openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Gibt es noch Wildtiere ... oder nur noch Schädlinge?

06.02.201218:30 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) Verfolgt man die Presse und sonstige Verlautbarungen aus Jagdkreisen hat man schnell den Eindruck, dass es kaum noch Wildtiere gibt - Schädlinge scheinen an deren Stelle getreten zu sein.

So wird als wesentliches Argument für die Jagd und für die Rücknahme von Schonzeiten immer wieder der Schutz vor Schäden an land- oder forstwirtschaftlichen Flächen und auch in der Binnenfischerei vorgegeben. Die Jägerei soll uns vor Seuchen bewahren und in der aufgeräumten Landschaft für ökologisches Gleichgewicht sorgen.



Wer in unserer Natur als Schädling diffamiert wird, hat nicht gut lachen: Er wird erbarmungslos mit Blei gejagt oder ihm wird gar mit Fallen nachgestellt. In signifikant vielen Fällen hat der lange leidensträchtige Tod des Wildtieres mit "weidmännischer" Jagd nichts zu tun, vom Tierschutz gar nicht erst zu reden.

Es gibt kaum ein Wildtier, welches nicht auf des Jägers Schädlingsliste steht:

Das Wildschwein gräbt Kartoffeläcker um und auch schon mal einen Golfplatz. Wie das Rehwild vermehrt es sich ungezügelt, nur, dass Letztgenannte auch noch den Wald anknabbern. Das machen Kaninchen manchmal mit Obstbäumen oder mit den Stiefmütterchen auf dem Friedhof.

Gänse vom Nil und aus Kanada, Enten heimischer Provenienz und Tauben sind wegen ihrer Hinterlassenschaften an gepflegten Seeufern oder auf dem Kirchplatz unbeliebt, Krähen und Elstern stehlen des Bauern Saat oder räubern Singvogelnester aus. Sogar am Niedergang des Hasen seien sie nicht unbeteiligt. Der Binnenfischer wünscht dem Kormoran ... nichts Gutes.

Bei Hessens Umweltministerin Puttrich haben wir gelernt, dass der Dachs die Verkehrsunfallstatistik erhöht und auf der Suche nach Engerlingen sogar ganze Maiskulturen umgräbt. Für ganz schlimm halten manche Jäger die Osteuropäer und andere Ausländer - allen voran Marderhund, Mink und Waschbär. Die Beutegreifer, insbesondere Reineke Fuchs, werden mit dem Argument Überträger des Fuchsbandwurms zu sein, eliminiert. Nicht die Landwirtschaft oder gar die Jagd selbst, nein Fuchs & Co. sind angeblich auch für den Untergang von Rebhuhn und anderen Bodenbrütern verantwortlich. Es gibt allerdings auch Jäger, die diesbezüglich anders denken: die "ökologischen" Jäger.

Die Liste der vermeintlichen Schädlinge ist noch viel länger: Hunde und Katzen gehören dazu, ebenso wie Eichhörnchen, Greifvögel und - man höre und staune - Igel, die inzwischen aber geschützt sind. Vielen nutzt es aber wenig, denn eine Garantie vor Nachstellung ist das nicht. Eine Frage der Zeit ist es, wann auch wieder Wolf und Luchs zu Schädlingen degradiert werden - es wird garantiert nicht lange dauern.

Etliche Arbeiten von jagdunabhängigen Wissenschaftlern und auch jagdfreie Gebiete belegen, dass die Natur die intensive Jagd, wie sie in Deutschland mit über 300.000 Freizeitjägern betrieben wird, nicht braucht. Die Natur reguliert sich ohne die Jagd weitgehend von selbst und die Biodiversität würde wahrscheinlich sogar zunehmen.

Manche Wissenschaftler, wie Prof. Josef Reichholf von der Zoologischen Staatssammlung München, aber auch prominente Jäger wie zum Beispiel der Wildschweinexperte Norbert Happ, sind der Meinung, dass die Jäger viele der ökologischen Probleme selbst verursachen, die sie dann mit bleihaltigen Geschossen wieder lösen wollen.

Wer ist dann der Schädling? Das Reh, welches in der Winterruhe gestört wird, das Wildschwein, welches gemästet wird, der Fuchs, welcher die Rötelmaus oder auch mal Kaninchen kurz hält ... oder doch der Mensch, der das ökologische Gleichgewicht signifikant stört?

