(openPR) Hamburg, 4. Mai 2011 (kk) - Von allergrößter Seltenheit ist die vollständige Reihe von John Hills Meisterwerk „The Vegetable System“, eine der großartigsten und aufwändigsten botanischen Publikationen des 18. Jahrhunderts. Mit einem Schätzpreis von EUR 80.000 kommt das Buch am 23. Mai bei Ketterer Kunst in der Auktion Wertvolle Bücher in Hamburg zum Aufruf.
Die 26 Bände mit 1544 kolorierten Kupfertafeln geben eine umfassende Beschreibung von 26.000 verschiedenen Pflanzen. Selbst der große Carl von Linné, der Begründer der modernen Taxonomie, bemerkte ehrfürchtig: „Ich fiel fast in Ohnmacht angesichts der Großartigkeit von Hills Arbeit...“ (Henrey). John Hill widmete sein Lebenswerk, das ihn trotz finanzkräftiger Sponsoren in den Bankrott führte, dem Prince of Wales und späteren George III.
Ein weiteres Rarissimum ist die kolorierte Vorzugsausgabe der überaus prachtvollen Tafelfolge „Vestigia delle terme di Tito“ von Ludovico Mirri aus dem Jahr 1776. Die Folge von 59 doppelblattgroßen Kupfertafeln mit den berühmten Wand- und Deckenmalereien der Domus Aurea in Rom wurde von Marco Carloni nach den Zeichnungen von Franciszek Smuglewicz und Vincenzo Brenna gestochen. Die mit sieben Aquarellen von Smuglewicz versehene Ausgabe kommt mit einem Schätzpreis von EUR 50.000 zum Aufruf.
Von Italien nach Spanien und Portugal entführt Pieter van den Berge mit seinem „Theatrum Hispaniae“, das um 1700 in Amsterdam erschien. Die ausgesprochen seltene Folge mit 60 Kupfertafeln in zeitgenössischem Kolorit zeigt prachtvolle Ansichten der bedeutendsten Städte dieser Länder und geht mit einer Taxe von EUR 30.000 an den Start.
Ebenso hoch wird auch Wassily Kandinskys mit 12 Farbholzschnitten und 44 Schwarz-Weiß-Holzschnitten illustriertes Buch „Klänge“ von 1913 bewertet. Laut Lothar Lang, dem angesehenen Expressionismus-Experten, handelt es sich hier nach den Büchern des Jugenstils um „das erste aus der Zeit des Expressionismus, das in allen seinen Teilen, von der Schrift über deren Grad und Durchschuß bis zum Satzspiegel, der Illustration, dem Papier und dem Einband, einheitlich durchkomponiert ist“.
Außergewöhnlich gut besetzt ist auch die Abteilung der Naturwissenschaften. Exemplarisch sei hier die mit EUR 35.000 angesetzte erste Ausgabe von „De crepusculis liber unus“ von Pedro Nunez genannt. Diese grundlegende naturwissenschaftliche Abhandlung ist das wohl wichtigste Werk des portugiesischen Mathematikers und Astronomen und enthält unter anderem seine Abhandlung zum Problem der kürzesten Dämmerung.
Darüberhinaus glänzt die Abteilung Alte Drucke auch mit Christóbal Acostas „Tractado de las Drogas“, einer seltenen ersten Ausgabe des einflußreichen Werkes über nicht-europäische Pflanzen und ihre medizinischen Wirkungen. Das 1578 erschienene Buch kommt mit einer Schätzung von EUR 24.000 zum Aufruf.
Das erst in Hamburg gedruckte Buch und zudem die einzige datierte Hamburger Inkunabel kommt mit dem „Marienlob“ des Jacobus de Voragine zur Versteigerung. Die Schätzung für das 1491 erschienene „Laudes beate Mariae virginis“ liegt bei EUR 20.000.
Für Spannung im Auktionssaal und für starke Ergebnisse in der Abteilung Medizin dürfte u.a. William Harveys „De motu cordis & sanguinis“ in der vollständigen dritten und äußerst seltenen Ausgabe von 1639 sorgen. Die Taxe für dieses epochale Werk, das erstmals die Entdeckung und den experimentellen Nachweis des Blutkreislaufs beschreibt, liegt bei EUR 20.000.
Für EUR 14.000 könnte Johann Jakob Marinonis „De astronomica specula domestica“ aus dem Jahr 1746 zu haben sein. Das prachtvoll illustrierte Buch des kaiserlichen Hofmathematicus und Lehrers der Kaiserin Maria Theresia ist eine Beschreibung seines berühmten Privatobservatoriums mitsamt den zahlreichen Instrumenten.
Abgerundet wird die Offerte von einem reichhaltigen Angebot schöner Inkunabeln, darunter die mit kolorierten Holzschnitten illustrierten „Sermones in Duytssche“ des Bernard von Clairvaux. Neben der ersten holländischen Ausgabe, die ebenfalls bei Pieter von Os in Zwolle erschien, ist es die einzige Inkunabelausgabe der berühmten Predigten, die in einer Volkssprache herausgegeben wurde. Der Schätzpreis für das vorliegende Exemplar aus der Sammlung Otto Schäfer liegt bei EUR 30.000.
Neben Wertvollen Büchern, Manuskripten, Autographen und Dekorativer Graphik werden Arbeiten der Maritimen und Norddeutschen Kunst angeboten. Während letztere mit Werken von Reinhard Drenkhahn, Rudolf Hellgrewe und Rudolf Höckner aufwartet, kommen im Bereich der Maritimen Kunst interessante Arbeiten u.a. von Franz Karl Herpel, Johannes Holst und Robert Parlow zum Aufruf. Ein besonderes Augenmerk richtet sich auf Edward Cucuels Ölgemälde „Im Hamburger Hafen 'Von der Südsee zurück'“. Um 1921-22 entstanden, kommt das 80,5 x 80,5 cm große Werk mit einer Taxe von EUR 8.000 zum Aufruf.
Vorbesichtigung
11.-13. Mai, 11-17 Uhr
16.-20. Mai, 11-17 Uhr
22. Mai, nach Vereinbarung
im Hamburger Meßberg 1
Auktion
23. Mai ab 09:30 Uhr - Maritime und Norddeutsche Kunst
23. Mai ab 10:00 Uhr - Wertvolle Bücher - Hauptauktion
23. Mai ab 17:00 Uhr - Abendauktion
im Hamburger Meßberg 1













