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Fast jeder dritte Schlaganfallpatient leidet unter Mangelernährung

24.02.201217:12 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Expertentreffen in Berlin zum Thema „Dysphagiemanagement beim akuten Schlaganfall – diagnostische und ernährungstherapeutische Interventionen“ – Konsens: Dysphagie als wichtige Herausforderung in der Behandlung von Schlaganfall-Patienten – Mangelernährung verschlechtert Chancen auf Genesung – Mehr Sicherheit beim Schlucken durch konsistenzadaptierte Trinknahrungen und Amylaseresistenz – Spezialsonde von Nutricia bietet einfache und sichere Lösung



ERLANGEN/BERLIN – Es wird immer deutlicher, bei welchen Erkrankungen Schluckstörungen in besonderer Ausprägung und Häufung auftreten – gerade bei akuten Schlaganfallpatienten ist die sogenannte Dysphagie ein Problem, und in vielen Fällen ist Mangelernährung die Folge. Zu diesem Ergebnis kamen die Referenten des Kongresses „ANIM 2012“. Unter dem Titel „Dysphagiemanagement beim akuten Schlaganfall – diagnostische und ernährungstherapeutische Interventionen“ hatte die Nutricia GmbH im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) im Januar 2012 zum Satelliten-Symposium nach Berlin eingeladen. Der rege Zuspruch der Teilnehmer zeigte, dass Dysphagie im Zusammenhang mit Schlaganfall ein aktuelles und wichtiges Thema ist.

Schluckstörungen führen zu Mangelernährung
Nach Einschätzung von Prof. Dr. Matthias Pirlich, Leiter der Abteilung Innere Medizin an der Evangelischen Elisabeth Klinik in Berlin, leidet etwa ein Drittel der akut behandelten Schlaganfallpatienten an einer Mangelernährung. „Mit zunehmender Behandlungsdauer nimmt dieser Anteil sogar noch zu“, erklärte Pirlich. Ursächlich dafür sei die Dysphagie, eine häufige Folge des Schlaganfalls. Die Verschlechterung des Ernährungszustandes sei mit einem vielfach erhöhten Auftreten von Komplikationen während der Therapie sowie einer schlechteren Prognose verbunden. Zudem berief sich Pirlich auf entsprechende Studien, wonach Mangelernährung nicht nur zu längeren Liegezeiten im Krankenhaus, sondern auch zu einem Verlust der Selbständigkeit bei älteren Patienten führe. Wichtig für eine positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs von Schlaganfall- und Dysphagiepatienten sei somit das frühe auf Mangelernährung spezialisierte Screening (z. B. Nutrition Risk Screening).

Dysphagie erhöht das Risiko von Komplikationen
Ergänzend zeigte der Neurologe Dr. Tobias Warnecke, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Münster, die hohe Relevanz einer adäquaten und frühzeitigen Erkennung einer schlaganfallbedingten Dysphagie bei Patienten auf der Stroke Unit auf. Warnecke hält demnach „sowohl das Aspirations-Screening als auch die differenzierte Dysphagie-Diagnostik für elementar wichtig“. Bei konsequenter Anwendung der Dysphagiediagnostik steigt die Zahl der Patienten mit Schluckstörungen auf bis zu 80 Prozent beim akuten Schlaganfall. Die Dysphagie ist damit z. B. bei Stammganglienblutungen, wie neue Daten zeigen, das zweithäufigste Symptom des akuten Schlaganfalls. Studien zufolge erhöhen Schluckstörungen mit Aspiration das Risiko für eine Pneumonie in der Akutphase um den Faktor 11. Warnecke: „Durch frühes Aspirations-Screening sowie anschließende, differenzierte Dysphagie-Diagnostik lässt sich dieses Risiko stark reduzieren.“ Dabei spielen endoskopische Untersuchungen eine wichtige Rolle. Hierfür stehe z. B. ein endoskopischer Score für akute Schlaganfallpatienten (FEDSS) zur Verfügung. Nach Exposition der Patienten mit unterschiedlichen Konsistenzen lassen sich aus dem Befund laut Warnecke geeignete ernährungstherapeutische Maßnahmen für die weitere Behandlung ableiten. So kann bei hochgradig gefährdeten Patienten die enterale Ernährung über eine Magensonde angezeigt sein, bei geringfügigeren Schluckproblemen ein vorsichtiger Beginn der Oralisierung und Essensgabe.

Bedürfnisse erkennen und sicher ernähren bei Schluckstörungen
Im Rahmen eines leitlinienorientierten Vorgehens ergab sich für Prof. Pirlich die klare Forderung für die Praxis, dass „Ernährung die Basistherapie dieser mit hohem Risiko behafteten Patientengruppe darstellen sollte, um wirkungsvolle Effekte hinsichtlich der Prognose zu erzielen.“ Gerade Schlaganfallpatienten hätten dabei sehr unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse; neben der Behandlung einer Mangelernährung gilt es insbesondere die Schluckfähigkeit der Patienten zu berücksichtigen. Hier helfen konsistenzadaptierte Varianten der üblichen energie- und nährstoffreichen Trinknahrungen. Zudem können amylaseresistente Eigenschaften dazu beitragen, dass die Konsistenz der Nahrung im Mund auch bei Speichelkontakt erhalten bleibt, um somit das Aspirationsrisiko zu mindern. Für Dysphagie-Patienten bietet das Nutilis Produktsortiment maßgeschneiderte Lösungen, wodurch der Schluckvorgang nicht nur erleichtert, sondern auch sicherer gemacht wird.
Ist eine orale Ernährung nicht möglich oder eine länger andauernde Dysphagie von mehr als einer Woche zu erwarten, sollte nach der aktuellen Leitlinie zur enteralen Ernährung bei Schlaganfallpatienten (DGEM/DGS/DGN 2007) innerhalb von vier Tagen Sondennahrung über eine nasale Sonde verabreicht werden.

Spezialsonde bietet einfache Lösung für die Praxis
Gerade bei Schlaganfallpatienten seien Schwierigkeiten beim Legen von nasalen Sonden jedoch keine Seltenheit, berichtete Prof. Dr. Rainer Dziewas, ebenfalls Oberarzt der Neurologie in Münster und Preisträger des diesjährigen H.G. Mertens Preises für innovative therapierelevante Forschung der Neurologie, der auf der Tagung verliehen wurde. Bei herkömmlichen Sonden muss das Legen durch aktives Schlucken vom Patienten unterstützt werden. Dies sei aufgrund der krankheitsbedingten eingeschränkten Kooperationsfähigkeit häufig sehr schwierig oder sogar unmöglich. Vor diesem Hintergrund berichtete er von der Entwicklung der innovativen Easy Swallow Sonde in Kooperation mit dem Dysphagie-Spezialisten Nutricia. Als Besonderheit ist ein zusätzlicher Schlauch in eine herkömmliche Sonde integriert. Dieser erlaubt die Applikation einer minimalen Menge Wasser, wodurch gezielt ein Schluckreflex ausgelöst wird. Dadurch wird das Vorschieben der Sonde in den Rachenraum möglich, was nach den Erfahrungen von Prof. Dziewas „auf diesem Wege viel sicherer und schonender für den Patienten erfolgen kann“.
Einig waren sich alle Referenten darüber, dass die Kombination von ernährungstherapeutischen und diagnostischen Interventionen zum Erfolg eines professionellen Dysphagiemanagements beiträgt und in den Therapieplan von Schlaganfallpatienten integriert werden sollte.

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