(openPR) LiteraturDing und das KunstKulturQuartier versprechen für die 3. Lyriknacht am 18. April einen „Trip für die Sinne“ und einen „Höhepunkt der Poesie in Clubatmosphäre“. Im Festsaal des Nürnberger Künstlerhauses will man ab 19:30 Uhr einen zeitgemäßen Eindruck von Dichtung vermitteln und das Publikum mit einer „multiperspektivischen
Die Lyrik hat seit der Jahrtausendwende eine staunenswerte Entwicklung vollzogen: klassische und expressionistische Formen vermischen sich mit avantgardistischen Experimenten, die alten Themen der Menschheit mit Eindrücken des Internet-Zeitalters. Doch um die öffentliche Wahrnehmung dieser energiegeladenen, hochlebendigen Gegenwartslyrik ist es eher schlecht bestellt.
Folgt man den Ausführungen von Christian Schloyer, dem Konzeptgeber hinter der Lyriknacht, ist der Grund dafür rasch gefunden: „Sprache dient im Alltag nicht der Kunst, sondern der Verständigung. Das Unverständliche in der Sprache ist uns daher fremd und kann manchmal arrogant wirken“, so Schloyer, „weil uns für das, was wir im Gedicht nicht verstehen, kein anderer Schlüssel gegeben ist als ein unbrauchbares Ding aus der Schulzeit: die Gedichtinterpretation.“ Damit aber bleibe der Reichtum heutiger Dichtung verschlossen.
„Breaking Bad“ mit Lyrik!
Will schwer zugängliche Dichtkunst aus diesem Grund ein akademisches Vergnügen sein? Im Gegenteil! Der Nürnberger Literaturverein LiteraturDing hat mit der Lyriknacht womöglich ein Rezept gefunden, Dichtung heute „genießbar für alle“ zu machen – und mehr noch: Bei der Lyriknacht gehe es auch um die „halluzinogene Wirkung anspruchsvoller Sprachkunst“.
Erklärtes Ziel sei es, „das Publikum auf einen Trip zu schicken, den man ansonsten höchstens mit illegalen Substanzen erreichen kann – sozusagen Breaking Bad mit Lyrik!“ Und es sei alles ganz einfach. Laut Schloyer genüge „ein Schuss Hingabe“ – und die Bereitschaft, Gedichte nicht unbedingt verstehen zu wollen: „Die Augen schließen! Sich die Freiheit nehmen, Sprache wirken zu lassen: ihren Wortklang und die Bilder, die sie hinter der Netzhaut malt.“
Der Zuschauer geht darin umher wie Alice im Wunderland
Um das Publikum mit auf die Reise zu nehmen, hat sich LiteraturDing ein Setting einfallen lassen, das jede Vorstellung einer Dichterlesung sprengt und das simple Poesieverständnis populärer Poetry Slams in den Schatten stellt. Mit Licht, Klang und Tanz geht die Sprache spannungsvolle Affären ein – für ein Gesamtkunstwerk und Erlebnis, das den Besuchern der Lyriknacht lange im Gedächtnis bleiben soll.
„Das wirklich Einmalige an der Lyriknacht ist, dass die Künstler nicht alleine vor sich hin performen, sondern dass mehrere Akteure miteinander die Bühne bespielen – unterschiedlich kombiniert in kurzen Zeitblöcken“, so Schloyer, „und der Zuschauer geht darin umher wie Alice im Wunderland.“
Die „Überforderung der Sinne“ sei hier Teil des Konzepts. Dass dies aufgehe, zeige die Erfahrung aus den früheren, auch von jungem Publikum gut besuchten Nürnberger Lyriknächten. Daher hat man nach dreieinhalbjähriger Kreativpause nun acht statt sechs Künstlerinnen und Künstler eingeladen und bespielt mit dem Festsaal einen deutlich größeren Raum als 2010 und 2011 in der Kulturkellerei.
Künstlerauswahl mit Szene-Stargast aus Berlin und Lyrikerin aus den USA
Bei der Künstlerauswahl sei es wieder auf eine gute Mischung aus regional bekannten und überregional gebuchten Künstlern angekommen – und auf deren Offenheit für Improvisation und das Zusammenspiel mit anderen. Ein Leitstern in der Lyrikszene ist der in Schwabach geborene und in Berlin lebende Gerhard Falkner, aber auch Karin Fellner und Tristan Marquardt (beide aus München) gehören zu den Renommiertesten ihrer Dichtergeneration.
Besonders spannend dürfte zudem die Einladung der US-Lyrikerin Shira Richman sein, die Gedichte in ihrer Muttersprache lesen wird. Und mit Falk Steffen, der sich einen Namen als Schlagzeuger gemacht hat, erwarte uns eine lyrische Entdeckung aus Nürnberg. Auf Augenhöhe agieren der namhafte Klangkünstler Michael Ammann (Fürth), die Visual-Art-Künstlerin Kate Ledina und die Tanz-Performance-Künstlerin Eva Borrmann (beide aus Nürnberg).
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Information zur Veranstaltung:
Die Lyriknacht 2015 findet am Samstag, den 18. April 2015 statt, von 19:30–22 Uhr im Festsaal im Künstlerhaus (Nürnberg, Königstraße 93).
Sie wird präsentiert von LiteraturDing e.V. in Kooperation mit dem KunstKulturQuartier und unter Mitwirkung des DAI Nürnberg. Die Nürnberger Lyriknacht wird gefördert von: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst; Kulturreferat der Stadt Nürnberg; InterFace AG.
Eintritt: ab 19:00 Uhr, AK 10 € (VVK 7 €).
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Quelle: www.textverstand.de/schriftsteller/projekte/lyriknacht-nuernberg.html











