(openPR) 24. September 03
Anlaesslich der heutigen Beratung im Ausschuss fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ) des Deutschen Bundestages zu HIV/Aids erklaeren Karin Kortmann, Sprecherin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der SPD-Bundestagsfraktion und Dr. Erika Ober, stellvertretendes Mitglied im AwZ:
In der heutigen Sitzung zum Globalen Fonds zur Bekaempfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) hat Prof. Richard Feachem, Exekutivdirektor des GFATM, eindruecklich die Arbeit des GFATM geschildert.
Als neues Finanzierungsinstrument von Regierungen und Privaten im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria ist der GFATM aus der UN-Vollversammlung 2000 und dem G8-Gipfel im Januar 2001 hervorgegangen. Vor 18 Monaten konnte der GFATM seine Arbeit aufnehmen und ist derzeit mit 160 Programmen in
93 Staaten aktiv. Die Gesamtzusagen an den Fonds liegen bei rund 3,38 Milliarden US-Dollar. Es wird daran gearbeitet, den Anteil der Privatwirtschaft zu erhoehen, der derzeit insgesamt noch sehr gering ausfaellt.
Die Zahlen der Vereinten Nationen geben erschuetternde Auskunft ueber das Ausmass der Pandemie Aids: Weltweit haben sich seit dem Ausbruch von HIV/Aids 65 Millionen Menschen infiziert und rund 23 Millionen Menschen sind bereits gestorben. Fuer Ende 2002 wird die Zahl der Infizierten weltweit auf 42 Millionen geschaetzt, davon ueber drei Millionen Kinder unter 15 Jahren.
Der Grossteil der Betroffenen lebt in Afrika. Doch Steigerungsraten in Indien, China, Russland oder Osteuropa legen den Schluss nahe, dass auch dort mit gravierenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen zu rechnen ist, wenn nicht verstaerkt gegen die Ausbreitung angegangen beziehungsweise den Menschen keine medikamentoese und soziale Betreuung zugaenglich gemacht wird. Derzeit hat weltweit nur ein Prozent der Betroffenen Zugang zu helfenden Medikamenten.
UNAIDS rechnet bis 2010 zusaetzlich mit rund 45 Millionen neu infizierten Menschen. Zunehmend sind Frauen und Maedchen von der Epidemie betroffen. Frauen haben vielfaeltige gesellschaftliche Aufgaben: Kindererziehung, Kranken- und Altenpflege, Haushaltsfuehrung und Erwerbstaetigkeit. Durch ihren Ausfall potenzieren sich die gesellschaftlichen Auswirkungen von Aids. In der Anhoerung wurden Gruende genannt: Die physischen und sozialen Umstaende, in denen Frauen leben, erhoehen die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren. Deshalb muessen Frauen und Maedchen weltweit besondere Aufmerksamkeit erfahren.
Prof. Feachem wuerdigte mehrfach den finanziellen und technischen Beitrag Deutschlands zum GFATM. Er raeumte aber auch ein, dass der Beitrag Deutschlands mit seinem Gewicht in Europa und darueber hinaus groesser sein koennte. Dennoch sei die Bereitschaft Deutschlands zu langfristigen Zusagen lobenswert, weil dies die Arbeit der Aidsbekaempfung erleichtere. Bis 2007 hat die Bundesrepublik neben bilateral bereitgestellten Mitteln dem GFATM








