(openPR) BDI schneidet sich ins eigene Fleisch
Wehrpflicht nicht abschaffen
12. September 2003: Zu den Forderungen des BDI nach Abschaffung der Wehrpflicht erklärt der stellvertretende verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans Raidel MdB:
Der Bundesverband der Deutschen Industrie schneidet sich mit seinen Vorschlägen nach einer Abschaffung der Wehrpflicht zu Gunsten von mehr Investitionen für Wehrtechnik ins eigene Fleisch. Nicht nur die Erfahrungen anderer Länder sondern auch zahlreiche Studien belegen, dass eine Berufsarmee teurer ist als eine Wehrpflichtarmee. Das sollte sich inzwischen auch in der Industrie herumgesprochen haben. Die wehrtechnische Industrie beklagt, dass immer weniger Geld für die Ausrüstung der Bundeswehr zur Verfügung steht und dass ihr deshalb Aufträge fehlen. Für uns stellt sich deshalb die Frage, ob der Präsident des BDI tatsächlich im Interesse seiner Mitgliedsunternehmen spricht, wenn er ein Ende der Wehrpflicht fordert. Fraglich ist auch, ob die Industrie bedacht hat, dass wir auch zukünftig die Wehrpflicht brauchen, um die Sicherheit unseres Landes und unserer Bevölkerung zu garantieren. Gerade im Bereich des Heimatschutzes können Wehrpflichtige wichtige Aufgaben übernehmen.
Der Umbau der Bundeswehr von einer Wehrpflicht- zu einer Berufsarmee, wie Rogowski ihn fordert, würde mittelfristig die finanziellen Spielräume der Bundeswehr weiter einschränken, was ebenfalls negative Auswirkungen für die wehrtechnische Industrie hätte. Es ist eine Illusion zu glauben, dass bei einer weiteren Verkleinerung der Armee frei werdende Mittel in Forschung und Entwicklung investiert werden würden. Wenn der BDI eine Verkleinerung der Armee fordert, stimmt er damit letztlich auch einer Kürzung des Verteidigungshaushaltes zu. Rogowskis Schnellschuss zeugt deshalb nicht gerade von sicherheitspolitischen Fachkenntnissen.
Autor(en): Hans Raidel



