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Kinder psychisch kranker Eltern leiden auch – aber wie?

02.08.201117:41 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Für Kinder psychisch erkrankter Eltern steht nun erstmals ein Instrument zur Einschätzung ihrer Belastungssituation zur Verfügung: Die "Resilienzkarte" bietet SozialarbeiterInnen, PädagogInnen und MedizinerInnen eine Methode, individuellen Handlungsbedarf aufzuzeigen. Neu daran ist der positive Zugang: Die persönlichen Stärken der Kinder werden gefördert und deren Schutzfaktoren wie unterstützende Alltagsstrukturen gefestigt. Nun haben die ForscherInnen der FH St. Pölten diese "Resilienzkarte" für die praktische Anwendung im Sozialbereich weiterentwickelt. Das erfolgte im Kontext von "Kids Strengths", einem geförderten, internationalen EU-Projekt, das die Situation dieser "vergessenen Kinder" aufzeigt und umfassende Hilfestellungen für alle Betroffenen bietet.



Wenn die Mama den ganzen Tag im Bett liegt, verstehen Kinder ihre Welt nicht mehr. Solche oder ähnliche Situationen erleben Kinder psychisch erkrankter Eltern – und die einhergehenden Belastungen können weitreichende Folgen für ihr späteres Leben haben. Wie sehr die betroffenen Kinder unter den außergewöhnlichen Lebensbedingungen leiden, stand bisher kaum im Fokus der Aufmerksamkeit seitens der psychosozialen Betreuung. Um die Situation der Kinder und ihren Zustand nun adäquat einschätzen und beurteilen zu können, steht jetzt ein neues Instrument zur Verfügung: die Resilienzkarte. Dieses klinische Einschätzungsinstrument wurde in dem internationalen EU-Projekt "Kids Strengths" von den SozialarbeitsforscherInnen am Ilse Arlt Institut der FH St. Pölten so weiterentwickelt und evaluiert, dass es ab sofort in der Praxis eingesetzt werden kann.

Resilienzkarte – "eine Ampel für vergessene Kinder"
„Es handelt sich hier um einen ganz neuen Zugang, der sehr praktikabel in der Anwendung ist", sagt FH-Professorin DSA Mag. (FH) Christine Haselbacher, die Projektleiterin der FH St. Pölten. "Denn mit der Resilienzkarte werden nicht nur Belastungen und kritische Punkte erhoben, sondern in erster Linie Augenmerk auf die vorhandenen Ressourcen der Kinder und deren Beziehungen gelegt. Diese werden dann in der anschließenden Betreuung besonders gestärkt." Die Resilienzkarte setzt also dort an, wo die Kinder in der Problembewältigung ihre eigenen Charakterstärken einsetzen und positive Strukturen in ihrem Umfeld sie stützen können.

Dazu geben die Betreuenden wie etwa SozialarbeiterInnen, EntwicklungspsychologInnen, KindergartenpädagogInnen, Verwandte aber auch der belastete Elternteil in Interviews ihre Beobachtungen und Einschätzungen zum Alltag, dem Befinden und Verhalten des Kindes ab. Die Ergebnisse dieser Gespräche werden dann in einem Kategorien-Schema zusammengeführt. Es erfasst 22 verschiedene Faktoren wie zum Beispiel die Verfügbarkeit von Bezugspersonen, die soziale Kompetenz des Kindes, oder dessen Informationsstand über die psychischen Erkrankungen des Elternteils. Diese werden individuell bewertet und drei Kategorien zugeordnet: Stärken, Belastungen und neutraler Bereich. Damit visuell leicht erfassbar wird, ob und welcher Handlungsbedarf besteht, entsteht dann eine schematische Darstellung in Form eines Spinnennetzes. Das Zentrum des Spinnennetzes ist kreisförmig rot eingefärbt und verzeichnet die problematischen Aspekte; darauf folgen ein gelber und ein grüner Ring, in denen die latenten Belastungen bzw. die Stärken eingetragen werden. So entsteht eine praktikable Basis für die weitere Auswahl von adäquaten Betreuungsmaßnahmen.

Hilfe heute & morgen
"In der Betreuung stellt sich für SozialarbeiterInnen die Frage, wie der grüne Bereich – also alle positiven Indikatoren – verstärkt werden können, bzw. wo akuter Handlungsbedarf besteht. Darauf bauen dann die weiteren Betreuungsschritte und Maßnahmen auf", erklärt Frau Mag. (FH) Andrea Viertelmayer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts, das unter der Konsortialführerschaft von S.I.N.N. Evaluation - Sozial Innovatives Netzwerk steht. Sie vermittelt den Studierenden den effektiven Einsatz der Resilienzkarte bereits in den Studiengängen des Bereichs Soziale Arbeit an der FH St. Pölten. Mit ihrem Engagement nehmen die WissenschaftlerInnen europaweit eine Vorreiterrolle ein. Sie machen sich auch dafür stark, dass das neue Instrument künftig zum Standard-Repertoire von Aus- und Weiterbildungen im Sozialbereich gehört – einer von vielen Schritten, die dafür sorgen, dass die Bezeichnung "vergessene Kinder" bald obsolet wird.

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