(openPR) Der Leiter der Kultur- und Bildungsabteilung des Auswärtigen Amtes, Wilfried Grolig, wird an der offiziellen Eröffnung des Goethe-Instituts Kabul am 22.09.2003 teilnehmen. Herr Grolig wird seine Reise nach Kabul dazu nutzen, anhand ausgewählter Projekte auf das weitreichende kultur- und bildungspolitische Engagement des Auswärtigen Amtes in Afghanistan hinzuweisen. Monika Griefahn, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien, ist Mitglied der deutschen Delegation.
Im Laufe von 23 Jahren Bürgerkrieg wurden in Afghanistan die Grundlagen für ein politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich funktionierendes Staatswesen zerstört. Die internationale Gemeinschaft hat sich deshalb nach dem Ende des Taliban-Regimes 2001 die Aufgabe gestellt, dazu beizutragen, dass Afghanistan nicht erneut zu einem "sicheren Hafen" für Terroristen werden kann.
Das umfassende Engagement der Bundesregierung in Afghanistan erstreckt sich auch auf den Bereich der Bildungs- und Kulturpolitik. Fast zwei Drittel der Mittel des Auswärtigen Amtes für den Wiederaufbau in Afghanistan werden für kultur- und bildungspolitische Projekte eingesetzt. Mit dem Aufbau von weiterführenden Schulen und Hochschulen, einer Medienlandschaft, dem Einsatz für die Menschen- und Frauenrechte und für den Kulturerhalt leistet das Auswärtige Amt Grundlagenarbeit für die Begründung und Festigung einer aktiven und demokratischen Zivilgesellschaft. Investitionen in die Ausbildung der Menschen in Afghanistan sind zudem besonders nachhaltig; dies belegt auch die Tatsache, dass in der bilateralen Zusammenarbeit vielfach an Kontakte aus den Jahren 1950 bis 1970 angeknüpft werden konnte.
Die folgenden Projekte stehen exemplarisch für das deutsche kultur- und bildungspolitische Engagement in Afghanistan:
Am 22.09.2003 wird das Goethe-Institut Kabul als erstes ausländisches Kulturinstitut in Afghanistan offiziell eröffnet.
Das AA finanziert eine Jungen- und eine Mädchenschule (Amani- und Aisha-i-Durani-Schule) in Kabul. Sechs deutsche Lehrkräfte unterrichten an diesen Schulen und bilden die afghanischen Lehrkräfte fort.
In Zusammenarbeit mit dem DAAD wurden bislang 170 afghanische Hochschuldozenten in Deutschland fortgebildet. Damit vergibt Deutschland mit Abstand die meisten Stipendien an afghanische Hochschulangehörige. Außerdem unterrichten deutsche Dozenten an der Universität Kabul und bilden dort Studenten und Dozenten in verschiedenen Fachbereichen, u.a. auch in deutscher Sprache und Literatur, aus. In Kooperation mit dem DAAD und der TU Berlin wurde ein Rechenzentrum an der Universität Kabul eingerichtet.
Ein Schwerpunkt des diesjährigen Engagements des Auswärtigen Amtes liegt – in Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle und Nichtregierungsorganisationen - auf dem Aufbau einer Medienlandschaft. Als einziger ausländischer Sender beliefert die Deutsche Welle das staatliche afghanische Fernsehen täglich mit einem Nachrichtenblock in Dari und Paschtu. Ein wichtiges Ziel ist auch die Ausweitung der Medienarbeit auf die Provinzen.
Mit dem Sonderprogramm "Förderung von Frauen in den paschtunischen Stammesgebieten" soll Frauen der Zugang zum Bildungs- und Gesundheitssystem und in die Arbeitswelt ermöglicht werden. Aber auch bei allen anderen Projekten findet die Partizipation von Frauen besondere Berücksichtigung.
Das Auswärtige Amt setzt sich für den Kulturerhalt in Afghanistan ein. So konnten mit Mitteln des AA die historischen Babur-Gärten aus dem 16. Jahrhundert in Kabul restauriert werden. Dieses Projekt belegt auch die Nachhaltigkeit der deutsch-afghanischen Beziehungen: In den Babur-Gärten wurde 1912 die erste deutsche Delegation in Afghanistan empfangen und beherbergt.









