openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Bergauf haften die Liftbetreiber, bergab geht es auf eigenes Risiko

08.03.201211:48 UhrTourismus, Auto & Verkehr

(openPR) (Zürich/Innsbruck, den 08. 03. 2012) Ohne Lifte und Seilbahnen ist eine Skisaison in Österreich nicht zu bestreiten. Und anders als bei einer Abfahrt, bei der Stürze und deren Folgen vom Wintersportler entschädigungslos hinzunehmen sind, ist die Fahrt auf den Berg gut versichert. „Sobald der Skiurlauber einen gültigen Skipass erwirbt, besteht ein Beförderungsvertrag mit dem Skilift- beziehungsweise dem Seilbahnbetreiber“, erklärt Dr. Hubert Tramposch von der Anwaltskanzlei Tramposch & Partner in Innsbruck. Dieser Vertrag verpflichtet den Betreiber, seine Angestellten und Helfer eingeschlossen, den Fahrgast sicher und ohne Gefahren zu befördern.



Die Pflicht beschränkt sich nicht nur auf den technisch einwandfreien Zustand der Anlage und das Beseitigen von möglichen baulichen Gefahrenquellen. „Der Betreiber muss auch für einen gefahrlosen Ein- und Ausstieg sorgen, vor allem für Kinder, Gebrechlichere oder Ängstliche“, stellt Rechtsanwalt Tramposch klar. Im Bedarfsfall müsse der Lift abgebremst werden.

Erfüllt der Betreiber seine Auflagen und passiert trotzdem ein Unfall, gilt in Österreich zugunsten des Gastes das Eisenbahn- und Kraftfahrzeughaftpflichtgesetz (EKHG). Danach haftet der Betreiber auch ohne eigenes Verschulden. „Nachzuweisen ist lediglich ein direkter Kausalzusammenhang zwischen dem Bergbahnbetrieb und der Schädigung. Wobei die Regelung weit auszulegen ist, sodass diese Gefährdungshaftung auch für Unfälle beim Ein- oder Ausstieg greift“, betont Tramposch, dessen Kanzlei Mitglied im renommierten internationalen Beratungsverbund Geneva Group International (GGI) ist. Die verschuldensunabhängige Haftung entfällt lediglich für betriebstypische Dinge, wie die Schaukelbewegung des Lifts, oder wenn ein Dritter – das kann auch ein Tier sein – in den Betriebsablauf eingreift.

Selbstverständlich sind Lift- wie Gondelbetreiber zur Rettung verpflichtet, wenn ihre Anlage ausfällt – und das mit dem notwendigen Feingefühl. „Sollte die Bergung nicht reibungslos ablaufen, hat der Geschädigte Anspruch auf Schmerzensgeld für erlittene Verletzungen, seelische Schmerzen oder sogar Todesangst“, stellt Tramposch klar. Außerdem besteht ein Entschädigungsanspruch für bleibende Entstellungen. Zudem sind Heilungskosten, Verdienstausfall und Sachschäden zu ersetzen.

Auch Rodelbahnbetreiber haften für den einwandfreien Zustand ihrer Bahn. Diese Bedingung gilt dann als erfüllt, wenn die Fahrt auf Sicht bei bestimmungsgerechter Benutzung möglich ist. „Bei Langlaufloipen wird bei der Haftung zwischen entgeltlicher und unentgeltlicher Nutzung unterschieden“, berichtet Tramposch. Bei entgeltlicher Nutzung haftet der Betreiber vertraglich für den einwandfreien Zustand der Loipe. Bei freier Nutzung, etwa bei einer Gemeinde- oder Tourismusverbandsloipe, haftet der Halter gesetzlich nur für eine grob fahrlässige oder vorsätzliche Vernachlässigung des Weges.

Bergab geht es hingegen auf eigenes Risiko. Wobei jeder Skifahrer und Snowboarder gehalten ist, andere nicht zu gefährden, will er nicht eine persönliche Haftung riskieren. Grundlage sind die Regeln des Internationalen Skiverbandes (FIS), die zudem eine Pflicht zur Hilfeleistung beinhalten. Wer hiergegen verstößt, soll laut FIS wie ein Unfallflüchtiger verfolgt werden. Eine strafrechtliche Verfolgung droht Pistenrowdys in
Österreich zudem nach § 94 (Imstichlassen eines Verletzten) und § 95 (Unterlassung der Hilfeleistung) des Österreichischen Strafgesetzbuches.

