(openPR) Erfolgreicher Start ins Wintersemester
1111 Erstsemester in Bachelor- und Masterstudiengängen / Zwei neue Studiengänge laufen erstmalig an
Das Wintersemester 2011/2012 beschert der Hochschule Reutlingen so viele Studierende wie nie zuvor: Insgesamt sind an der Hochschule derzeit 4753 junge Frauen und Männer eingeschrieben, darunter befinden sich auch 937 ausländische Studierende. 1111 Erstsemester beginnen heute in einem Bachelor- oder Masterstudiengang ihr Studium. Gleichzeitig starten heute die zwei neuen Studiengänge Medizinisch-Technische Informatik und Biomedizinische Wissenschaften. Damit bietet die Hochschule nun 39 Studiengänge in fünf Fakultäten an.
Insbesondere den ausländischen Studierenden sprach Hochschulpräsident Prof. Dr. Peter Nieß bei der Semestereröffnung seine Bewunderung aus: „Sie haben den Wagemut aufgebracht, an einen fremden Ort zu kommen und werden die Inhalte in einer fremden Sprache aufnehmen." An die Adresse der deutschen Kommilitonen richtete er den Appell, mindestens ein Semester im Ausland zu verbringen.
Zu den neuen ausländischen Studierenden zählen auch Zhimin Jin (23) aus Shanghai und Samuel Khosravi (22) aus Kalifornien. Zhimin Jin möchte in Reutlingen ihren Master-Abschluss in Maschinenbau absolvieren und trotzt somit dem Klischee der Männerdomäne. Der US-Amerikaner Samuel Khosravi studiert Außenwirtschaft und genießt in Reutlingen die Unterschiede zu seiner heimischen Akademie.
Lesen Sie mehr über die beiden Studierenden in den beiden angefügten Porträts:
Der Amerikaner Samuel Khosravi studiert für den zweiten Teil seines Studiums "International Business and Logistics" und reiste dafür von der kalifornischen Akademie nach Reutlingen. Mit im Gepäck: seine Ukulele ... denn was bleibt ist die Liebe zur Musik!
Ukulele statt Appell
Von der kalifornischen Akademie an die Hochschule Reutlingen. Für Samuel Khosravi eine große Veränderung, bei der eines dennoch gleich bleibt: seine Liebe zur Musik
Samuel Khosravi studiert in den USA an einer Akademie mit militärischen Wertvorstellungen. Nun ist er für ein Auslandsjahr an der Hochschule Reutlingen und lernt die Kultur kennen, die ihn schon als 10-Jährigen fasziniert hat.
Obwohl der 22-jährige Amerikaner Samuel Khosravi bereits zum 10. Mal Deutschland besucht, ist bei diesem Aufenthalt alles anders. Statt Kurzurlaub heißt es nun Lernen. Für den zweiten Teil seines Studiums „International Business and Logistics" wird er für ein Jahr in Reutlingen Außenwirtschaft studieren.
Dass sich das Leben an seiner heimischen California Maritime Academy stark von der Atmosphäre an einer deutschen Hochschule unterscheidet, war Samuel nicht nur bewusst, sondern auch ein Anreiz für das Auslandssemester. „An meiner Akademie herrschen militärische Werte, da viele der Studierenden potentiell für die Navy oder Air Force ausgebildet werden. Das bedeutet: Disziplin wird groß geschrieben und es gibt strenge Regeln", erklärt Samuel.
Zu diesen Regeln zählt nicht nur, dass alle Studenten eine einheitliche Schuluniform tragen, sondern auch ein 30-minütiger Fahnenappell, der jeden zweiten Tag stattfindet. 85 Prozent der Studenten sind männlich und für alle gilt: Lange Haare und Bart sind verboten. Die Torwache trifft jeden Kadetten etwa drei Mal im Semester, auch Frauen. Eine weitere Besonderheit der Maritime Academy: Es gibt ein eigenes Trainingsschiff namens „Golden Bear", auf dem das theoretische Wissen in der Praxis angewendet wird.
Das Interesse an der deutschen Sprache und Kultur wuchs, seit Samuel im Alter von zehn Jahren das erste Mal mit seinen Eltern hier war. „Ich habe schnell gemerkt, dass jegliche Vorurteile gegen Fremde überflüssig sind. Eigentlich seid ihr doch genau wie wir", sagt der Kalifornier. Da wundert es nicht, dass Samuels Deutschkenntnisse nach etwas mehr als zwei Jahren intensiven Lernens ausgesprochen gut sind. Er begründet dies so: „Durch mein musikalisches Ohr fällt es mir leicht, andere Sprachen zu verstehen und zu lernen. Deutsche Musik und auch deutsche Bücher gehören mittlerweile zu meinem Alltag dazu."
