(openPR) Frankfurt, 12.10.2011 - Die Hamelner Töpferei existierte unter wechselnder Leitung von 1922 bis 1966 und war eine der wegweisenden Töpfereien Deutschlands. Erstmalig und einmalig in einer Übersicht zusammengefasst, gewährt das bei Trademark Publishing erschienene Buch „Hamelner Töpferei“ anhand der umfangreichen Sammlung des Hamburger Paares Martina Münch und Manfred Werner Einblick in die Schaffensphasen und typischen Handschriften einzelner Künstler. Die entstandenen Werke reichen von rein künstlerischen Entwürfen bis hin zu Gebrauchsgeschirr. Markenzeichen und Erkennungsmerkmal ist die von der Gründerin Gertrud Kraut entworfene stilisierte Ratte mit den Buchstaben H.T. auf der Unterseite aller Produkte, die heute rar zu finden sind und als sehr begehrte Sammelobjekte gelten.
Herausgegeben und gestaltet wurde das Buch von Antonia Henschel, die Fotos sind von Andreas Weiss.
Auszug aus dem Katalogtext von Reinhard Krause:
Die Hamelner Töpferei beschäftigte in ihren Höchstzeiten bis zu 50 Mitarbeiter. Anhand der frühen und raren Entwürfe Krauts und Kooperationen mit bedeutenden Keramikkünstlern der damaligen Zeit über Anni Rawitschers künstlerische Leitung bis hin zum späteren Standardprogramm der Delius-Familie lässt sich die Entwicklung der Töpferei bis zu ihrer Schließung 1966 verfolgen.
Mit finanzieller Unterstützung von Dr. Georg Rawitscher wurde die Hamelner Töpferei 1922 von Gertrud Kraut gegründet, die durch ihr Studium in München und ihre Zugehörigkeit zum „Deutschen Werkbund“ bereits mehrjährige Erfahrung als Keramikerin und im Entwurf von kunstgewerblichen Objekten mitbrachte und sich zuvor schon mit einer eigenen Töpferei im Kreis Alsfeld selbstständig gemacht hatte.
(…)
1933 emigrierte das Ehepaar Rawitscher nach Südfrankreich und übergab die Leitung an Hildegard und Klaus Delius, die von diesem Zeitpunkt an für die künstlerische Gestaltung der Formen und Glasuren verantwortlich zeichneten. 1936 starb Klaus Delius, woraufhin seine Frau die Töpferei zunächst alleine weiterführte und in den Kriegsjahren vorrangig Gebrauchsgeschirr produzierte. Erst nach dem Krieg wurden wieder künstlerische Keramiken gefertigt, für deren Entwürfe weiterhin Hildegard Delius verantwortlich war. 1950 traten die Söhne Nikolaus und Peter in den Betrieb ein und unterstützten die Mutter bis zu deren Tod 1955 sowohl in kaufmännischer als auch künstlerischer Hinsicht.
Bis zu ihrer Schließung 1966 bestand die Töpferei unter der technischen und künstlerischen Leitung von Peter Delius, der sich ausgiebig der Entwicklung von Glasuren und keramischen Massen widmete.
Übrigens ebnete die Töpferei auch der deutschen Keramikerin der Moderne, Hedwig Bollhagen, den Weg zum späteren Erfolg – sie unternahm hier erste Gehversuche. Aber auch die Erzeugnisse der jeweiligen Inhaber und ihren Mitarbeitern waren vielbeachtet und sind wichtige Zeitzeugnisse.
OBJECTS: HAMELNER TÖPFEREI.
The collection of Martina Münch and Manfred Werner
240 x 170 mm, 640 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-9814131-2-0
€ 48,00
Verlag: Trademark Publishing 2011
Erscheinungstermin: Oktober 2011
Das Buch ist in ausgewählten Buchhandlungen und im Online-Buchhandel (Amazon) sowie über den Verlag erhältlich.