Doch längst nicht alle winterlichen Unfälle passieren auf den Pisten. Schon manch ein Urlauber ist mitten im Urlaubsort unglücklich gestürzt und mit Gips zurückgekehrt. Die Verkehrssicherungspflicht von Straßen und Wegen hat jedoch ihre Grenzen. „Nicht jeder Glatteisunfall löst sofort einen Anspruch aus“, warnt Tramposch, „Beurteilungsmaßstab, ob ein Weg ausreichend geräumt worden ist, ist das Verkehrsbedürfnis und die – objektive – Zumutbarkeit entsprechender Maßnahmen.“ So wird kleinen Gemeinden als Wegehalter weniger zugemutet als großen und, zumindest im Prinzip, Privaten weniger als der öffentlichen Hand. Gerade in Wintersportorten mit ihren recht ausgeprägten Schneemassen gelten dann doch etwas andere Maßstäbe als im Flachland.
Infos: www.tramposch-partner.com, www.ggiforum.com

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 614525
 888

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Bergauf haften die Liftbetreiber, bergab geht es auf eigenes Risiko“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Geneva Group International

Österreichs Section Control-Anlagen zwingen zu korrekter Fahrweise
Österreichs Section Control-Anlagen zwingen zu korrekter Fahrweise
(Zürich/Innsbruck, den 27. 05. 2015)Für die einen ist eine strenge Verkehrsüberwachung ein Beitrag zur Verkehrssicherheit, andere vermuten dahinter Beutelschneiderei. Österreich jedenfalls forciert seit einigen Jahren präventive Maßnahmen, unter anderem die Geschwindigkeitsüberwachung mit Section Control-Anlagen. Und das mit Erfolg: Die Zahl der Verkehrstoten sank laut Statistik Austria im Jahr 2014 um 25 auf 430 und lag damit 5,5 % niedriger als im Vorjahr – das niedrigste Ergebnis seit Einführung der Unfallstatistik in Österreich im Jahr 19…
In Österreichs Abschleppzonen sind Parkverstöße riskant
In Österreichs Abschleppzonen sind Parkverstöße riskant
(Zürich/Innsbruck, den 06. 08. 2014) Die Parkplatzsuche in Innenstädten ist oft ein Abenteuer für sich. Das gilt auch für Österreich. Vor allem im Sommer, wenn viele Touristen in die Städte drängen, ist Parkraum knapp.“Wer dann etwas gewagter parkt, kann schnell in eine Kostenfalle tappen“, warnt Dr. Hubert Tramposch von der Anwaltskanzlei Tramposch & Partner in Innsbruck. Denn oft löst nur eine Kleinigkeit, die der Fahrer nicht bedacht hat, ein Bußgeld oder das deutlicher teurere und nervigere Abschleppen des Fahrzeugs aus. So ist es in Ös…

Das könnte Sie auch interessieren:

