(openPR) Die Aufraumarbeiten im Wasserfall ist die erste Zusammenarbeit der Tanzerin und Choreografin Anna Huber mit dem bildenden Kunstler Yves Netzhammer.
Netzhammer hat aus computergeneriertem und konkretem Material eine Buhneninstallation und -projektion entwickelt, die eigentlich eine deutliche Dominanz uber die filigran exakten Bewegungsmuster der Tanzerin ausuben musste.
Huber aber eignet sich diese semi-virtuelle Umgebung nicht nur an, sondern startet eine intime Kommunikation mit dem nur scheinbar Seelenlosen: Impulse, Regeln und Grenzen figurativer Bewegung im realen, imaginierten und synthetischen Raum werden vermischt und damit neue Bedeutungsfelder exploriert.
Standig wird dieser fragile Kosmos umgeordnet und anders ausbalanciert. Die Figur – welche ist es? – muss sich immer wieder ihrer selbst vergewissern und lotet dabei ihre eigenen Korpergesetze und Grenzen aus. Der Korper transformiert sich, Bedeutungen und Funktionen verschieben sich, neue Assoziationsfelder offnen sich. Korperteile verselbstandigen sich und werden zu Fremdkorpern. Alltagliche Gegenstande werden zu beseelten imaginaren Partnern und gehen unerwartete Allianzen ein.
Zusammengehalten von der enormen korperlichen Prasenz der Tanzerin offnet sich ein oszillierendes System, das zwischen mehreren Zustanden hin und herschwingt, ein Raum des Dazwischen, zwischen Tanz und Performance, Projektion und realem Raum, Innen und Außen, konkret und imaginar, naturlich und kunstlich, versehrt und unversehrt, verletzlich und perfekt, zwischen Regelwerk und Anarchie, zwischen Mikro- und Makrokosmos.
BIOGRAPHIEN
Anna Huber, geb. 1965, beschreibt ihren Arbeitsansatz als Schnittstelle von darstellender und bildender Kunst und in standiger Reibung zwischen Abstraktion und Emotion. Nach ihrer Ausbildung am ch-Tanztheater in Zurich 1985 – 1988 sammelt Huber fruh – unter anderem bei Jo Fabian, Helena Waldmann, Susanne Linke und Saburo Teshigawara – wichtige kunstlerische Erfahrungen. Von 1989 bis 2007 lebt und arbeitet sie in Berlin. Seit 1995 entstehen aus ihren eigenen choreografischen Recherchen zahlreiche Stucke, in denen sie in wechselnden Konstellationen „die Grundkonstituenten des Tanzes, den Raum, den Korper, die Zeit, in Frage (stellt) und auch das Zusammenspiel der Kunste auf der Buhne.“ (Christina Thurner) 2001 erhalt Huber den Ellys-Gregor-Forderpreis der Mary Wigman-Gesellschaft, bereits 2002 mit dem Hans Reinhart-Ring die hochste Theaterauszeichnung der Schweiz. 2010 wird die Kunstlerin mit dem Schweizer Tanz- und Choreografiepreis ausgezeichnet. Seit 2007 ist Anna Huber „Artist in Residence“ an der Dampfzentrale Bern, Schweiz.
Yves Netzhammer wurde 1970 in Schaffhausen geboren, lebt und arbeitet in Zurich.Yves Netzhammer arbeitet an einem weitverzweigten, poetischen Bilderkosmos. Seine Zeichnungen, Rauminstallationen und mit dem Computer errechneten Videofilme faszinieren durch ihre korperhafte Ausstrahlung und der bildnerischen Erzahlweise. Grundiert von der spielerischen Energie des Re- Kombinierens tasten sich seine Arbeiten vor zur Nachtseite unserer Existenz. Seine Arbeiten wurden an der 52. Biennale Venedig (2011), im San Francisco Museum of Modern Art (2008), Palazzo Strozzi, Florenz 2009, an der Biennale Liverpool 2010 und im Kunstmuseum Bern 2011 international breit wahrgenommen.
Deutschlandpremiere
16. Feb 2012, 20h
weitere Auffuhrungen
17. & 18. Feb 2012, 20h
Ort:
Uferstudios, Studio 14 Badtr. 41a 10243 Berlin
Tickets: 15€, erm. 8€ Tickets via ReserviX oder telefonisch unter 01805 700 733











