(openPR) Kennen Sie Schnabel? Wegner, Ogai oder Allmers? Sagt Ihnen der Pegnesische Blumenorden etwas? Seit nunmehr 25 Jahren hegt und pflegt die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften (ALG) alles, was der Garten der Literatur für große und kleine Blüten treibt. Sie ist eine einzigartige Anlaufstelle für all jene, die sich um Andenken, Pflege, Wiederentdeckung und Neubelebung von Autoren und Werken verdient machen.
Anlässlich des Jubiläums stellt das Literaturhaus Lettrétage vom 6. bis 8. September die ALG vor. An drei Abenden präsentieren sich jeweils zwei literarische Gesellschaften. Die dreitägige Veranstaltungsreihe startet mit der Vorstellung der Friedrich-Wolf-Gesellschaft und des Franz Fühmann Freundeskreises. In den darauf folgenden Tagen präsentieren sich die Kurt-Tucholsky-Gesellschaft, die Charles-Bukowski-Gesellschaft, die Armin-T.-Wegner-Gesellschaft. Am Anfang jeder Veranstaltung liest ein Schauspieler oder eine Schauspielerin aus dem Werk des jeweiligen Autors. Im Anschluss folgt ein Gespräch mit einem oder mehreren Vertretern der Arbeiten und Projekte der vorgestellten Gesellschaft.
Dienstag, 6. September 2011, Eintritt frei
Friedrich Wolf und Franz Fühmann
Die Friedrich-Wolf-Gesellschaft und der Franz Fühmann Freundeskreis stellen sich vor, es lesen die Schauspielerinnen Karen Sünder und Elisabeth Richter-Kubbutat
Friedrich Wolf (1888 – 1953) deutscher Arzt, Schriftsteller und kommunistischer Politiker. Erster schriftstellerischer Erfolg mit dem expressionistischen Drama "Das bist du". 1929 erscheint das Drama "Cyankali", das sich gegen den sogenannten Abtreibungsparagraphen wendet. Wolf selbst wird der ‚gewerbsmäßigen Abtreibung‘ beschuldigt und verhaftet, durch Massenproteste aber wieder freigelassen. Im französischen Exil entsteht 1933 "Professor Mamlock". Ab 1934 Exil in der UdSSR. Nach Kriegsende kehrt Wolf zurück nach Deutschland, wird Botschafter der DDR und ist Mitbegründer der DEFA und des Bundes Deutscher Volksbühnen.
Die Friedrich-Wolf-Gesellschaft wurde 1992 gegründet, um das künstlerische und medizinische Vermächtnis Friedrich Wolfs weiterhin zu erforschen und sein humanistisches Erbe zu bewahren. Die Gesellschaft veranstaltet literarische Lesungen, wissenschaftliche Vorträge und Ausstellungen. Zudem arbeitet sie mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zusammen.
Franz Fühmann (1922 – 1984) lebte als freischaffender Schriftsteller und Nachdichter in der DDR. Er befasste sich mit der Verarbeitung der Vergangenheit aus Sicht der unschuldigschuldhaften, in die Nazi-Verbrechen verstrickten jungen Generation, etwa in "Das Judenauto" oder "König Ödipus". Des Weiteren schrieb Fühmann Zeit seines Lebens Literatur für Kinder wie "Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen" und das Sprachspielbuch "Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm zu Babel".
Der Franz Fühmann Freundeskreis fördert seit 1999 die Verbreitung des Werkes und die Aufarbeitung der Wirkungsgeschichte von Franz Fühmann durch Lesungen, Vorträge und Studienreisen zu dessen Lebens- und Wirkungsstätten.
Mittwoch, 7. September 2011, Eintritt frei
Kurt Tucholsky und Charles Bukowski
Die Kurt-Tucholsky-Gesellschaft und die Charles-Bukowski-Gesellschaft stellen sich vor, es lesen die Schauspielerin Karen Sünder und der Schauspieler Denis Abrahams
Kurt Tucholsky (1890-1935) Unter seinem Namen und den vier Pseudonymen Kaspar Hauser, Ignaz Wrobel, Theobald Tiger und Peter Panter gehörte Kurt Tucholsky zu den bedeutendsten und meistgelesenen Schriftstellern der Weimarer Republik. Er schrieb Romane, Lyrik, Liedtexte,
Kabaretts und zeitkritische, journalistische Texte, unter anderem für den Simplicissimus und die Weltbühne, deren Mitherausgeber er zeitweise war. Tucholsky trat für eine linke Demokratie ein, für Pazifismus und Antimilitarismus und warnte schon frühzeitig vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus.
Die Kurt-Tucholsky-Gesellschaft wurde 1988 in Tucholskys Geburtsstadt Berlin gegründet. Sie widmet sich seinem Andenken und der Verbreitung seiner Literatur. Alle zwei Jahre vergibt die Gesellschaft den Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik.
Charles Bukowski (1920 – 1994) Das Werk des US-amerikanischen Schriftstellers ist geprägt von zahlreichen persönlichen Erfahrungen: Erlebnisse aus seiner Arbeitszeit beim US Postal Service, aber auch frühe Jugenderinnerungen und die zum Teil schmerzhaften Erfahrungen seiner Beziehung zu der Bildhauerin Linda King ("Das Liebesleben der Hyäne", 1980) tauchen in seinem Werk, wenn auch meist satirisch überspitzt, auf.
Die Charles-Bukowski-Gesellschaft wurde 1996 gegründet und widmet sich neben der Erforschung von Bukowskis Leben, Werk und Wirkung verschiedenen Projekten, wie etwa der Einrichtung eines Museums mit Archiv und Forschungsstätte im Geburtshaus Bukowskis in Andernach.
Donnerstag, 8. September 2011, Eintritt frei
"Es schläft mein Haupt im Berge Ararat..."
Die Armin-T.-Wegner-Gesellschaft stellt sich vor, es lesen die Schauspielerin Gloria Iberl und der Schauspieler Jörg Thieme
Armin T. Wegner (1886 – 1978) Neben seinem schriftstellerischen Werk, das frühe, expressionistische Lyrik und zahlreiche Reiseberichte umfasst, ist mit Wegners Namen das mutige Eintreten für Frieden, Menschenrechte und ein tolerantes Miteinander verbunden. Seine Erlebnisse während des Ersten Weltkrieges in der Türkei verarbeitete er in Der Knabe Hüssein. Türkische
Novellen. Nach Folter und Haft in mehreren Gefängnissen und Konzentrationslagern wegen eines offenen Briefes an Adolf Hitler, ging Wegner nach Italien ins Exil.
Die Armin-T.-Wegner-Gesellschaft wurde 2002 gegründet. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist die Erforschung, Verbreitung und Pflege des Werkes von Armin T. Wegner sowie die Würdigung seiner Verdienste im Einsatz für Menschenrechte, Toleranz und Frieden sowie die Vermittlung
zwischen den Kulturen und Religionen. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Wuppertal.

















