(openPR) Berlin (24. Juni). In der dritten Verhandlungsrunde über die Angleichung der Tarifverträge in der chemischen Industrie zwischen IG BCE und Arbeitgeberverband Nordostchemie haben die Arbeitgeber erneut kein konkretes Angebot für die Themen Arbeitszeit, Jahresleistung und Entgeltstrukturen vorgelegt. Die Verhandlungen wurden ergebnislos auf den 1. September vertagt.
IG BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann: "Die Menschen sollen laut Gesetzgeber bis zum Alter von 67 Jahren arbeiten. Also brauchen wir Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen - insbesondere für Schichtarbeiter und ältere Beschäftigte - die es erlauben, für ein langes Arbeitsleben fit zu bleiben. Eine 40-Stunden-Woche ist nicht zukunftsweisend.“
Beim Thema Arbeitszeit gab es erstmals die Bereitschaft der Arbeitgeber, vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, Lösungen zu suchen. Hierzu wollen beide Seiten bis zur nächsten Runde Umsetzungsvorschläge entwickeln.
Bei der Forderung nach Anpassung der Jahresleistung und den Entgeltgarantiestufen E5 – E8 machten die Arbeitgeber erneut nur vage Andeutungen. Auch hier gibt es kein konkretes Angebot.
Peter Hausmann: „Auch wenn es erste Annäherungen zu unseren Forderungen gibt: Die 40-Stunden-Woche ist noch nicht vom Tisch! Zudem schwebt den Arbeitgebern offensichtlich noch ein sehr, sehr langer Weg vor."
Die IG BCE fordert die Angleichung der Tarifverträge in den Punkten Arbeitszeit, Jahresleistung und Entgeltstrukturen vor allem angesichts von Fachkräftemangel und demografischer Entwicklung in den Betrieben der boomenden chemischen Industrie in Ostdeutschland.
Petra Reinbold-Knape, Landesbezirksleiterin Nordost: "Aus dem Mangel an Jobs wird in Zukunft ein Mangel an Arbeitskräften. Das heißt auch, dass die Arbeitskräfte der Zukunft sich ihren Arbeitsplatz nach qualitativen Gesichtspunkten aussuchen können. Wir haben zur Zeit in der ostdeutschen chemischen Industrie moderne Betriebe und motivierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die sind der Standortvorteil! Längere Arbeitszeiten und unterschiedliche Entgeltstrukturen sind dagegen ein klarer Standortnachteil."
IG BCE und Arbeitgeberverband Nordostchemie verhandeln für rund 36.000 Beschäftigte in der chemischen Industrie Ost.
Die Tarifrunde chemische Industrie Ost wird mit einer vierten Verhandlung am 1. September 2011 fortgesetzt.
Konkret werden folgende drei Themenkomplexe verhandelt:
Arbeitszeit
Die Wochenarbeitszeit beträgt im Osten 40 Stunden, im Westen sind es 37,5 Stunden.
Jahresleistung
Im Tarifgebiet Nordostchemie beträgt die Jahresleistung 65 Prozent eines Monatslohns, in Westdeutschland sind es 95 Prozent.
Entgeltstruktur in den Einkommensgruppen E 5 bis E 8
Die Einkommensunterschiede in diesen Entgeltgruppen liegen bei bis zu acht Prozent.
Die Betriebe in der ostdeutschen chemischen Industrie sind modern, leistungsfähig und zeichnen sich durch eine hohe Produktivität aus.









