(openPR) Der Filmregisseur Chung Chuan aus Taiwan kommt nach München, und im Gepäck hat er zwei Dokumentarfilme: und . Die beiden Filme werden im Institut für Sinologie der Ludwig-Maximilians-Universität in der Kaulbachstraße 51a (Rgd.) am Sonntag, dem 22. Mai 2011, um 15:00 Uhr gezeigt. Der Regisseur wird selbst in seine Doku-Filme einführen und für Fragen zur Verfügung stehen.
Das Besondere an Chungs Werdegang ist, dass er 2003 zum Studium nach China an die renommierte Pekinger Film Akademie ging wo er das Fach Dokumentarfilm belegte. Nach vielen Jahren auf dem chinesischen Festland kehrte der Jungregisseur vor kurzem nun nach Taiwan zurück. Ein Thema, das ihn besonders beschäftigt und in das seine Erlebnisse und Erfahrungen als Taiwanese in China einfließen, ist die Identitätssuche der Taiwanesen. Das Hauptaugenmerk gilt der Frage, wie die Identität eines Individuums durch die neue und alte Geschichte, durch die traditionelle und moderne Gesellschaft sowie durch die ursprüngliche und die fremde Kultur in einem Land geprägt wird. Im Fokus seiner Analyse zu diesem Themenkomplex stehen auch der politische Konflikt zwischen Taiwan und China einerseits und die innenpolitische Auseinandersetzung in Taiwan andererseits.
57 Min., OmdU Chung Chuan
Tai-Bei-Jing symbolisiert die drei Hauptstädte, Taipeh, Peking und Tokio. In dem Dokumentationsfilm nimmt sich der Regisseur drei Sportereignisse vor, um die jeweilige Nationalidentität genauer zu analysieren. Zunächst die Olympischen Spiele 2004 in Athen, als die taiwanesische Baseball-Mannschaft gegen Japan spielte. Dann den Fußball-Cup Asien 2004, als die VR China gegen Japan antrat und zuletzt den Baseball Classic-Weltcup 2006 als Taiwan gegen die VR China spielte. Chung beobachtete die Zuschauer bei den drei Spielen, um zu analysieren wie sie sich aufgrund ihrer Nationalität verhielten. Unterstützen taiwanesische Zuschauer bei einem Spiel China gegen Japan eher China oder Japan? Der Film führt uns dokumentarisch die Problematik der Entwicklung einer nationalen Identität deutlich vor Augen.
78 Min., OmdU Chung Chuan
Aufgrund der politischen Ideologie der chinesischen Regierung, die eine Politik des „Einen Chinas“ vertritt und darauf besteht, „Taiwan ist ein untrennbarer Teil Chinas“, wird Taiwan auf der internationalen politischen Bühne isoliert, und nur noch wenige Nationen pflegen diplomatische Beziehungen zu Taiwan. Selbst bei den Olympischen Spielen darf Taiwan nicht mit seiner Nationalflagge antreten. Nun haben sich Gruppen von jungen Taiwanesen gebildet, die eine bestimmte Sportart favorisieren und ihren Mannschaften rund um den Globus folgen, um sie bei den Spielen anzufeuern. Sie sind frei von politischer Ideologie, sie identifizieren sich ganz einfach mit Taiwan als ihrem Vaterland. Selbstbewusst zeigen sie ihren positiven Patriotismus und schwenken bei internationalen Sportveranstaltungen begeistert die verbotene Nationalflagge ihres Landes. Leider wird diese patriotische Haltung von der VR China als terroristischer Akt betrachtet, aber auch die beiden großen Parteien in Taiwan begrüßen diese zur Schau gestellte Begeisterung mit einem Nationalsymbol nicht. Der Film dokumentiert, dass es nicht einfach ist, eine gesunde nationale Identität zu entwickeln.



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