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Chronischer Botulismus jetzt auch bei Hunden und Katzen?

09.05.201117:59 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
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Chronischer Botulismus jetzt auch bei Hunden und Katzen?
Chronischer Botulismus jetzt auch bei Hunden und Katzen?

(openPR) Nicht nur Rinder und Schweine sind nachweislich vom chronischen Botulismus betroffen, einer schleichenden „Vergiftung“ mit dem Toxin von Clostridium botulinum, wie u.a. von der Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) im münsterländischen Horstmar-Leer veröffentlicht wurde. Jetzt scheint auch der Nachweis bei Hunden und Katzen dieser unheimlichen Erkrankung vollzogen zu sein. Und damit müssen die Forderungen des hohen Forschungsbedarfs, die die GÖTTINGER ERKLÄRUNG der AVA fordert, noch deutlicher herausgestellt werden.


Seit ca. zwei Jahren diagnostiziert die engagierte Tierärztin für Heimtiere, Dr. Christina Heigl aus Kolbermoor (Bayern), ein neues Krankheitsgeschehen bei Hunden und Katzen in Europa.
Ohne Behandlung endet diese Erkrankung fast immer tödlich. Selbst auch Besitzer erkranken an dieser unheimlichen Infektion. Ihre Beobachtungen des charakteristischen Krankheitsverlaufes in den letzten beiden Jahren schildert sie wie folgt:

Vor dem eigentlichen Ausbruch der folgenschweren chronischen Botulismuserkrankung wirken viele Hunde und Katzen, die in ihre Kleintiersprechstunde gekommen sind, zu dick und zeigen sehr häufig Wassereinlagerungen. Weiterhin beobachtet die Tierärztin Erbrechen unverdauter Nahrung, das sehr oft mit wässrigem, zum Teil blutigem Durchfall, gekoppelt ist. Die Tiere wirken apathisch und nehmen kaum Futter auf. Nach dem Durchfall folgt die Verstopfung. Sehr schnell verlieren dann die betroffenen Hunde und Katzen an Gewicht. Bei sehr vielen Katzen fällt starkes Kopfschütteln auf – jedoch ohne dass eine Ohrenentzündung festgestellt werden kann. Bereits relativ früh kommt es bei Hunden zu mehr oder weniger starken Augenschleimhautentzündungen (wässrig bis blutig), bei den Katzen fallen blutige Krusten um die Auge auf, verbunden mit trockenen und tiefmelonenrot erscheinenden Augenschleimhäuten. Es folgt ein akutes Nierenversagen, mit zum Teil unkontrolliertem Harnabsatz, der oft im Schlaf auftritt. Weiterhin fallen hochgradige Gelenksschmerzen, Bewegungsstörungen, Teilnahmslosigkeit (Apathie), gekrümmter Rücken (bei Katzen) und starkes Hecheln (bei Hunden) auf. Leider versterben viele Tiere. Bei Katzen können Ekzeme am ganzen Körper, bei Hunden Abszesse oder Nekrosen im Zehenbereich, an Schleimhäuten, Haut, Ohrspeicheldrüsen und Augenlidern festgestellt werden. Die Tiere wirken wie betrunken, sind zum Teil orientierungslos und Hunde werden im Spätstadium des chronischen Botulismus oft aggressiv gegenüber ihren Besitzern. Katzen entwickeln diese Aggressivität gegenüber Artgenossen, mit denen sie bereits länger ohne Probleme zusammen gelebt haben.
Trotz intensiver Behandlung (u.a. Antibiotika) treten besonders bei Katzen alle 3 – 4 Wochen Rückfälle auf. Ohne Behandlung ist die Erkrankung fast immer tödlich. Bei Hunden sieht man vermehrte, zähe Speichelbildung. Kurz bevor die Tiere sterben, tritt Atemnot auf, wahrscheinlich bedingt durch Lähmungserscheinungen. Die Tiere ersticken letztendlich.

Von Februar bis April 2011 wurden im mikrobiologischen Institut der Veterinärmedizinischen Universität Leipzig (Prof. Dr. Monika Krüger) unterschiedliche Typen von Clostridium botulinum (Botulismus) und deren Neurotoxine (Nervengifte) nachgewiesen Die Mehrzahl der untersuchten Kotproben wiesen starke Veränderungen der Magen-Darm-Flora auf (Dysbiose). Die stark ausgeprägten krankhaften Veränderungen der Schleimhaut des Verdauungstraktes lassen auch eine primäre Vergiftung vermuten, mit der Folge einer anschließenden massiven Infektion mit Clostridienkeimen, die normalerweise für Hunde und Katzen nicht unbedingt gefährlich sind.
Sehr auffällig sind die Ähnlichkeiten der Symptome der erkrankten Hunde und Katzen mit denen des Chronischen Botulismus bei Kühen. Jedoch ist sich Frau Dr. Heigl sicher, dass hierbei erst primär eine schwere Vergiftung das darauf folgende chronische Infektionsgeschehen mit Clostridium botulinum und anderen Clostridien bedingt. Damit wird deutlich, dass die Kombination verschiedenster Ursachen letztendlich die krankhaften Erscheinungen des chronischen Botulismus auslösen.
Die Veterinärin Dr. Christina Heigl: „Inzwischen haben wir Beweise, dass die Botulismusinfektion von Tier zu Tier und sogar auf den Menschen übertragen werden kann.
Den Auslöser der Vergiftung konnten wir inzwischen isolieren, warten jedoch noch auf die Sicherung der Gegenproben.“

Damit muss auch die Zoonosenverordnung greifen, die letztendlich die Verbraucher vor vom Tier auf den Menschen übertragbare Erkrankungen schützen soll. Die Veterinärämter und Gesundheitsbehörden sind diesbezüglich nun besonders gefordert.

Die Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) sieht mit dem Krankheitsbild des chronischen Botulismus nun bei Hunden und Katzen noch mehr Forschungsbedarf, sich wissenschaftlich mit den Ursachen dieses Erkrankungsbildes intensiv auseinander zu setzen (siehe Göttinger Erklärung der Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA)). Besonders die Ähnlichkeit der Krankheitssymptomatik bei den Kleintieren mit den Rindern macht sehr nachdenklich, denn die Übertragbarkeit vom Rind wurde vom Neurologen Prof. Dr. Dirk Dressler, MH Hannover, bereits nachgewiesen. Und so scheint es nun auch eine Ansteckung für den Menschen von Hunden und Katzen möglich zu sein. Trotzdem sieht man, jedenfalls was den Rinderbereich angeht, diesbezüglich von der politischen Seite aus keinen Handlungsbedarf.




EG Hellwig, Gründer und Leiter der Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA)
Dorfstrasse 5 - D 48612 Horstmar-Leer
fon: +49-(0)2551- 7878 fax: +49-(0)2551-83 43 00
E-Mail www.ava1.de

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