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„Die Lage bleibt angespannt“

(openPR) Bangladesch – ein Jahr nach Einführung des erhöhten Mindestlohns in der Bekleidungsindustrie

BSCI hilft bei der Umsetzung von Sozialstandards im am dichtesten besiedelten Land der Welt

Dhaka, Bangladesch, 1. November 2011 – In Bangladesch bleibt auch ein Jahr nach Einführung des erhöhten Mindestlohns in der Bekleidungsindustrie die Lage bei der Umsetzung von sozialen Standards angespannt. Davor warnt die Business Social Compliance Initiative (BSCI). Die BSCI ist eine Initiative der Foreign Trade Association (FTA) mit Sitz in Brüssel und kümmert sich um die Umsetzung der sozialen Standards in Bangladesch. Bei diesen weltweit gültigen Standards handelt es sich um das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, die Einhaltung von Mindestlöhnen, geregelte Arbeitszeiten, Gebäudesicherheit, keine Diskriminierung oder sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz, Versammlungs- und Gewerkschaftsfreiheit und andere mehr.

„Die Implementierung und Kontrolle von Seiten des Staates ist sehr mau“, sagt Christian von Mitzlaff, seit Anfang 2011 ständiger Vertreter der BSCI in Bangladesch. „Deswegen und angesichts jahrelanger Kritik an laxen Umwelt- und Sozialstandards haben vor allem deutsche Handelshäuser grundlegende Veränderungen in der Beschaffungspolitik vorgenommen. Sie greifen stärker in die Herstellung ihrer Produkte ein und lassen die Einhaltung der sozialen Standards überprüfen“, erklärt Jan Eggert, Generalsekretär der Foreign Trade Association (FTA), der auch die Geschäfte der BSCI leitet. Das Billiglohnland Bangladesch ist vor allem ein Zentrum von Zuliefer- und Fertigungsfirmen der internationalen Bekleidungsindustrie. Auch deutsche Unternehmen wie die OTTO Gruppe, Karstadt oder REWE lassen dort fertigen.

Doch die Implementierung und Überprüfung dieser Standards bleibt ein großes Problem. „Allein im Bekleidungssektor gibt es mehr als 4.000 Betriebe und jeden Tag kommen drei neue hinzu“, berichtet Christian von Mitzlaff. „Es gibt quasi kein Gewerbeaufsichtsamt. Die zuständige Abteilung des Arbeitsministeriums hat gerade mal rund 120 Mitarbeiter. Die sind für alle Betriebe in Bangladesch zuständig und nicht nur die Bekleidungsindustrie.“ Eine Situation, die nur mit langen Atem und Beharrlichkeit gelöst werden kann. „Bei der Umsetzung der sozialen Standards haben wir noch viel vor uns“, so von Mitzlaff.

Hier versucht BSCI helfend einzugreifen. Sie schickt sogenannte Auditoren in die Betriebe, um die Einhaltung der sozialen Standards zu überprüfen. Sie hilft den Betrieben vor Ort aber auch, diese Standards überhaupt erst einzuführen. Und schlussendlich versucht sie, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, die Regierung sowie die Mitglieder der BSCI an einem „Runden Tisch“ zur Verbesserung der sozialen Standards zu bewegen.

Vor einem Jahr, am 1. November 2010, konnte der Mindestlohn in der Bekleidungsindustrie auf 3.000 Taka im Monat (rund 30 EUR) festgelegt werden - fast eine Verdoppelung des zuvor gültigen Lohnniveaus. Dieser Neufestsetzung waren blutige Proteste vorausgegangen, die sogar Todesopfer gefordert hatten. „Diese blutigen Unruhen sind seitdem vorbei“, berichtet Christian von Mitzlaff. „Doch die Erhöhung der Löhne hat den wenigsten Arbeitern wirklich etwas gebracht, denn danach sind sofort auch die Preise für das tägliche Leben gestiegen. So hat sich beispielsweise der Preis für Reis seitdem fast verdreifacht. Da bleibt wenig übrig.“

In der Bekleidungsindustrie arbeiten 3,5 bis 4 Millionen Menschen, rund 80 Prozent davon Frauen. „Bangladesch ist ein pluralistisches Land mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung. Dass jetzt so viele Frauen ein relativ vernünftiges Einkommen haben, kann man als soziale Revolution bezeichnen“, beschreibt von Mitzlaff die Situation. Bangladesch steht jedoch vor neuen und schwierigen Herausforderungen. „China und Indien werden als Hersteller von Textilien und Bekleidung immer teurer“, erklärt von Mitzlaff. „Davon profitiert Bangladesch in hohem Maße. Die Bekleidungsindustrie in Bangladesch boomt. Sie explodiert quasi. Doch das stellt das Land vor neue Probleme. Es fehlen in erster Linie qualifizierte Arbeiter, vor allem Frauen.“ Bangladesch zählt zu den sogenannten „Next Eleven“ (N-11). Dies sind elf Länder mit hoher Einwohnerzahl, die einen ähnlichen wirtschaftlichen Aufschwung erleben könnten wie die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China.


Ansprechpartner

Topcom Communication
Christian Bischoff
Tel.: 069 330089-25, E-Mail

BSCI
Stéphanie Luong, BSCI Communication Advisor
Tel.: +32 (0) 2-741 64

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