openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Offener Brief an die Landesärztekammern

08.06.201110:31 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Offener Brief an die Landesärztekammern
Das kritische Internetportal zum Medizin-, Pflege- und Gerontopsychiatrierecht - Lutz Barth
Das kritische Internetportal zum Medizin-, Pflege- und Gerontopsychiatrierecht - Lutz Barth

(openPR) Verehrte Damen und Herren Präsidenten.

Angesichts des zurückliegenden Deutschen Ärztetages und der dort getroffenen Beschlüsse insbesondere zu ärztlichen Sterbebegleitung bitte ich Sie eindringlich, nichts zu überstürzen.

Nehmen Sie Ihren neu gewählten Präsidenten der Bundesärztekammer beim Wort:



„Ein solcher höchster Schiedsspruch wäre das einzige Votum, das Frank Ulrich Montgomery akzeptieren würde. »Wenn uns dann ein staatliches Obergericht klar sagt, dass es anders zu sein hat, dann werden wir uns dem unterwerfen – das ist schließlich unsere Pflicht als Staatsbürger.«

(Quelle: ZEIT online v. 30.05.11, Seite 2)

Nun – ob es gleich eines Richterspruchs bedarf, gebe ich ausdrücklich zu bedenken, denn neben der Pflicht als Staatsbürger dürfte es unbestritten sein, dass auch die Landesärztekammern als Körperschaften des öffentlichen Rechts in einer besonderen Weise den Grundrechten verpflichtet sind (Art. 1 Abs. 3 GG).

Ich hielte es daher angesichts des Status der Landesärztekammern für sinnvoll, wenn nicht gar unumgänglich, sich nochmals der Bedeutung der Grundrechte auch Ihrer verfassten Mitglieder bewusst zu werden, bevor Sie das ärztliche Berufsrecht zu ändern gedenken.

Jenseits der widerstreitenden ethischen Grundsatzpositionen sollten Sie in Erwägung ziehen, eine externe professionelle Expertise einzuholen, die speziell unter verfassungsrechtlichen Aspekten betrachtet das Verbot der ärztlichen Suizidassistenz einer Prüfung unterzieht und ggf. den Auftrag erhält, geeignete, der Verfassung im Übrigen entsprechenden Alternativen aufzuzeigen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass es Ihnen die Basis der Ärzteschaft danken wird, wenn gerade unter dem Aspekt der individuellen Gewissensfreiheit das Verbot einer umfassenden Prüfung unterzogen wird.

Nehmen Sie sich bitte die entsprechende Zeit, denn nach Jahren endloser Debatten kommt es auf die wenigen Monate nicht an, um ggf. renommierte Verfassungsrechtler zur Thematik zu befragen und dann über die Verbotsnorm im ärztlichen Berufsrecht zu entscheiden.

In diesem Sinne könnte es sinnvoll sein, wenn die Landesärztekammern untereinander sich verständigen und ggf. zwei unabhängige Gutachter mit der Fragestellung beauftragen, bei denen aufgrund ihrer bisherigen Verlautbarungen absehbar ist, dass diese nicht zwingend einer Meinung sind.
Die Vorteile eines solchen Vorgehens sind unübersehbar: Es streiten zunächst unterschiedliche Argumente miteinander und sofern dann der Gutachtenauftrag daran gekoppelt wird, dass das Verbot der ärztlichen Suizidassistenz insbesondere im Lichte der Rechtsprechung des BVerfG zu überprüfen ist, lässt sich möglicherweise ein gemeinsamer Konsens ablesen, der Ihnen als Richtschur für Ihre Entscheidung, ggf. die Verbotsnorm im Landesberufsrecht aufzunehmen, dienen könnte.

Insofern werbe ich um eine außergerichtliche Lösung, bietet dieser Weg doch den Ärztekammern die Möglichkeit, mit Bedacht einen innerärztlichen Konflikt gelöst zu haben, der gerade auch mit Blick auf die drittbezogenen Patienteninteressen als angemessen und aus meiner Sicht auch notwendig erscheint.

Ich glaube, dass es keinen Sinn (mehr) macht, dass die Fronten weiter verhärten und demzufolge hoffe ich, dass Sie meinen Vorschlag wohlwollend in Erwägung ziehen.

Diejenigen, die diesen offenen Brief lesen und den „Vorschlag zur Güte“ unterstützen möchten, sind herzlich dazu eingeladen, ihn mit zu unterzeichnen.

