(openPR) Koblenz, 27. März 2012 - Auf dem Keramik-Campus in Höhr-Grenzhausen entsteht derzeit im Rahmen des Innovationsclusters Metall-Keramik-Kunststoff (IMKK) ein Neubau für rund 14 Millionen Euro. Am 29. Februar 2012 feierten die beiden Bauherren – das Forschungsinstitut für anorganische Werkstoffe Glas/Keramik GmbH (FGK) und das Europäische Zentrum für Feuerfesttechnologie gGmbH (European Center for Refractories, ECREF) – Richtfest. Die Fertigstellung des Neubaus ist für den Spätsommer 2012 geplant.
In Höhr-Grenzhausen sollen neue Technologien in der Keramikverarbeitung entwickelt werden. Gemeinsam mit der Fachrichtung Werkstofftechnik der Fachhochschule Koblenz und dem CeraTechCenter (CTC) bilden die beiden Institute künftig einen Schwerpunkt innerhalb des Bildungs- und Forschungszentrums Keramik (BFZK) und etablieren auf diese Weise geballtes keramisches Wissen auf engstem Raum – ein wichtiger Meilenstein für die Region nördliches Rheinland-Pfalz und den IMKK. Das Vorhaben bietet ausgezeichnete Chancen, um Netzwerke zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen in der Region auf- und auszubauen.
Mit dem Umzug des ECREF von Bonn in den Westerwald und seine Integration in das BFZK entwickelt sich Höhr-Grenzhausen zum Herz der europäischen Feuerfest-Industrie. Das ECREF steht für innovative Keramik – von der traditionellen Nutzung hin zu den hochtechnologischen Anwendungsfeldern, vom einfachen Schamotteerzeugnis hin zu Hightech-Produkten aus synthetischen Rohstoffen. In einem Umkreis von 50 Kilometern von Höhr-Grenzhausen, dem keramischen Fokus des Innovationsclusters, sind rund 30 zur Feuerfest-Industrie zählende Betriebe angesiedelt.
„Die Region hat sich zum Drehpunkt der europäischen Feuerfest-Industrie entwickelt“, erklärt Professor Peter Quirmbach, Geschäftsführer des ECREF. „Für diese wichtige Schlüsseltechnologie wird das ECREF mit seinem Gesamtlösungsansatz in Zukunft als das Zentrum feuerfesten Wissens zur Verfügung stehen.“ Ziel des ECREF ist die europaweite Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich feuerfester Erzeugnisse. Hierfür sind die Aktivitäten des Verbandes der Deutschen Feuerfest-Industrie, der Forschungsgemeinschaft Feuerfest e.V. und des Deutschen Instituts für Feuerfest und Keramik unter einem Dach zusammengefasst. Eng verzahnt wird die Arbeit zudem mit dem europäischen Feuerfest-Dachverband PRE in Brüssel. Als Innovationszentrum erfüllt das ECREF seine Aufgaben gemeinsam mit den in der Region ansässigen Unternehmen.
Das bereits in Höhr-Grenzhausen ansässige FGK benötigt die Erweiterungsflächen, um zukunftsweisende Arbeiten auf den Gebieten der technischen Keramik sowie der Energie- und Rohstoffeffizienz durchzuführen. Es werden überwiegend Projekt-, Technikums- und Laborräume für die Bearbeitung neuer Schwerpunkte geschaffen. Auf dem Gebiet der modernen Transparentkeramiken etwa findet intensive Entwicklungsarbeit statt für die neue Generation von Festkörperlasern mit verbesserten Eigenschaften oder energieeffizienten Leuchtmitteln. Darüber hinaus sind in der neuen Abteilung „Industrieminerale“ Entwicklungsarbeiten zur Synthese und Konfektionierung von Rohstoffen geplant. Ziele sind hierbei die Ressourcenschonung heimischer Rohstoffe sowie die Reduzierung der Importabhängigkeit strategisch wichtiger Industrieminerale.
Die Finanzierung des Neubaus beruht auf einem komplexen Fördermodell. Unter der Federführung des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums, das rund 6,7 Millionen Euro aus dem EFRE-Programm der EU bereitstellt, sind das Innen- und das Wissenschaftsministerium sowie der Westerwaldkreis und die Stadt Höhr-Grenzhausen beteiligt.













