(openPR) Das OLG München (14 U 2523/11) hat entschieden, dass allergische Reaktionen auf Lebensmittel als Unfall im Sinne der privaten Unfallversicherung anzusehen sind und deshalb zur Versicherungsleistung berechtigen.
Anlass des Prozesses war der Tod nach einer schweren allergischen Reaktion auf eine nusshaltige Schokolade.
Der Begriff es Unfalls in der Privaten Unfallversicherung ist häufig Anlass für Streit zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Versicherer. Als Unfall gelten danach plötzliche, von außen auf den Versicherten wirkende Ereignisse, die zu einer unfreiwilligen Gesundheitsschädigung führen.
Bei Allergien auf Speisen haben die Versicherungsunternehmen deshalb regelmäßig ein "innerliches" Ereignis oder eine Vergiftung angenommen. Vergiftungen sind nämlich regelmäßig nicht vom Versicherungsschutz in der Privaten Krankenversicherung erfasst. Als Folge wurde die Leistung aus der Versicherung verweigert.
Das sahen die Richter des Oberlandesgerichts hier anders. Da das Lebensmittel gegessen wurde, also von außen in den Körper gelangte, handelte es sich nicht um einen rein innerlichen Körpervorgang. Die Allergie sei zudem bereits beim ersten Kontakt mit der Mundschleimhaut ausgelöst worden.
Die Allergie sah das Gericht zudem auch nicht als bereits vorhandene Krankheit an. Denn solange die allergische Reaktion nicht durch einen allergenen Stoff hervorgerufen werde, bestehe kein regelwidriger Körperzustand.
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