Näheres dazu finden Sie auf der Homepage des IQB.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 544572
 806

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Offener Brief an die Landesärztekammern“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von IQB - Medizin-, Pflege- und Psychiatrierecht - Lutz Barth

Bild: Wir sollen nicht sterben wollenBild: Wir sollen nicht sterben wollen
Wir sollen nicht sterben wollen
Der „Diskurs“ (?) über das frei verantwortliche Sterben eines schwersterkrankten und sterbenden Menschen ist nach wie vor nicht nur soziologisch unterbelichtet, sondern zeichnet sich insbesondere durch Glaubensbotschaften der selbsternannten „Oberethiker“ und deren „Geschwätzigkeit“ aus. „Lebensschützer“ meinen zu wissen, was die Schwersterkrankten und Sterbenden wünschen und welcher Hilfe diese am Ende ihres sich neigenden Lebens bedürfen. Mit Verlaub: Es reicht nicht zu, stets die Meinungsumfragen zu kritisieren, in denen die Mehrheit der…
Bild: Sterbehilfedebatte - Der Kreis der ethischen Überzeugungstäter ist überschaubarBild: Sterbehilfedebatte - Der Kreis der ethischen Überzeugungstäter ist überschaubar
Sterbehilfedebatte - Der Kreis der ethischen Überzeugungstäter ist überschaubar
Es scheint an der Zeit, in einer hoch emotionalisierten Debatte „Ross und Reiter“ zu benennen, die sich fortwährend um den „Lebensschutz“ scheinbar verdienstbar gemacht haben und unbeirrt auf ihrer selbst auferlegten Mission fortschreiten. Einige politisch Verantwortlichen sind gewillt, die „Sterbehilfe“ gesetzlich zu regeln und wie es scheint, besteht das Ziel in einer strikten Verbotsregelung. Auffällig ist, dass es sich um eine handverlesene Schar von Ethiker, Ärztefunktionären, freilich auch Theologen und Mediziner handelt, bei denen ber…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Erster gemeinsamer Qualitätsbericht der Bundesärztekammer und der LandesärztekammernBild: Erster gemeinsamer Qualitätsbericht der Bundesärztekammer und der Landesärztekammern
Erster gemeinsamer Qualitätsbericht der Bundesärztekammer und der Landesärztekammern
… Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität in der Medizin. Diese Arbeit ist nun erstmals in einem gemeinsamen Qualitätsbericht der Bundesärztekammer und der Landesärztekammern dokumentiert worden. „Qualitätssicherung lebt vom Engagement der Beteiligten und der Bereitschaft zur selbstkritischen Überprüfung der diagnostischen und therapeutischen Prozesse, in …
Bild: Das Parlament der deutschen Ärzteschaft war rundum gut versorgtBild: Das Parlament der deutschen Ärzteschaft war rundum gut versorgt
Das Parlament der deutschen Ärzteschaft war rundum gut versorgt
Auch in diesem Jahr fanden sich die Delegierten der Landesärztekammern und Gäste aus Politik und Gesundheitswesen zu ihrem jährlich stattfindenden Kongress zusammen. In der Gastgeberstadt Hannover wurde im Rahmen eines Arbeitsplenums vom 28. bis 31. Mai 2013 über Gesundheits-, Sozial- und ärztliche Berufspolitik diskutiert und abgestimmt. Eröffnet wurde …
"Das Damoklesschwert ist beseitigt"
"Das Damoklesschwert ist beseitigt"
… abgegebenen Stimmen beschlossen hat. Im § 16 wird der umstrittene Satz "Sie dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten" gestrichen. Die MBO-Ä hat für die Landesärztekammern nur empfehlenden Charakter, wird aber in der Regel in die Berufsordnungen der Landesärztekammern übernommen und damit rechtsverbindlich. Das oberste Gremium der ärztlichen Selbstverwaltung …
Bild: Aktion ProQuote Medizin und DÄB für einen Neustart in Medizin- und Gesundheitswesen mit der QuoteBild: Aktion ProQuote Medizin und DÄB für einen Neustart in Medizin- und Gesundheitswesen mit der Quote
Aktion ProQuote Medizin und DÄB für einen Neustart in Medizin- und Gesundheitswesen mit der Quote