Auch für Profis top - SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental „bestes Skigebiet für Fortgeschrittene“
Auch für Profis top - SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental „bestes Skigebiet für Fortgeschrittene“
… Skigebieten gereiht. Die Prädikate „Top Liftanlagen“ und “Top Pistenpräparierung“ in zwei der wichtigsten Kategorien sind zudem eine Bestätigung für die Bemühungen der Liftbetreiber, die Infrastruktur in der SkiWelt laufend zu verbessern. SnowOnline.de ist eines der führenden Internet-Wintersportportale. Von November bis April wurden von den Testern …
Bild: Region baut Vorsprung als führende Wintersportregion nördlich der Alpen weiter ausBild: Region baut Vorsprung als führende Wintersportregion nördlich der Alpen weiter aus
Region baut Vorsprung als führende Wintersportregion nördlich der Alpen weiter aus
Der Investitionswille der Liftbetreiber in der Wintersport-Arena Sauerland ist ungebrochen. Nachdem in den vergangenen neun Jahren rund 55 Millionen Euro in den Ausbau der Wintersportangebote geflossen sind, bringen die Skigebiete nun erneut über 2 Millionen Euro, insbesondere für die Optimierung der Beschneiung, auf. Mit deutlich über einer Million …
Bild: Neues Pistentouren-Leitsystem
Neues Pistentouren-Leitsystem
… Miteinander am Berg und dient der Sicherheit aller“, so Sportlandesrat Geisler. Es braucht entsprechende Angebote und effiziente Maßnahmen im Sinne der Sportler, der Liftbetreiber und der Präparierungsmannschaften. Da Pistentourengeher eine bestehende Infrastruktur nützen – meistens ohne dafür einen Kostenbeitrag abliefern zu müssen – müssen sich diese …
Bild: Neue Mountainboards für Einsteiger und Fortgeschrittene eingeführtBild: Neue Mountainboards für Einsteiger und Fortgeschrittene eingeführt
Neue Mountainboards für Einsteiger und Fortgeschrittene eingeführt
itesurfen. Denn mountainboarden kann man überall und ohne großen Aufwand. Tiefer gelegene und häufig schneefreie Wintersporthänge mit Lift können in den warmen Monaten auch betrieben werden in dem man Mountainboarder anlockt. Wir verfügen bereits ein erprobtes Konzept und die erforderliche Technik. Liftbetreiber können sich gern an uns wenden.
Das schnellste Tor der Champions League
Das schnellste Tor der Champions League
… PartyPoker oder das PartyCasino. Am Dienstag spielt Werder Bremen zu Hause gegen Panathinaikos Athen. Seit Diego wieder aktiv am Spielgeschehen teilnimmt, geht es bei der Bremern steil bergauf. Und auch ohne den gesperrten Torsten Frings gilt die Mannschaft um Trainer Thomas Schaaf mit einer Quote von 1,40 als klarer Favorit. Auf einen Sieg der Griechen …
Schneesicherheit bis zum 2030 ins Auge gefasst
Schneesicherheit bis zum 2030 ins Auge gefasst
… der Grenzpunkt von minus 2 Grad, ab dem zurzeit Schnee produziert werden kann, schon bald deutlich steigen wird. Bei der Einschätzung der Wintersportmöglichkeiten haben Liftbetreiber und Touristik er einen Zeithorizont von 2030 im Blick. Die Finanzierung von Beschneiungs- und Liftanlagen bewegt sich in einem mittelfristigen Investitionszeitraum von 15 …
Vorsicht. Rücksicht. Schutz – Ski und Rodel gut? Kleine Stürze mit großen Auswirkungen
Vorsicht. Rücksicht. Schutz – Ski und Rodel gut? Kleine Stürze mit großen Auswirkungen
… Snowboard Verband Deutschland, dafür, dass sie trotz des hohen Spaßfaktors beim Wintersport die Sicherheit nicht zu kurz kommen lassen“, so Helga Lüngen. Skiverbände und Liftbetreiber engagieren sich seit Jahren zunehmend erfolgreich für Sicherheitsmaßnahmen auf und neben den Pisten. Der Sicherheitsratgeber der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung für Skifahrer und …
Erster Wettertrend für Ostern: Frühling mit stark angezogener Handbremse
Erster Wettertrend für Ostern: Frühling mit stark angezogener Handbremse
… aus Schnee sollte es aber nicht reichen. In den höheren Lagen Süddeutschlands bleibt die weiße Pracht jedoch erhalten und schmilzt nur langsam dahin. Vor allem die Liftbetreiber in den Skigebieten wird es freuen – die Ostersaison ist gerettet. Auch an den Küsten startet die Ostersaison eher mit spätwinterlichen als mit frühlingshaften Gefühlen. Somit …
German Kitejunkie Snowkite Masters vom 17. bis 20. Februar - Internationaler Contest
German Kitejunkie Snowkite Masters vom 17. bis 20. Februar - Internationaler Contest
… Die Postwiesen-Liftgesellschaft ist sich aber sicher, die Veranstaltung durchführen zu können. Schnee ist genug vorhanden, um die Bedingungen weiter zu verbessern, wollen die Liftbetreiber zusätzlich Schnee machen. Windgeschwindigkeiten von acht Knoten reichen aus, um den Wettbewerb austragen zu können. "Schöner wären allerdings 15 bis 20 Knoten", wünscht …
Beschneiungsanlagen in Bayern - Kein Wettrüsten mit Schneekanonen
Beschneiungsanlagen in Bayern - Kein Wettrüsten mit Schneekanonen
… werden in der kommenden Wintersaison rund 8,3 Prozent der 3350 Hektar umfassenden Pistenflächen in Bayern künstlich beschneit. Umweltminister Schnappauf forderte die Liftbetreiber und die für die Genehmigung zuständigen Landratsämter zur Zurückhaltung bei der Planung und Genehmigung von Beschneiungsanlagen auf. Angesichts der zunehmenden Klimaerwärmung …
Sie lesen gerade: Bergauf haften die Liftbetreiber, bergab geht es auf eigenes Risiko