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EHFG 2011: DEMOGRAPHISCHER WANDEL ALS „TICKENDE ZEITBOMBE“

10.10.201108:32 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Vor der unterschätzten Dimension der Belastungen, die der demographische Wandel für die Gesundheits- und Finanzsysteme bringt, warnten Experten/-innen heute auf dem European Health Forum Gastein. Aus dem Anstieg der Zahl altersbedingter Erkrankungen werden sich massive Probleme ergeben, ausreichend Mittel aufbringen zu können. Und das wird nicht nur Auswirkungen auf Gesundheitsleistungen haben, aber auch auf die Wirtschaft als Ganzes. „Eine Antwort auf diese Herausforderungen muss Europas erste Priorität sein. Politische Entscheidungsträger/-innen sollten sich der Opportunitätskosten unzureichender Prävention bewusst sein.“


Bad Hofgastein, 7. Oktober 2011 – „Europas Bevölkerung stagniert: In 13 EU-Staaten ist die Sterberate höher als die Geburtenrate. Der Anteil älterer Personen steigt dabei steil an, und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Die Lebenserwartung der Baby-Boom-Generation steigt stark, gleichzeitig steht jetzt die zahlenmäßig schwache Pillenknick-Generation im arbeitsfähigen Alter. Das wird schon in naher Zukunft zu enormen Herausforderungen für die Gesundheitssysteme führen“, warnte Prof. Dr. Peter Boyle, Präsident des International Prevention Research Institute in Lyon (F) heute beim European Health Forum Gastein. „Der dramatische Anstieg vieler chronischer Erkrankungen erfordert eine gemeinsame europäische Strategie, um Prävention zur allerersten Priorität der Gesundheits- und der Finanzpolitik zu machen. Anders werden wir es uns schlicht nicht leisten können, die bisher gewohnten Standards von Gesundheitsleistungen aufrechterhalten zu können.“
Länger leben oder gesund altern
Innerhalb der letzten 200 Jahre habe sich die Lebenserwartung bei der Geburt in den industrialisierten Staaten von rund 40 Jahren auf über 80 Jahre verdoppelt. In der EU liege die Lebenserwartung von Männer heute bei gut über 70 Jahren, jene von Frauen bei über 80 Jahren, so Prof. Boyle. „Allerdings verbringen wir nicht diese ganze Lebensspanne bei bester Gesundheit. Nur in wenigen EU-Staaten wie in Schweden, Malta oder Großbritannien liegt die sogenannte 'Erwartung eines gesunden Lebens' bei über 65 Jahren. In andern, wie Estland, Lettland, Litauen oder Ungarn, erreicht sie nicht einmal 55 Jahre.“
Steiler Belastungsanstieg durch chronische Erkrankungen, nicht zuletzt in Europa
Der gegenwärtige demographische Trend wird global zu einem massiven Anstieg der Zahl chronischer Erkrankungen führen. Bei konstanten Bevölkerungszahlen in der EU zwischen 2000 und 2015 wird der Anteil der Über-65-Jährigen in dieser Zeitspanne um 22 Prozent, jener der Über-80-Jährigen sogar um 50 Prozent angewachsen sein.
„Wir sehen schon jetzt einen bedeutenden Anstieg zum Beispiel der Krebs- und Diabetes-Erkrankungen“, so Prof. Boyle. „Allein zwischen 2004 und 2006 stieg die Zahl neu diagnostizierter Krebserkrankungen um 300.000 von jährlich 2,9 Millionen auf 3,2 Millionen. Die Zahl der jährlichen Todesfälle aufgrund von Krebs in der EU wird von 2000 bis 2015 von 1,12 Millionen auf 1,41 Millionen gestiegen sein. Ebenso wird die Zahl der Diabetes-Patienten von 2010 bis 2030 von 55 Millionen auf geschätzte 66 Millionen anwachsen, und ähnliche Steigerungsraten sind auch bei vielen anderen altersbedingten Erkrankungen zu erwarten, etwa bei Alzheimer, Arthritis, Demenz, Gefäßerkrankungen oder gutartiger Prostatahyperplasie.“
Dramatische Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme
Diese Entwicklungen hätten das Potenzial, „die Gesundheitssysteme der Welt in ihren Grundfesten zu erschüttern. Die Auswirkungen dieser demographischen Veränderungen auf die Gesundheitssysteme Europas und der Welt können gar nicht zu hoch eingeschätzt werden“, betonte der Experte. „Sie werden zu substanziellen Finanzierungsproblemen führen und sehr wahrscheinlich die Qualität und Quantität der zu erbringenden Gesundheitsleistungen für die Zukunft in Frage stellen. Dazu kommen wichtige Sekundäreffekte, darunter veränderte Muster der Ressourcenallokation innerhalb des Gesundheitswesens sowie weitreichende Auswirkungen auf das Konsum- und Produktionsverhalten quer durch das Wirtschaftssystem.“
Prävention als Gebot der Stunde
Um dem sonst vorhersehbaren finanziellen Kollaps entgegenzuwirken, forderte Prof. Boyle einen Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen. „Wir müssen unseren Fokus von der gegenwärtig betonten Reparaturmedizin auf allen Ebenen und in allen Altersstufen in Richtung Prävention verschieben und wo immer nötig eine aktive Einstellung zur Gesundheitserhaltung annehmen. Politischen Entscheidungsträgern/-innen müssen die Opportunitätskosten zu geringer Präventionsbemühungen bewusst gemacht werden, die in der Verschwendung der begrenzten Ressourcen des Gesundheitssystems für Diagnose, Behandlung und Langzeitbetreuung vermeidbarer Erkrankungen bestehen. Wenn wir eine Chance haben wollen, unsere gegenwärtigen Standards trotz der wachsenden demographischen Herausforderungen aufrecht zu erhalten, muss Prävention zu Europas Top-Priorität erklärt werden – um unserer physischen wie auch finanziellen Gesundheit willen.“
Das EHFG ist der wichtigste gesundheitspolitische Kongress der Europäischen Union, mehr als 600 Entscheidungsträger/-innen aus 45 Ländern diskutieren hier zentrale Zukunftsthemen der europäischen Gesundheitssysteme

EHFG Pressekonferenz: “Innovative Antworten auf die demographische Herausforderung”. 6. Oktober 2011

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