Ebenso wie die Ukulele. Das kleine Instrument ist Samuels ständiger Begleiter, der ihm vor allem das Kennenlernen neuer Menschen sehr erleichtert hat. Wenn der Kalifornier also auf dem Campus Ukulele spielt und dazu singt, findet sich nicht meist schnell eine internationale Gruppe um ihn herum, die mit einstimmt. „Musik verbindet eben!", ist sich Samuel sicher.
Und obwohl ihn das Studium in Reutlingen sehr in Anspruch nimmt und auch das Lernen von Wirtschaftsvokabeln immer wichtiger wird, hat Samuel gemerkt, dass er hier entspannter geworden ist. „Es ist alles weniger hektisch. Man nimmt sich mehr Zeit zum Essen und zum Zusammensitzen oder um abends aus zu gehen."
Zhimin Jin hat als Reisegepäck von Shanghai ihren Bachelor in Maschinenbau von der Partner-Universität Donghua University mitgebracht und außerdem wandelt sie auf Großvaters Spuren.
Auf Großvaters Spuren
Chinesische Austauschstudentin erzählt über das Lernen und Leben in Reutlingen
Die 23-jährige Zhimin Jin studiert für ein Jahr an der Hochschule. Ihre Ziele: der Master-Abschluss in Maschinenbau, Deutsch lernen und das Land entdecken, in dem schon ihr Großvater arbeitete.
Über den Tellerrand blicken, eine völlig fremde Sprache und Kultur kennen lernen, den Absprung aus dem elterlichen Nest wagen – dies sind Herausforderungen, denen sich Zhimin Jin in ihrem Austauschjahr an der Hochschule Reutlingen stellt. Die 23-Jährige kommt aus Shanghai und hat dort an der Donghua University, einer Partnerhochschule Reutlingens, bereits den Bachelor-Abschluss in Maschinenbau erlangt. Für den zweiten Teil ihres Masterstudiums hat es sie nach Deutschland gezogen. Dafür gibt es zwei ganz verschiedene Gründe. „Ich habe mich dafür entschieden, meinen Master hier zu machen, weil der Maschinenbau einen sehr guten Ruf hat. Außerdem wollte ich gern das Land kennenlernen, in dem bereits mein Opa zwei Jahre lang gelebt und als Qualitätstechniker gearbeitet hat", erzählt Zhimin.
Schon in ihrer Kindheit hat sich Zhimin, die von ihren Freunden Winnie genannt wird, für Technik interessiert. Mathe machte ihr mehr Spaß als Sprachen zu lernen und da ihr Vater ebenfalls als Ingenieur arbeitete, stand der Berufswunsch früh fest. Doch seit einem halben Jahr kann sie sich auch dafür begeistern, Deutsch zu lernen - um ihren Horizont zu erweitern und mehr von der Welt zu verstehen. Obwohl sie das erste Mal für einen längeren Zeitraum von zu Hause weg ist, kann die Gaststudentin gut mit Heimweh umgehen.
Jeden Abend treffen sie und ihre Familie sich zu einem Videotelefonat, sodass Zhimin vor dem Laptop im Wohnheim plötzlich ganz nah an ihren Lieben in Shanghai ist und von den vielen neuen Erlebnissen berichtet. Aber sie genießt auch ihre neu gewonnene Freiheit. „Es ist ungewohnt, auf eigenen Beinen zu stehen, aber ich liebe es, mich ausprobieren zu können! Alleine kochen, Dinge organisieren, mich in einer fremden Umgebung zurechtfinden – ich habe schon so viel für mich gelernt, was mein Leben in Shanghai verändern wird", so Zhimin.
In welchem Land sie nach dem Studium wohnt, möchte Zhimin jetzt noch nicht entscheiden. Eines steht für sie trotzdem fest: „Einmal für einen berühmten deutschen Autokonzern zu arbeiten, wäre ein Traum."
Und auch die deutsche Kultur hat es der jungen Chinesin angetan. So besuchte sie bereits das Oktoberfest und staunte über die vielen tanzenden und lachenden Menschen in traditioneller Kleidung und auch die Reisen zum Bodensee, nach Heidelberg und Konstanz haben Zhimin beeindruckt. „Die deutsche Architektur ist wirklich toll. Schloss Neuschwanstein ist wie aus einem Märchen entsprungen!" Doch die Architektur ist nicht das Einzige, was sich hierzulande stark von ihrer Heimat unterscheidet: An deutsches Essen muss sich Zhimin erst noch gewöhnen. Auch die starken Temperaturschwankungen innerhalb eines Tages haben sie überrascht. Dafür freut sich die Studentin über die Berge in Reutlingen, den grünen Campus und die frische Luft. „In Shanghai hat es nicht viel gebracht, nachts das Fenster offen zu lassen. Hier in Reutlingen schlafe ich viel besser", lacht Zhimin.