… der website www.pro-quote-medizin.de online. Zeitgleich wurde ein offener Brief an über 600 Adressaten – Dekane und Krankenhausträger, Fachgesellschaften und Berufsverbände, Bundes- und Landesärztekammern sowie den Bundesminister für Gesundheit verschickt. Auf diesen offenen Brief gab es bisher lediglich zwei Reaktionen – von einer Chefärztin, die die …
Bild: Spitta Kongress Kalender Medizin - Lückenlos informiert dank eines engmaschigen Netzes an KontaktenBild: Spitta Kongress Kalender Medizin - Lückenlos informiert dank eines engmaschigen Netzes an Kontakten
Spitta Kongress Kalender Medizin - Lückenlos informiert dank eines engmaschigen Netzes an Kontakten
… in regelmäßigem Turnus stattfindenden Kongresse vorhanden sind. Sie korrespondiert mit den medizinischen Fachgesellschaften im In- und Ausland, den Fortbildungsakademien der Landesärztekammern und anderen Institutionen und natürlich mit den PCOs, damit keiner der für den Kongressinteressenten wichtigen Termine fehlt. Ein Kommunikations-Netzwerk aus …
Bild: Größte deutsche Ärztegesellschaft für Manualmedizin DGCO e.V. fusioniert kleine Ärztegesellschaft DGMT e.V.Bild: Größte deutsche Ärztegesellschaft für Manualmedizin DGCO e.V. fusioniert kleine Ärztegesellschaft DGMT e.V.
Größte deutsche Ärztegesellschaft für Manualmedizin DGCO e.V. fusioniert kleine Ärztegesellschaft DGMT e.V.
… am Rande der Mitgliederversammlung mit. Durch den fusionsbedingten Zuwachs an Mitgliedern der DGCO e.V. wächst auch zukünftig deren berufspolitisches Gewicht bei den Landesärztekammern und der Bundesärztekammer. Ein maßgebliches Ziel des Jahres 2010 wird die Umsetzung des DGCO-eigenen "Wissenschaftszentrums zur Erforschung der Manuellen Medizin" an einer …
Bild: Debatte über das Sterben in Würde - Ärztekammern bleiben zum Nachdenken aufgefordertBild: Debatte über das Sterben in Würde - Ärztekammern bleiben zum Nachdenken aufgefordert
Debatte über das Sterben in Würde - Ärztekammern bleiben zum Nachdenken aufgefordert
… sonderlich überraschend, sondern vielmehr geradezu erwartet worden. Die Debatte wäre sicherlich noch ein Stück weit hitziger geführt worden, wenn Vertreter der BÄK resp. der Landesärztekammern sich hätten dazu entschließen können, entweder an der Podiumsdiskussion teilzunehmen resp. die VA zu besuchen, da auch die Besucher die Möglichkeit hatten, sich …
Erfolgsmodell wird fortgesetzt - MARVECS-Fortbildungen für Gynäkologen
Erfolgsmodell wird fortgesetzt - MARVECS-Fortbildungen für Gynäkologen
… 25 Fortbildungen jährlich angeboten werden. Das MARVECS-Fortbildungskonzept für Gynäkologen ist ein Win-Win-Modell für alle Beteiligten. Denn die Seminare sind von den Landesärztekammern zertifiziert. Auf diese Weise erhalten die teilnehmenden Gynäkologen für ihre Teilnahme im Durchschnitt 7-8 Fortbildungspunkte (CME). Für die kooperierenden Pharmaunternehmen …
Bild: Dringender Appell an die bundesdeutsche Ärzteschaft und ihre BerufskammernBild: Dringender Appell an die bundesdeutsche Ärzteschaft und ihre Berufskammern
Dringender Appell an die bundesdeutsche Ärzteschaft und ihre Berufskammern
… mehr oder minder basisdemokratisch Ihr ethisches Votum im Vorfeld abgeben. Es wäre eine sehr hilfreiche und vielleicht auch notwendige Geste, wenn Ihre jeweiligen Landesärztekammern Ihnen als unmittelbar betroffene Ärzte und Ärztinnen auf den Internetportalen der Kammern die Möglichkeit bieten würde, sich zu positionieren. Die ethische Kernfrage ist …
Bild: Aufruf an alle Landesärztekammern: „Wehret weiteren Schaden ab!“Bild: Aufruf an alle Landesärztekammern: „Wehret weiteren Schaden ab!“
Aufruf an alle Landesärztekammern: „Wehret weiteren Schaden ab!“
… der Eindruck einstellen, als bestehe seitens der BÄK kein Vertrauen in die moralische und ethisch-sittliche Integrität der einzelnen Ärztinnen und Ärzte. Die Landesärztekammern sind daher gut beraten, diesem moralischen Autoritätsanspruch der BÄK als eine „private Arbeitsgemeinschaft“ eine unmissverständliche Absage zu erteilen. Ihre Kammer ist als …
Sie lesen gerade: Offener Brief an die Landesärztekammern