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Bulle, Stier oder Homml - Tierischer Dialekt und Mundart der Bayern

19.10.201111:43 UhrFreizeit, Buntes, Vermischtes
Bild: Bulle, Stier oder Homml - Tierischer Dialekt und Mundart der Bayern
Bildunterschrift: Blühende Wiesen und zufriedene Kühe prägen das Landschaftsbild in Bayern Bildquelle: LVBM
Bildunterschrift: Blühende Wiesen und zufriedene Kühe prägen das Landschaftsbild in Bayern Bildquelle: LVBM

(openPR) München, 18. Oktober 2011. Rindviecher gibt es in Bayern viele, doch ist es mit einem Namen pro Gattung längst nicht getan. Grundsätzlich werden alle „muhenden“ Vierbeiner als Rind bezeichnet. Hört man sich jedoch in den vielen bayerischen Regionen vom Allgäu bis in die Oberpfalz um, hat jeder Landstrich seine eigene Ausdrucksweise. Die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft ist den Begrifflichkeiten von Homml bis Schumpen auf den Grund gegangen und klärt über deren Herkunft und Hintergrund auf.

Offiziell und bis über die bayerischen Grenzen hinaus gilt: Bevor Kühe das erste Mal gekalbt haben, sind sie unter dem Namen Kalbin oder Färse bekannt. Direkt nach der Geburt des ersten Kalbes nennt man sie dann richtigerweise Kuh. Die ersten drei Monate nach der Geburt des ersten Kalbes darf sich die Kuh dann ganz offiziell Jungkuh nennen.

Das männliche Rind heißt im allgemeinen Sprachgebrauch Stier oder Ochse. Der Unterschied: Ochsen sind kastriert. Dies macht sie zahmer und ruhiger und verbessert gleichzeitig die Qualität des Fleisches – es wird marmorierter. Von typisch regionaler Mundart kann man im Allgäu und Südbadischen sprechen, denn hier heißen die Bullen, wie das geschlechtsreife männliche Hausrind in Deutschland auch genannt wird, Häge oder Hägel. In Schwaben hingegen nennt man sie liebevoll Homml und in der Oberpfalz heißt der Bulle Bummerl.

Kalb ist nicht gleich Kalb, denn im Schwäbischen nennt man das bis zu sieben Monate junge Tier gerne Moggele. Eine leichte Abwandlung des Begriffs gibt es im Fränkischen, hier bezeichnet man das Kalb als Moggala, was von moggelich: rund, kugelig, weich ableitet werden kann. Ganz anders im Allgäu, wo Jungrinder bis zu etwa einem Jahr auch gerne mal Schumpen heißen.
Ob Mundart oder Hochdeutsch, Schumpen oder Kalb, Kuh und Ochse sind von Bayerns Weiden nicht wegzudenken und gehören zum Landschaftsbild einfach dazu.

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