(openPR) In der Regel diagnostizieren und therapieren Ärzte eine akute Hyperventilationsstörung korrekt. Doch bei einer chronischen Störung verkennen sie oft die psychischen Ursachen und "neigen dazu, durch unnötige diagnostische und sinnlose therapeutische Anstrengungen den Patienten in seinem Glauben an die somatische Verursachung zu bestärken." Dies muss zwangsläufig die Prognose verschlechtern, kritisiert Dr. Pierre E. Frevert (Frankfurt/M.) in seinem Beitrag zum aktuellen Handbuch "Gesundheitsängste".
"Physiologisch erzeugt die Hyperventilation, die im Anfall um ein Vielfaches über der Norm liegen kann, zunächst eine respiratorische Alkalose und vermindert die zerebrale Durchblutung. Es kommt zu Sehstörungen, Kopfschmerzen und Zittern. Während das Atemminutenvolumen steigt, bleibt der Blutdruck relativ konstant. Die Blutgefäße werden enggestellt." Insbesondere psychisch relevante Ereignisse lösen via Angst, Wut usw. die Störung aus.
Die Typologie "verschiebt sich hin zur thorakalen Atmung, was bei ängstlichen Menschen ohnehin typisch ist. Durch alveoläre Hyperventilation sinkt der arterielle PCO2. Zum anderen kommt es durch Überdehnung der Muskeln zwischen den Rippen zu den oft beklagten Brustschmerzen. Da der Kranke seine Angst nicht wahrnimmt, wohl aber durch die reversiblen physiologischen Veränderungen in seinem Körper erschrickt, atmet er vor Angst noch schneller, was den Vorgang in einen Circulus vitiosus überführt..."
Pierre E. Frevert: Gesundheitsangst bei funktionellen Atemstörungen.
In: Wolfgang Hoefert, Christoph Klotter (Hrsg.): Gesundheitsängste. Pabst, Lengerich/Berlin/Wien, 324 Seiten, ISBN 978-3-89967-755-3











