(openPR) Seit dem 1. Mai 2011 ist das Internet um eine Website reicher: www.hilfst-du-mir-helf-ich-dir.de ist eine Tauschplattform, die sich an Privatpersonen richtet und diesen die Möglichkeit zum Austausch von Leistungen und Gütern bietet. Die Betreiberin, Doris Nadolski, legt dabei gleichermaßen Wert auf den sozialen wie auch den wirtschaftlichen Aspekt des Tauschens. Der soziale Aspekt zielt auf die Wertigkeit der geleisteten Arbeit ab. Sowohl die eigenen Fähigkeiten sollen (neu) entdeckt als auch die Leistung Anderer anerkannt werden. Dabei kann es sich um scheinbar banale Tätigkeiten handeln: Arbeiten rund um Haus und Garten, Botengänge und Dienstleistungen aller Art sind denkbar. Belohnt wird man jeweils dadurch, dass einem jemand eine Tätigkeit abnimmt, die man selbst nicht leisten möchte oder kann. Die Verrechnung erfolgt Stunde um Stunde.
Nun möchte man vielleicht einwerfen, dass eine Stunde lang aus der Zeitung vorlesen unmöglich gleich viel wert sein könne, wie eine Stunde lang Knochensteine verlegen. Doch genau darum geht es der Betreiberin. „Es ist mir wichtig“, so Doris Nadolski, „dass wir wieder lernen, die Kenntnisse und Fertigkeiten anderer Menschen zu respektieren und als Leistung anzuerkennen. Warum hole ich mir zum Beispiel jemanden, der mir meine Fenster putzt? Weil ich es selbst nicht tun will. Wenn mir jemand diese Arbeit abnimmt und mir auf diese Weise fünf Stunden Freizeit schenkt, revanchiere ich mir doch gerne dafür, indem ich fünf Stunden lang etwas für ihn oder sie tue, was mir Spaß macht.“
Entstanden war die Idee des Austauschs von Leistungen bereits im Frühjahr 2009. Auslöser war die allgemein schlechte wirtschaftliche Situation. Als die Firma, in der die Betreiberin der Website hauptberuflich angestellt ist, in Kurzarbeit ging, erkannte sie das enorme Potenzial an ungenutzter Arbeitskraft, welches nun plötzlich freigesetzt wurde und danach verlangte, zum Einsatz gebracht zu werden. Verschiedene Konzepte wurden entwickelt und wieder verworfen, bis man sich schließlich für ein System ähnlich dem der bereits bekannten Tauschringe entschied. Zum 1. Februar 2010 wurde die Firma Scratch My Back (SMB) in Bad Schussenried gegründet und die Programmierung der Internetseite in Auftrag gegeben. Das Konzept erwies sich schließlich aus diversen Gründen als nicht durchführbar, so dass ein neuer Weg gesucht werden musste.
Nach dem Motto „Keep it simple“ wurde das Konzept der Tauschplattform rigoros zusammengestrichen. Die Registrierung bei SMB ist nun kostenfrei. Jedes Mitglied kann beliebig viele Angebote und Gesuche inserieren. Wichtigste Änderung: Der Austausch von Leistungen findet nach dem neuen Konzept ausschließlich zwischen zwei Personen direkt statt, anstatt zusätzlich mittels eines virtuellen Bezahlsystems auch Dritte einzuschließen.
Die Tauschplattform bietet neben den Tauschgesuchen und -angeboten auch ausführliche Informationen zu den Themen Nachbarschaftshilfe und Schwarzarbeit. Zusätzliche Angebote, wie beispielsweise ein Forum zu diversen Gesprächsthemen, sollen den Kontakt der Mitglieder untereinander fördern und stabilisieren. Über den angegliederten Shop vertreibt Doris Nadolski nicht nur „Geschenkideen für liebe Menschen“, sondern auch von ihr selbst unter dem Namen DoNa & Doria hergestellte Produkte, wie hausgemachte Marmeladen und Fruchtaufstriche, sowie Gebäck. Später soll das Angebot auf Handarbeiten verschiedenster Machart ausgeweitet werden.
Auch wenn die Seite deutschlandweit zur Verfügung steht und sich bereits Mitglieder z. B. aus Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt angemeldet haben, scheint eine Verbreitung im regionalen Raum doch zunächst sinnvoller. So wird nun angestrebt, möglichst viele Mitglieder aus den Landkreisen Ravensburg, Biberach, Sigmaringen, Ulm, Friedrichshafen und Lindau zu gewinnen, so dass ein direkter Austausch von Leistungen allein von der räumlichen Situation her überhaupt erst ermöglicht wird.