Es gibt zahlreiche Stimmen, die eine Bejagung von Beutegreifern wie dem Fuchs oder Marderartigen und von Federwild für nicht zielführend halten. Damit könnte man auch endgültig auf die Fallenjagd und die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Wildtieren verzichten.

In einigen Regionen scheint es mehr Schwarz- und Rehwild zu geben, als es die kultivierte Landwirtschaft verträgt. Mittelfristig könnte man hier Abhilfe schaffen durch ein Maßnahmenpaket, bestehend aus absolutem Fütterungsverbot (außer in strengen Notzeiten), weitgehender Jagdruhe (Januar - September) und Empfängnisverhütung in ausgewählten Problemzonen (keine Auswirkung auf die Qualität des Wildbrets).

Und was machen die Jäger dann? Auch dann wird es noch viele Aufgaben für den Jäger geben: die Nachsuche von verletztem Wild, das Pflanzen von Hecken, das Zählen von Wildtieren ... und in den Herbstmonaten darf ja dann auch wieder in begrenztem Umfang gejagt werden.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 604974
 1424

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Gibt es noch Wildtiere ... oder nur noch Schädlinge?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Wildtierschutz Deutschland e.V.

Luxemburg Vorbild in Sachen Wildtierschutz: Fuchsjagdverbot verlängert
Luxemburg Vorbild in Sachen Wildtierschutz: Fuchsjagdverbot verlängert
Als das Jagdverbot auf Meister Reineke im letzten Jahr verkündet wurde, war der Protest des luxemburgischen Jagdverbands FSHCL massiv. Man startete Petitionen, zog vor Gericht, machte in der Presse publizistisch Hatz auf den Fuchs und die für das Jagdverbot verantwortlichen Politiker, allen voran den grünen Staatssekretär Camille Gira als Initiator der Regelung. (wildtierschutz-deutschland.de/2016/02/luxemburg-als-vorbild-in-sachen.html) In öffentlichen Stellungnahmen malte der FSHCL Schreckensszenarien ausufernder Fuchsbestände und um sich …
Jagdreform Hessen: Neues Bündnis fordert mehr Tierschutz
Jagdreform Hessen: Neues Bündnis fordert mehr Tierschutz
Wie im Koalitionsvertrag angekündigt hat die schwarz-grüne Landesregierung den Entwurf einer neuen Jagdverordnung vorgelegt, in der unter anderem die Jagd- und Schonzeiten in Hessen neu geregelt werden. Das im Juli dieses Jahres gegründete "Bündnis Jagdreform Hessen" (BJH) unterstützt die Landesregierung in ihrem Bestreben, die hessischen Jagdverordnungen zu reformieren und in einer neuen Jagdverordnung zusammenzufassen. Der aktuell vorgelegte Entwurf geht den Bündnispartnern allerdings nicht weit genug. Im Rahmen der schriftlichen Anhörung h…

Das könnte Sie auch interessieren:

