(openPR) Als unabhängige Vertretung des Mittelstands, der Klein- und Kleinstbetriebe bezeichnet sich der Landesverband des Bunds der Selbständigen. Doch da sehen ihn zahlreiche der angeschlossenen Ortsverbände schon länger nicht mehr und fragen sich ernsthaft, wo der Landesverband hin will. Die Konsequenz: Immer mehr BDS-Ortsverbände in Baden-Württemberg kündigen ihre Mitgliedschaft im Landesverband wie jetzt aktuell im Kreisverband Ludwigsburg Freiberg am Neckar neben Pleidelsheim, Asperg, Tamm, Oberstenfeld und Schwieberdingen.
„Ich war immer ein Befürworter der Zugehörigkeit zum Landesverband, doch nach der RVM-Geschichte im letzten Jahr gingen mir endgültig die Argumente aus“, so die Ortsvorsitzende Freiberg und stellvertretende Kreisvorsitzende Ludwigsburg Sabine Leuschner. Mit RVM, einem großen Versicherungsmakler aus dem Heimatkreis des BDS Hauptgeschäftsführers Joachim Dörr, hatte der Landesverband 2010 einen Kooperationsvertrag geschlossen. In einem Mitgliedsrundschreiben wurde die Kooperation massiv beworben: „Den geschäftsführenden Landesvorstand beschäftigt die Optimierung der Absicherung der BDS-Mitgliedsunternehmen schon seit langem. Zu oft trafen sie gerade bei Mitgliedsunternehmen im gewerblichen Bereich folgende Situation an: Eine Fülle von verschiedenen Versicherungsverträgen; Eine Vielzahl von Versicherern; Ein kaum vorhandenes Versicherungskonzept; Kein Gesamt-Risikomanager an der Seite der Mitgliedsunternehmen, sondern eine Reihe von einzelnen Versicherungsvermittlern. Im Ergebnis ergeben solche Konstellationen regelmäßig: Existentielle Deckungslücken, Ärger und Stress im Leistungsfall, Existenzbedrohung des Betriebs im Schadensfall.“ Das verspricht der BDS zu ändern und hat deshalb „EXKLUSIV einen unabhängigen Partner an Bord geholt, die RVM…“. Verständlich, dass die im BDS oft sehr engagierten Makler empfindlich reagierten, gibt es doch seit längerem bereits eine Kooperation mit der Allianz, an der der Landesverband verdient. Daraufhin angesprochen heißt es von Seiten des Landesverbands, man benötige diese Kooperationen zur Querfinanzierung um die Beiträge niedrig halten zu. „Bislang bewährte Umsetzungen mit der Allianz werden beibehalten und um Verbesserungen, die der Markt bietet, erweitert“, heißt es so auch im Rundschreiben. Doch genau mit ihren Beiträgen finanzieren die Mitglieder des BDS, darunter auch die zahlreichen Versicherungsmakler, eine offensichtlich gegen ihre Interessen ausgelegte Landesverbandspolitik. Statt die Geschäftsbeziehungen der Mitglieder untereinander zu fördern, lässt sich BDS Präsident Hieber im Einhefter „Der Selbständige kompakt Mai 2001“, eine Kooperation mit dem Haufe Verlag in „Pro Firma“, eine ganze Seite lang über das Thema Lebensversicherung aus, um am Ende zu dem Schluss zu kommen, dass man als Selbstständiger am besten noch in diesem Jahr eine abschließen sollte und natürlich - wir ahnen es bereits - dazu die Sonderkonditionen der mit dem BDS geschlossenen Rahmenverträge beachten solle. Ein ganz eigenes „G'schmäckle“ bekommt so auch das vom Landesverband via RVM angebotene „BDS-Basispaket“ für 360,- Euro jährlich. Sabine Leuschner führt dazu aus, dass der BDS Ortsverband Freiberg von 90,- Euro Mitgliedsbeitrag 50,- Euro an den Landesverband abführen müsse. Allein dieses „Basispaket“ koste den Verein demnach 9 verbleibende Mitgliedsbeitragsanteile. Seit 3 Jahren hat der Ortsverein Freiberg allerdings eine Vereinshaftpflicht für 120,- Euro jährlich, also ganze 3 Mitglieds(rest)beiträge. Diese Versicherung hatte ein Makler, ein sehr engagiertes BDS-Mitglied, ausgehandelt und wollte sie über den Landesverband den Ortsverbänden anbieten. Ohne groß daran verdienen zu wollen, wohlgemerkt. Und jetzt dürfen wir uns fragen, weshalb der Landesverband diese Vermarktung hinausgezögert hat um wenig später ein drei Mal so teures Produkt zu bewerben? Quo vadis Landesverband? Weit weg von deinen Mitgliedern, die jetzt ihrerseits anfangen zu gehen, weil sie keine Lust mehr haben, diese „unabhängige Interessenvertretung“ mit ihren Beiträgen zu finanzieren.











