(openPR) MINKEN & PALME zeigt mit Krautpleaser die erste Einzelausstellung des isländischen Künstlers Kolbeinn Hugi in Deutschland. Die Ausstellung findet parallel zur Frankfurter Buchmesse (12. – 16.10.2011; Gastland Island), zahlreichen Ausstellungen von isländischen Künstlern und angeschlossen an das Programm Sagenhaftes Island statt.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Arbeit Ellipsepilepsy II: the Prodrome (2010), eine Installation mit zwei Projektoren, Ton und einer Nebelmaschine. Kolbeinn Hugi projiziert digital zwei sich schnell drehende Kreisformen, die ineinander greifen und durch den Nebel zu Lichtkegeln werden. Diesen Lichtkorpus können die Betrachter mit ihren Körpern beeinflussen oder von außen ansehen. Nicht ohne Grund heißt die Arbeit Ellipsepilepsy II: the Prodrome (2010), da eine Art Stroboskoplicht erzeugt wird, das einen epileptischen Anfall auslösen kann. Ein aggressiver und zugleich poetischer Dialog von Projektion und Räumlichkeit, Bewegung, Licht und Musik wird in diesem Raum entfaltet.
Kolbeinn Hugi ist gleichzeitig professioneller Musiker, so dass die Musik einen wichtigen Anteil an seinen künstlerischen Arbeiten hat. Er forscht im Spannungsfeld von Sound und dessen Visualiserung. Fast unbedarft könnte man einige seiner Arbeiten nennen. Seine Haltung kann den Betrachter zunächst verwirren, da unklar ist, ob die Beschäftigung mit Horrorszenarien oder die Präsentation eines Heavy Metal-Posers pubertär-ernst gemeint sind oder ob der Künstler ironisch mit den Riten spielt oder beide Ansätze vereint.
Eine Auswahl von Videos der letzten Jahre ist in einem weiteren Raum zu sehen: Euronymus’ Dead, Euronymus’ Dead, Euronymus’ Dead, Miss Him, Miss Him, Miss Him (2008), Youth gone wild 6 (2005), Fountain (2006), Grátur Vélmennis, Grátur Varmennis (2008). In diesen Arbeiten geht es vielfach um Klischees, die überspitzt mit bestimmten Musikstilen verknüpft sind und sich in der Darstellung mit dem entsprechenden Männlichkeitshabitus auseinandersetzen.
In den kleinformatigen Filzstiftzeichnungen der Serie Krautpleaser (seit 2010) lässt Hugi in kräftigen Farben psychedelisch wirkende, götzenhafte Wesen entstehen, Gottheiten einer unbekannten Kultur, die die Rauminstallation mit den Ein-Kanal-Arbeiten hervorragend verbinden und explizit den schrägen Humor des Künstlers belegen.











