(openPR) Berlin: Der Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin e.V. präsentiert heute (27.01.2012) auf der Internationalen Grünen Woche den Wels als Brandenburgs Fisch des Jahres 2012.
Er ist die graue Eminenz unter den heimischen Süßwasserfischen. Der Europäische Wels kann in unseren Breiten Körperlängen jenseits der 2-Meter-Marke und Stückgewichte bis zu 80 kg erreichen. Damit ist er der größte Süßwasserfisch in unseren Gewässern. Sein Körper ist perfekt an das Leben eines Räubers in Dämmerung und Dunkelheit angepasst. Was die kleinen Augen nicht leisten können, erledigen ein ausgezeichneter Geruchs- und Tastsinn. Mit seinen sechs Barteln kann er Dinge ertasten. Der Wels jagt deshalb gemächlich, aber dennoch sehr effektiv. Ist die Beute nahe genug, reißt er sein großes Maul schlagartig auf und saugt sie förmlich ein. Wenn das nicht vollständig gelingt, machen tausende nadelscharfer, nach hinten gerichteter Zähne am Ober- und Unterkiefer dem Beutetier ein Entkommen nahezu unmöglich. Auf dem Speiseplan älterer Welse stehen neben Fischen und Fröschen auch kleinere Säugetiere und dann und wann auch mal der eine oder andere Wasservogel.
Auch das Liebesleben unserer Welse ist interessant. Bei Wassertemperaturen ab 20°C legt der zukünftige Welsvater (Milchner) im seichten Wasser ein Laichnest an. Dorthin geleitet er die Dame (Rogner) seiner Wahl, umschlingt mit der langgestreckten Schwanzflosse wiederholt ihren Leib und löst so die Eiablage aus. Pro Kilogramm Körpergewicht legt so eine Welsdame zwischen 20.000 und 25.000 Eier ab. Da kommen bei einem Lebendgewicht von 50 kg schnell 1.000.000 Eier zusammen. Diese werden dann vom Männchen bis zum Schlupf der Welslarven noch einige Tage bewacht und gepflegt.
In den letzten Jahren beobachten wir in den Gewässern Brandenburgs und Berlins auch beim Wels eine sehr positive Bestandsentwicklung, was mit der sich stetig verbessernden Wasserqualität zu tun hat. Das weiße, grätenarme und sehr delikate Fleisch macht den Wels zu einem sehr beliebten Speisefisch. Die Berufsfischer in Berlin und Brandenburg fangen jährlich im Schnitt zwischen 6 und 7 Tonnen in unseren zahlreichen Gewässern. Die Fangmenge der Angler dürfte sich auf ähnlichem Niveau bewegen. Denn längst locken die sehr guten Fangmöglichkeiten neben den einheimischen Anglern auch Gäste aus anderen Bundesländern an die märkischen Gewässer.






