(openPR) Berlin, 15.6.2011 - Die Anzahl der Menschen, die von Burn Out betroffen sind, steigt rapide an. Viele fühlen sich von den stetig wachsenden Anforderungen des Arbeitslebens überfordert. Ein Ausweg aus diesem Problem ist nur möglich, wenn man seine eigene Haltung zum (Arbeits-) Leben überdenkt und in die richtige Form bringt. Philosophisches Wandern unterstützt den Menschen dabei, wieder zu sich zu finden und sich dauerhaft vor Burn Out zu schützen, indem es die Fähigkeit zur Selbstregulation des Individuums stärkt.
Druck zur Perfektion macht krank
In den letzten Jahren hat sich die Arbeitswelt radikal gewandelt. Durch die Globalisierung sieht sich die Wirtschaft einem immer stärkeren Konkurrenzdruck ausgesetzt. Die Verantwortlichen in Unternehmen sind dadurch zu permanenter Aufmerksamkeit gezwungen. Die Folgen für diese Personengruppe sind extreme Anspannung, lange Arbeitstage und entsprechend umfangreiche Arbeitszeiten, die Pausen und die Möglichkeit zur Erholung immer weiter reduzieren. Arbeitnehmer wiederum fürchten wegen der ständigen Einsparungen auf Seiten der Unternehmen, auch und gerade im Personalbereich, permanent um ihren Job. Aus dieser andauernden Angst heraus entsteht ein Druck zur Perfektion. Die Arbeitnehmer übernehmen immer mehr Aufgaben und vermeiden es um jeden Preis, Fehler zu machen. Viele melden sich aus Angst um ihren Job nicht einmal mehr arbeitsunfähig und erscheinen auch krank zur Arbeit. Laut einer Untersuchung des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) ist die Anzahl der durch psychische Krankheiten bedingten Arbeitsunfähigkeit seit 1999 um 80% gestiegen, die Dauer der Ausfallzeiten hat sich verdoppelt.
Ursachen für Burn Out
Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass im Zeitraum von 2004 bis 2010 ein Anstieg bei Erkrankungen, die durch das Burn Out-Syndrom hervor gerufen werden, um das Neunfache zu verzeichnen ist. Im Jahr 2010 waren allein 100.000 Personen dadurch arbeitsunfähig. Eine wesentliche Ursache von Burn Out liegt im immer schnelleren und unpersönlicheren Arbeitsleben. Immer mehr Aufgaben, Telefonanrufe und Emails verlangen gleichzeitig danach, abgearbeitet zu werden. Dies führt bei einer wachsenden Anzahl an Menschen zu dem Gefühl, einfach nicht hinterher zu kommen. Aus ihrer Sorge heraus, als Versager dazustehen, erhöhen viele Arbeitnehmer ihr Arbeitstempo oftmals noch einmal. Die Folgen sind Erschöpfung, ständige Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Wer an diesem Punkt angelangt ist, läuft akut Gefahr, einen Burn Out oder Depressionen zu erleiden. Eine weitere Ursache von Burn Out hängt mit dem gegenwärtigen Wertewandel und dem zunehmenden Zerfall familiärer- und gemeinschaftlicher Strukturen zusammen. Der Mensch vereinsamt und fühlt sich nirgendwo mehr anerkannt, nicht zugehörig und also entwurzelt. Feste und verlässliche Strukturen sind aber unbedingt nötig, schließlich kann nur derjenige, der seine Kraft aus der Ruhe einer belastbaren Basis schöpft, mit den Unsicherheiten der Welt nicht nur umgehen, sondern diese für sich überdies produktiv nutzen. Ein Ausweg aus dem Problem Burn Out kann jedoch nicht durch Stressbewältigung oder ähnliche Maßnahmen geschehen, wenn diese lediglich als ein Termin unter den vielen anderen abgearbeitet wird. Vielmehr muss man seine eigene Haltung zum (Arbeits-) Leben überdenken und in die richtige, zu einem passende Form bringen.
Das philosophische Wandern bietet geeignete Unterstützung, seine eigene Haltung zur Welt (wieder) zu finden.
Philosophisches Wandern bringt den Geist zur Ruhe
„Bereits Aristoteles wusste, dass das Wandern einen ganz besonderen Effekt auf die Psyche hat: es beruhigt und hilft dabei, die eigenen Gedanken zu ordnen. Durch eine philosophische Wanderung kann der Geist wieder zur Ruhe kommen und sich von bedrückenden Gefühlen und Gedanken befreien“, so Dr. Thomas Wachtendorf, Geschäftsführer der Akademie für angewandte Philosophie, die auch philosophisches Wandern anbietet. Nichts lenkt beim Wandern ab: kein Telefon, kein Termindruck und auch nicht die eingefahrenen Verhaltensmuster aus der gewohnten Umgebung. Der Stress lässt beim Wandern nach, der Mensch kann wieder zu sich kommen. Im Verbund mit der Philosophie wird Wandern zum philosophischen Wandern. Kurze philosophische Vorträge geben Anstöße, mit denen sich das Denken unterwegs beschäftigen kann. Anschließende philosophische Reflexionen strukturieren die Gedanken und bringen sie in einen Bezug zueinander und zum eigenen Leben. Durch diese systematische Reflexion wird das Urteilsvermögen jedes einzelnen reaktiviert. Das Ziel ist, dass nach einer Wanderung jeder einzelne Teilnehmer in der Lage ist, sowohl seine Stärken und Schwächen als auch seine Grenzen richtig einzuschätzen. Dadurch erlangt er die Kompetenz, die Anforderungen und Ereignisse des Alltags und des Arbeitslebens realistisch zu beurteilen und zukünftig auch in fordernden Situationen bewusst zu handeln.
Die positive Wirkung einer philosophischen Wanderung kann durch einen vorherigen Workshop oder ein anschließendes Entspannungstraining verstärkt werden. Dadurch können die Teilnehmenden konkrete Entspannungstechniken erlernen, die dabei helfen, mit dem alltäglichen Stress umzugehen und sich die bei der Wanderung gewonnene Ruhe zu erhalten. Philosophisches Wandern nehmen immer mehr Anbieter, die von diesem Trend profitieren wollen, in ihr Programm auf. Qualifizierte philosophische Wanderungen werden von geübten und erfahrenen Philosophen geführt oder begleitet. Bei der Auswahl eines Anbieters sollte man daher darauf achten, dass er in der Internationalen Gesellschaft für philosophische Praxis (IGPP) organisiert ist, deren Mitglieder philosophisch ausgebildet sind. Nähere Informationen zur philosophischen Praxis im Allgemeinen finden sich unter www.igpp.org. Alles Wissenswerte zum philosophischen Wandern gibt es unter http://www.peripatetikos.de.