Schleswig-Holstein hat Platz für Wilde Tiere
Schleswig-Holstein hat Platz für Wilde Tiere
… bei Elmshorn im Kreis Pinneberg eine Wildtierauffangstation. Auf dem 2,5 Hektar großen Gelände entsteht die größte zentrale Auffangstation für verletzte, verwaiste und hilflose Wildtiere an der Westküste Schleswig–Holsteins. Die Aufgaben der Station sind neben der Pflege und Wiederauswilderung der Wildtiere ein Schulungs- bzw. Informationszentrum zum …
Gefährliche Wildtiere im Saarland bald verboten?
Gefährliche Wildtiere im Saarland bald verboten?
… Tierversuchsgegner Saar e.V., animal public e.V. Am Freitag, den 20. Juni, befasst sich der Umweltausschuss des Saarländischen Landtags mit der Haltung gefährlicher exotischer Wildtiere. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte, sein Mitgliedsverein Menschen für Tierrechte Saar und die auf Wildtierschutz ausgerichtete Organisation animal public halten ein …
Bild: Tierschutz darf kein Lippenbekenntnis bleibenBild: Tierschutz darf kein Lippenbekenntnis bleiben
Tierschutz darf kein Lippenbekenntnis bleiben
… von Geburt an Tierschützer, was den meisten leider "aberzogen" wird. Denn Kinder sehen, dass die Menschen, auf Grund willkürlicher Einteilung in Haustiere, Nutztiere, Wildtiere und Schädlinge, die das Kind nicht nachvollziehen kann, mal nett zu fühlenden Wesen sind und andere aber einsperren oder töten. Das oft gebrachte Argument, Tierschutz sei auch …
Bild: Biologische SchädlingsbekämpfungBild: Biologische Schädlingsbekämpfung
Biologische Schädlingsbekämpfung
… HOTREGA Ungeziefer-Puder setzt neue Akzente für 100% natürlichen Einsatz gegen unerwünschte Parasiten Bad Salzschlirf, 08. Mai 2014 – Speziell im Frühling sind zahlreiche kleine Schädlinge sehr aktiv. Diese eröffnen neue Ameisenstraßen im Haus oder legen Gänge unter Terrassenplatten sowie der Carport-Pflasterung an. Aus dem umfangreichen Sortiment an …
Welttierschutztag - mehr Schutz für Wildtiere gefordert
Welttierschutztag - mehr Schutz für Wildtiere gefordert
Düsseldorf - Anlässlich des Welttierschutztages, am 4. Oktober, fordert der deutsche Tierschutzverein animal public e.V. einen besseren Schutz von Wildtieren. Hunderttausende Wildtiere werden in Deutschland in Zoos, Zirkussen und Privathand gefangen gehalten. Anders als domestizierte Tiere, wie Hund und Katze, haben Wildtiere keinen entwicklungsgeschichtlichen …
Bild: Biologische SchädlingsbekämpfungBild: Biologische Schädlingsbekämpfung
Biologische Schädlingsbekämpfung
… Haus und Garten. Darunter im Sortiment das neue Ungeziefer-Puder, dessen erstaunliches Wirkprinzip aus der Natur selbst stammt: Das Puder aus fossilen Algen trocknet die Schädlinge über die Insektenhaut aus und ist dabei für Menschen sowie Tiere als reines Naturprodukt absolut ungefährlich. Die Frage nach Wirksamkeit oder Effektivität wird bei biologischen …
Bild: Wildbrücke – neues Online-Magazin schlägt Brücke zwischen Menschen und WildtierenBild: Wildbrücke – neues Online-Magazin schlägt Brücke zwischen Menschen und Wildtieren
Wildbrücke – neues Online-Magazin schlägt Brücke zwischen Menschen und Wildtieren
Wildtiere sieht man oft nur von Weitem und nur selten hat man die Möglichkeit, sich intensiver mit ihnen zu beschäftigen. Wildbrücke, ein neues Online-Magazin, das von einem kleinen Team von Online-Redakteurinnen und Online-Redakteuren ins Leben gerufen wurde, möchte dies ändern. Die erste Ausgabe wird am 18.03.2023 unter www.wildbruecke.de/magazin veröffentlicht …
Witerfütterung: Keine Schmalzstullen für´s Wild
Witerfütterung: Keine Schmalzstullen für´s Wild
… artgerechtes Futter ausgebracht werden darf und dass natürlich im Umkreis von 200 Meter um diese Futterstellen nicht gejagt werden darf. Neben zusätzlichem Futter brauchen Wildtiere vor allen Dingen Ruhe. Tierfreunde müssen sich um das Nahrungsangebot der Wildtiere keine Sorgen machen. Durch reichhaltiges Angebot von Eicheln- und Bucheckern im vergangenen …
Bild: Wildtiere dürfen nicht zur Schau gestellt werdenBild: Wildtiere dürfen nicht zur Schau gestellt werden
Wildtiere dürfen nicht zur Schau gestellt werden
Nach Krefeld soll nun auch Düsseldorf juristisch gezwungen werden, es Zirkussen zu erlauben, mit Wildtieren auftreten zu dürfen. Begründet wird dies damit, dass erstens Tierschutz Bundesrecht sei und somit Kommunen keine gegenteiligen Beschlüsse erlassen dürfen und zweitens, dass das Recht auf Berufsausübung höher zu achten sei, als das Tierwohl Claudia …
Bild: Der Einsatz von Nützlingen bei Schädlingsbefall in der Growbox!Bild: Der Einsatz von Nützlingen bei Schädlingsbefall in der Growbox!
Der Einsatz von Nützlingen bei Schädlingsbefall in der Growbox!
Nützlinge - die kleinen Helfer mit großer Wirkung gegen Schädlinge in eurem Indoor- und Outdoor Growing gibt es nun bei Grow Cologne - auch per Post direkt nachhause. ------------------------------ Zu Beginn des biologischen Schutzes von Pflanzen konzentrierten sich Züchter darauf, Nützlinge draußen in ihrer regional verbreiteten natürlichen Umgebung …
Sie lesen gerade: Gibt es noch Wildtiere ... oder nur noch Schädlinge?