(openPR) Erfolg ist, wenn Menschen wieder gehen
Mit der erfolgreich abgeschlossenen Gesellenprüfung als Orthopädie-Techniker haben alle sieben Absolventen auch gleich eine Anstellung sicher. Die Zusagen hatten sie von ihren Ausbildungsbetrieben bereits in der Tasche, gesetzt den Fall, dass sie in Theorie und Praxis bestehen. Bei einer Durchschnittsnote von 2,0 ging alles glatt. „Eine starke Gruppe“, freute sich Karl Becker als Mitglied der Prüfungskommission und Ausbildungsleiter von Ottobock über die Ergebnisse.
Seit sieben Jahren ist Duderstadt Schauplatz der Gesellenprüfungen für den Bereich Niedersachsen/Bremen. Dabei sind die Wege in die dreieinhalbjährige Berufsausbildung so unterschiedlich wie die Pläne für die Zukunft.
Julia Bötticher (20) aus Breitenworbis wird bei Ottobock bleiben. Bei zwei Berufsinformationstagen in Leinefelde hat sie sich über die Anforderungen und Perspektiven als Orthopädie-Technikerin informiert. „Man braucht handwerkliches Geschick und muss sich in Patienten einfühlen können“, beschreibt sie die Kombination, die für sie den Reiz dieses Berufs ausmacht.
Nahziel ist jetzt, neben der Arbeit das Abitur nachzuholen. Später soll ein medizintechnisches Studium folgen. Bei einem dreiwöchigen überbetrieblichen Lehrgang in Holland hat sie zwar den Euro-Pass erworben, der als berufliche Qualifikation europaweit anerkannt ist, aber dauerhaft will sie lieber im Eichsfeld bleiben, „weil hier mein Freund und meine Familie leben“.
Dennis Bolm (26) aus Braunschweig hat im Sanitätshaus Kemnitz in Peine gelernt, weil der Vater eines Freundes ihn dort auf eine freie Ausbildungsstelle aufmerksam machte: „Ich habe ohne große Vorahnung einfach angefangen und gemerkt, dass mir diese Arbeit Spaß macht.“ Jetzt will er dort weitere Berufspraxis sammeln und sich darüber klar werden, ob er die Meisterprüfung anstreben soll.
Was beide übereinstimmend als Schlüsselerlebnis in ihrer Ausbildung nennen, ist der erste Erfolg bei der individuellen Versorgung. „Das war schon etwas Besonderes, die erste Prothese komplett selbst aufzubauen und dann zu sehen, wie zufrieden der Patient damit ist“, erzählt Dennis Bolm. Julia Bötticher hat den ersten von ihr versorgten Menschen fotografiert: „Ich war total stolz, als ich gesehen habe, wie er mit dieser Prothese loslief. Das Bild von ihm hängt noch heute in meinem Zimmer.“
Neben Einfühlungsvermögen und handwerklicher Begabung setzen solche Erfolge auch technisches Interesse voraus. „Holzbein ist ja längst nicht mehr das Thema“, sagt Karl Becker, „sondern Elektronik und Einsatz hochwertiger Materialien“. Die ständige Auseinandersetzung mit Anatomie und Biomechanik kann sich dann auch auf den Alltag auswirken. Dennis Bolm: „Wenn ich Menschen sehe, achte ich heute immer sofort auf die Art, wie sie gehen.“
Orthopädie-Techniker werden gesucht. Wer sich für eine solche Ausbildung interessiert, kann sich eine entsprechende Broschüre von der Personalabteilung bei Ottobock zusenden lassen.












