(openPR) Teltow-Ruhlsdorf - Fischereibetriebe in Brandenburg bereiten sich intensiv auf die Brandenburger Landpartie am 9. und 10. Juni 2007 vor. Urlaub und Freizeit rund um Fisch und Wasser sind ein fester Bestandteil der Einkommenskombinationen. Veränderte Förderbedingungen stellen die naturnahe Teichwirtschaft in Frage.
Die Fischerei Köllnitz eG (Hauptstr. 19, 15859 Storkow OT Groß Schauen, LOS, Tel.: 033678 – 62006) zum Beispiel bewirtschaftet rund 1.000 ha auf der Groß Schauener Seenkette in der Nähe von Storkow. Eigentümer der Flächen ist die Heinz-Sielmann-Stiftung. Es werden Karpfen, Aale, Hecht, Zander, Barsche und Schleie gefangen. Zur Genossenschaft gehört ein hervorragendes Fischrestaurant, ein Landhotel und ein Fischereimuseum. Gemeinsam mit der Heinz-Sielmann-Stiftung wird das Informationszentrum zur Groß Schauener Seenkette betrieben, das zu den bedeutendsten Naturschutzgebieten in Brandenburg zählt. Die Einzigartigkeit der Seenlandschaft lässt sich am besten mit dem Boot erkunden und die können selbstverständlich bei den Köllnitzer Fischern ausgeliehen werden. Wer die Seen mit dem Fahrrad erkunden will, kann über Philadelphia nach Storkow fahren und dabei den „Klingelfisch“ des Velo-Designers Dieter ("Didi") Senft bestaunen.
In Potsdam-Mittelmark beteiligen sich die Forellenzucht Gesundbrunnen in Rottstock (Fläming) und die GbR Binnenfischerei Potsdam mit ihrem Betriebsteil in Seddin (PM). Andreas Frankes Forellenzucht ist einer der wichtigsten Saiblingsproduzenten der Region. Bekanntlich ist der Saibling der Brandenburger Fisch des Jahres 20007, der nur in besonders gutem Wasser aufwächst.
Peter Wilczynski, Chef der GbR Binnenfischerei Potsdam und Vorsitzender der Märkischen Fischstrasse: „Fischer und Bauern haben unsere Kulturlandschaft gestaltet. Diese Verantwortung nehmen wir heute noch wahr. Unsere Seen, Flüsse und Teichanlagen sind gerade in Zeiten der Klimaveränderung wertvolle Wasserreservoire.“
Bei der Brandenburger Landpartie am 9. und 10. Juni werden nicht nur Fischarten und Fischprodukte vorgestellt. Die Leistungen des Fischereisektors gehen bereits seit Jahren über die reine Erzeugung und den Verkauf von Fisch hinaus. Viele Fischer haben Urlaubsangebote auf dem Fischerhof, den Angeltourismus und weitere Produktveredelungen als zusätzliche Einkommensquellen entwickelt. Diese Dienstleistungen rund um Fisch und Wasser werden immer wichtiger. Traditionell ist die Brandenburger Landpartie nicht nur ein „Tag der offenen Tür“ sondern immer auch ein Anlass für aktuelle agrarpolitische Diskussionen.
In Altfriedland öffnet die Teichfischerei von Jörg Timm ihre Tore (Fischerei Altfriedland, Fischerstr. 1, 15320 Neuhardenberg OT Altfriedland, MOL, Tel.: 033476 – 50951). Hier werden auf 278 ha Wasserfläche überwiegend Karpfen, aber auch Hechte, Barsche und Plötzen gefangen. Die in den Teichen erzeugten Fische werden überwiegend im direkten Ab-Hof-Verkauf abgesetzt. Von der ab 2008 einsetzenden Veränderung der Kulturlandschaftsförderung (Kulap) ist die Fischerei Timm dann besonders betroffen. Noch werden Teichfischer in Brandenburg für ihre Arbeitsleistungen zur naturnahen Pflege und Erhaltung der Teichlandschaften (z.B. Pflege der Dämme, Schilfmahd, Arbeiten gegen die Verlandung) durch das Kulap-Programm gefördert. Diese Förderung endet 2007. Von diesen Veränderungen sind in Brandenburg insgesamt 26 Fischereiunternehmen mit ca. 4.330 ha betroffen.
Fischer Jörg Timm bedauert diese Entwicklung „Wenn diese Förderung wegbricht, müsste ich eigentlich zum Ausgleich meine Produktion intensivieren. Dies ist aber ökologisch und auch ökonomisch nicht sinnvoll. Teiche sind ökologische Ausgleichsflächen und sichern die Artenvielfalt. Dies ist eine wichtige Grundlage für meine Fischerei.“
Auch der Landesfischereiverband Brandenburg hatte bereits auf der vergangenen Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (BraLa) auf dieses Thema hingewiesen. Fischerei-Vizepräsident Peter Wilczynski: „Wenn Kulap wegbricht, steht die Teichwirtschaft in Brandenburg zur Disposition. Damit ist auch die Karpfenproduktion sehr gefährdet. Wir fordern das Ministerium auf, nach anderen Wegen zur Honorierung der ökologischen Leistungen zu suchen“.
Weitere Fischereiunternehmen, die sich an der Landpartie beteiligen, sind der „Fischerhof Dorfaue – Löcknitz-Forelle (Dorfaue 20, 15566 Schöneiche, LOS), die Ökologische Teichwirtschaft (15938 Golßen OT Fürstlich Drehna, LDS), Schechert’s Hof Fisch & Wein gemeinsam mit Marxdorfer Liköre (Wolfgang Schalow, Dorfstr. 35, 15306 Vierlinden OT Marxdorf) und der Spreewaldhof und das Fischerstübchen der Familie Buchan (Leiper Dorfstr. 2, 03222 Lübbenau OT Leipe, OSL). Im Dorfder Fischer Mellensee (TF) haben sich die Fischgaststätte „Melle am See“ und die Fischerei Ringpfeil mit der Schäferei Kuls und dem Ziegelhof zusammengeschlossen (Kontakt: Herr Ritzmann, Seehütte „Melle am See“, Am Strandbad, 15838 Mellensee, Tel.: 03377 – 394 534).
Märkische Fischstrasse Brandenburg/Berlin e.V.
Dorfstr. 1
14513 Teltow-Ruhlsdorf
Tel.: 03328 - 319 150
Fax: 03328 - 319 155







