die Wahlen in Frankreich und Griechenland die Statik der fragilen Eurozone noch einmal ins Rutschen bringen. Danach dann die Ralley, die Ende 2012/Anfang 2013 zu einem veritablen Crash führt, der die Finanzkrise 2008/09 als kleines Vorpspiel erscheinen lassen wird.


Schreibt Herr Fugmann von der

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