(openPR) Lyrikszene in Nürnberg angekommen: LiteraturDing e.V. startet am 19. November 2011 in der Kulturkellerei im K4 die 2. Nürnberger Lyriknacht. Die Künstler des Abends: die Berliner Lyriker Ulf Stolterfoht, Ron Winkler und Mara Genschel, der Nürnberger Dichter Tobias Falberg, die Soundkünstler Michael Ammann und Paul Weigel sowie der 3D-Fotokünstler Ric Götting.
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Die hochproduktive junge Literaturszene, in Deutschland dominiert von Hot-Spots wie Berlin, Hildesheim und Leipzig, ist endlich auch in Nürnberg auszumachen. Inzwischen gibt es in der Metropolregion nicht nur vereinzelt Namen, die aufhorchen lassen: Man denke in Sachen Lyrik an die umtriebige Poetin Nora Gomringer oder an den Leonce-und-Lena-Preisträger Christian Schloyer. Inzwischen gibt es mit dem Verein „LiteraturDing“ auch ein Kräftezentrum für die junge Literatur. Hier gelingt es offenbar, einerseits die regional aktiven Autorinnen und Autoren an einen Tisch zu bringen – und andererseits Veranstaltungsformate zu stemmen, die Literaten aus anderen Städten nach Nürnberg locken.
Ein Format, das die Aspekte Förderung, Vermittlung und Vernetzung junger Literatur zusammen bringt und noch dazu kunstsparten-übergreifend daherkommt, ist die von LiteraturDing e.V. in Partnerschaft mit der Kulturkellerei im KunstKulturQuartier ausgerichtete „Nürnberger Lyriknacht“. Soundlandschaften und 3D-Fotografien werden mit lyrischen Texten verwoben. Das klingt nach einem Wagnis, das kaum die Erwartung an eine konventionelle Lesung bedienen kann und Abgehobenheit vermuten lässt. Dass dieses ambitionierte Vorhaben jedoch wunderbar aufgeht, ist schon 2010 bewiesen worden: Mit mehr als 80 Besuchern war die 1. Nürnberger Lyriknacht das bis dato bestbesuchte Literatur-Event in der Kulturkellerei. Pressezitate: „eine famose Veranstaltung mit Großstadt-Flair“, „coole Atmosphäre“ und „wie in einer Bäckerei, in der zu viel Leckeres steht und man nicht alles probieren kann“.
Staraufgebot aus Berlin
Zur 2. Nürnberger Lyriknacht am 19. November lädt LiteraturDing mit Ulf Stolterfoht und Ron Winkler zwei Stars aus der Berliner Lyrikszene ein. Peter-Huchel-Preisträger Stolterfoht hat vor allem mit seinen genial-ironischen „fachsprachen“-Gedichtbänden Bekanntheit erworben. Winkler, mit dem Leonce-und-Lena-Preis ausgezeichnet, demonstriert in seinen Bänden eindrucksvoll, wie unter anderem zeitgemäße Naturlyrik funktioniert. Auch die anderen Gäste sind in der Lyrikszene keine Unbekannten: Mara Genschel (ebenfalls aus Berlin) fasziniert durch hohe Musikalität in Text und Vortrag. Die Gedichte des Nürnbergers Tobias Falberg weisen enormen Assoziationsreichtum auf.
Ein Clou könnte den Veranstaltern nicht zuletzt dadurch gelingen, dass mit Michael Amman ein markanter Soundkünstler mit von der Partie sein wird, der allein seine Stimme zum Instrumentarium macht. Paul Weigel liefert, wie schon im letzten Jahr, feinfühlige elektronische Klangwelten. Auch der 3D-Fotokünstler Ric Götting ist das zweite Mal mit spacigen Bildwelten dabei. Moderiert wird die Veranstaltung vom Nürnberger Lyriker Christian Schloyer.
Sinnen-Feuerwerk mit zeitgemäßer Lyrik
LiteraturDing verspricht für die 2. Lyriknacht augenzwinkernd ein „Sinnen-Feuerwerk“ und „arte-faktisches Glimmern“. Man will mit der Lyrik zwar weder „Flutlichtscheinwerfer anzünden“ noch „einen Intercity-Express anfeuern“, sehr wohl aber einen zeitgemäßen Eindruck von Dichtung vermitteln und das Publikum, auch dieses Mal, begeistern. Dass der Funke der Begeisterung überspringt, ist auch bei der Suche nach Sponsoren wichtiger denn je. Das scheint LiteraturDing gelungen zu sein: Neben der Stadt sind mit der InterFace AG (bereits das zweite Mal Sponsor) und der Sparkasse auch private Förderer vom Stellenwert der Veranstaltung überzeugt.










