(openPR) Ab dem 15. April 2011 präsentiert das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité (BMM) eine neue Sonderausstellung. Unter dem Titel „Zwillingsbilder. Röntgenfotografien von Skulpturen“ zeigt die Kuratorin Uta Kornmeier zwanzig Radiografien von Skulpturen unterschiedlichster Materialien aus Marmor, Bronze oder Holz. Dabei werden spektakuläre und unvermutete Einblicke in das Innenleben der Skulpturen sichtbar.
Skulpturen werden geröntgt, um ihren Aufbau zu untersuchen. So wird beispielsweise festgestellt, ob für das Auge unsichtbare Risse das Kunstwerk gefährden können. Ein Röntgenbild zeigt auch, welche Materialien verwendet, ob Restaurierungen oder Veränderungen vorgenommen wurden und wie viel originale Substanz erhalten ist. Vor allem aber zeigt ein Röntgenbild, wie ein Bildwerk hergestellt wurde: Auch wenn ein Künstler die Außenseite perfekt gestaltet hat, bleiben unter der Oberfläche die Spuren seiner Arbeit erhalten. Diese Spuren zeichnen sich im Röntgenbild als Strahlenschatten ab. Das Spurenlesen erfordert große Erfahrung mit den bildgebenden Verfahren der Radiologie und ein immenses Wissen über die technischen Möglichkeiten, künstlerischen Fähigkeiten und persönlichen Vorlieben eines Künstlers.
Abgesehen von den diagnostischen oder forensischen Möglichkeiten der Röntgentechnik entstehen dabei gleichzeitig Radiografien von faszinierender Schönheit und überraschender Ausdrucksfähigkeit. Als ästhetisches Objekt hat das Röntgenbild seinen ganz eigenen Reiz, der seine Wirkung auch mal im Gegensatz zur Ästhetik des eigentlichen Kunstwerkes entfalten kann. Es ist ein Zwillingsbild – ähnlich, aber doch eigenständig und individuell.
Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin statt und ist als Intervention in die Dauerausstellung des BMM bis 05. Juni 2011 zu sehen.
Die Bilder der Ausstellung sind Leihgaben aus der Skulpturensammlung - Staatliche Museen zu Berlin, dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles und Malibu, dem Museum of Fine Arts in Boston und dem Straus Center for Conservation & Technical Studies der Harvard Art Museums, Cambridge.
Informationen auch auf www.bmm.charite.de und www.zfl-berlin.org.





















