(openPR) Berlin, 21.September 2011. Wie Unternehmen das Kommunikations-Zepter zunehmend selbst in die Hand nehmen und auf aktives Stakeholder Management setzen
Stakeholder Management ist insbesondere im Zusammenhang mit großen Infrastrukturprojekten in Deutschland längst kein abstrakter Begriff mehr. „Die Kosten und die Zeitverzögerung, die man in Kauf nimmt, wenn es große Widerstände gibt, sind viel gravierender, als wenn man auf die Menschen zugeht, die eventuell Bedenken haben“, sagte Bundeskanzlerin Merkel jüngst in einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“. So erkennen immer mehr Unternehmen die Bedeutung des Stakeholder Managements als eine Möglichkeit zur zielgerichteten Beteiligung von Betroffenen, mit der potentielle Konflikte bereits im Vorfeld von Großprojekten erkannt und häufig auch reduziert werden können.
Gerade die jüngsten Diskussionen um Stuttgart 21, den Ausbau des Flughafens Frankfurt oder die Erschließung neuer Kraftwerksstandorte haben eindrucksvoll gezeigt, dass eine unzureichende Bürgerbeteiligung zu teils erheblichen Projektverzögerungen bis hin zu einem vollständigen Scheitern von Projekten führen kann. Dieses Risiko zu minimieren und hierbei nach Lösungen zu suchen, die den Positionen aller Beteiligten Rechnung tragen, ist der Kerngedanke des Stakeholder Managements. Um diesen Gedanken im Sinne einer Unternehmenskultur umzusetzen, vertrauen immer mehr Firmen nicht mehr nur auf die Unterstützung durch professionelle Beratungsunternehmen, sondern lassen auch eigene Mitarbeiter in den Methoden des Stakeholder Managements ausbilden.
Den hierfür noch sehr jungen Markt teilen sich bislang nur wenige Beratungsfirmen wie das Team von Avioplan aus Berlin, das als eines der ersten Unternehmen das Potential erkannt hat, anderen Unternehmen nicht nur projektbegleitend beratend zur Seite zu stehen, sondern die Erfahrungen aus der eigenen Beratungstätigkeit im Rahmen von Schulungen direkt in den Unternehmen zu verankern.
„Das ist im wahrsten Sinne des Wortes Hilfe zur Selbsthilfe“, so der Geschäftsführer von Avioplan, Andreas Hotes, von Hause aus Diplomingenieur und selbst jahrelang europaweit aktiv an verschiedenen Stakeholder Dialogen beteiligt. Er stellt fest: „Es ist immer wieder faszinierend zu erleben, wie schnell die Seminarteilnehmer die wesentlichen Dos und Don‘ts des Stakeholder Managements verstehen und in praktischen Übungen auch erfolgreich lernen umzusetzen. Selbst Teilnehmer aus dem Genehmigungs- und Techniker-Umfeld der Unternehmen und Behörden, die solchen Formen der Kommunikation häufig eher skeptisch gegenüber stehen, erkennen schnell den gesellschaftlichen und unternehmerischen Nutzen und haben sichtlich Spaß an diesem Thema.“
Ein besonderer Stellenwert wird in den Schulungen deshalb auch praktischen Übungen eingeräumt, in denen die zuvor vermittelten theoretischen Grundlagen von den Teilnehmern direkt angewandt werden können. In Übungen und Rollenspielen diskutieren die Teilnehmer anhand eines fiktiven Projektes das Für und Wider und tauschen ihre Positionen anhand von zuvor übernommen Rollen aus. Dabei erleben sie am „Runden Tisch“, welche Dynamik sich aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Interessen ergeben kann und wie diese anhand greifbarer Methoden aktiv beeinflusst werden können. Begleitet von erfahrenen Trainern lernen die Teilnehmer so die Möglichkeiten aber auch die Grenzen des Stakeholder Managements kennen.
Die Teilnehmer erhalten dabei auch Einblicke in die verschiedenen Phasen eines professionellen Stakeholder Dialogs, bei dem zunächst immer die Identifizierung der potentiell vom geplanten Vorhaben betroffenen Parteien im Vordergrund steht. Hierbei erfahren die Teilnehmer auch, mit welcher differenzierten Herangehensweise die unterschiedlichen Stakeholder in Abhängigkeit ihres Einflusses und ihrer voraussichtlichen Haltung gegenüber dem geplanten Projekt in den Stakeholder-Prozess eingebunden werden können.
Das Feedback der Absolventen ist hierbei durchweg positiv. Insbesondere die Kombination aus theoretischen Inhalten und praktischen Übungen und Rollenspielen wird sehr gut angenommen. Einer der Teilnehmer des letzten Workshops Anfang September, der unter anderem mit Vertretern von Energieversorgern sowie Behördenmitarbeitern aus Deutschland und der Schweiz in der Nähe von München stattfand, sagte hierzu: „Wenn man die theoretischen Inhalte des Kurses in einem Buch lesen würde, erscheint einem vieles als selbstverständlich. Wenn man aber am eigenen Leib erlebt, welche Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen Positionen entstehen können und wie man diese Dynamik durch eine professionelle Herangehensweise zumindest teilweise für sich nutzen kann, dann ist das ein echter Aha-Effekt.“
Die Nachfrage nach einer stärkeren Professionalisierung der Unternehmenskommunikation insbesondere bei kritischen Themen ist nicht zuletzt durch die Berichterstattung über Stuttgart21 sprunghaft angestiegen. Unternehmen wollen ihre Vorhaben zunehmend nicht mehr kampflos einer öffentlich geführten Diskussion aussetzen, sondern wollen im Rahmen eines professionellen Stakeholder Managements gezielt Akzente setzen und den Dialog mit ihren Nachbarn suchen. Der nächste Workshop hierzu findet Anfang Dezember in Frankfurt a. M. statt.











