(openPR) Das Pro-Kopf-Einkommen der deutschen Bevölkerung ist netto real seit 1991 nicht mehr gestiegen – im Gegenteil, es ist um mehr als 5 % gesunken.
Daher ist es denn auch kein Wunder, dass in der gleichen Zeit die Handelsumsätze auch nur nominal gestiegen sind, aber nicht real. Aber parallel zu dieser Entwicklung sind die Verkaufsflächen im Handel um beinahe 50 % ausgebaut worden, so dass über 40 % „heiße Luft“ im deutschen Handel entstanden ist – und diese Luft muss raus! Denn das Ergebnis ist eine extrem sinkende Flächenrentabilität und das wirft zunehmend mehr Betriebe aus der Kurve.
Die Finanzkrise hat diese Entwicklungen noch verstärkt, dazu kommt des extrem preisorientierten Denkens des deutschen Durchschnittsverbrauchers. All dies hat zu einem scharfen Hyperwettbewerb geführt, der folgende Fragen aufwirft:
•Wie mag es denn weitergehen in den nächsten zehn Jahren im deutschen Handel?
•Was passiert in den nächsten Jahren?
•Was treibt den Handel an?
•Wie wird er sich voraussichtlich ändern?
•Wie kann und sollte man sich darauf einstellen?
Das sind die Fragen, die die Ulrich Eggert Consulting.Köln in ihrer neuesten Studie Megatrends 2020:Handelstrends praxisnah beantworten möchte.
Es wurden etwa 40 Megatrends herausgearbeitet, die die Entwicklungen der nächsten Jahre prägen werden. Im Folgenden sollen diese Trends in Kurzform dargestellt werden:
–Trend 1: Hyperwettbewerb – to be lunch or to have lunch
Der enorme Flächenüberhang von gut 40% im dt. Einzelhandel führt zu Preiskriegen
und extreme Kämpfe um das Geld der Verbraucher: Jeder gegen Jeden!
–Trend 2: Totale Ökonomisierung des Handels
Die Finanzkrise und ein Wachstum nahe 0 fördern die Konsolidierung im deutschen Handel – Restrukturierungen von Konzernen und Konzentration sind einige der Antworten.
–Trend 3: Flächenkonsolidierung
Der exorbitante Flächenausbau in den letzten Jahren beruht im Wesentlichen darauf, dass alte Flächen nur in geringem Umfang vom Markt verschwunden sind. Aber in Zukunft werden „gute“ Flächen „schlechte“ Flächen ersetzen. Leerstände und Flächenumwandlungen werden an der Tagesordnung sein.
–Trend 4: Wettbewerbstrends, Lebenszyklus und Marktanteile der Formate
Die Marktanteile verschieben sich drastisch. Letztlich sind es nur drei Formate, deren Marktanteil in den nächsten Jahren noch wachsen werden, nämlich: Discounter, Fachmärkte als Near-Discounter und die Versender – oder, wie man es heute besser sagt, der Distanzhandel, vor allen Dingen angetrieben durch E-Commerce und Multi Channel Retailing.
–Trend 5: Das I. Primat der Finanzen
Basel II erzwingt eine Konsolidierung auch im Finanzbereich des Handels und wird neue Finanzierungsformen nach vorne schieben. Das in der Finanzkrise etwas in Verruf geratene Mezzanine Kapital wird für den Mittelstand bedeutender und für die größeren Unternehmen das Thema Private Equity.
–Trend 6: Das II. Primat der Kostenoptimierung – E-Business
Wer die Kosten nicht im Griff hat, wird in finanzielle Probleme kommen. Controlling ist angesagt und hohe Investitionen in IT. Die unternehmerischen Prozesse werden mit E-Business-Software zusammengeführt.
–Trend 7: Das III. Primat - „Green Business“
LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) – als starker Verbrauchertrend - erwarten entsprechende Reaktionen des Handels. Green Business geht jedoch darüber hinaus: Corporate Social Responsibility, Compliance und Corporate Governance sind die Forderungen, insbesondere an große Unternehmen – aber nicht nur an sie!
–Trend 8: Logistik-Optimierung
In einer Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette – vom Vorlieferanten bis hin zum Endverbraucher – liegen noch die entscheidenden Rationalisierungspotenziale, vor allen Dingen für größere Unternehmen, die im Verbund oder mit Filialen arbeiten. RFDI – Radio Frequency Identification – für die Produktidentifikation und Kontrolle über den gesamten Lieferweg ist eines der entscheidenden Stichworte. Dieses Thema wird ergänzt durch City-Logistik in den Städten, um den Verkehr mit Groß-Lkw´s einzudämmen in den Stadtstraßen – und erweitert wird das Thema zunehmend durch „Kontraktlogistik“, also Aktivitäten, mit denen Logistikunternehmen für die Handelshäuser mehr als die Warenbelieferung übernehmen. Das kann die Aufbereitung von Waren, wie etwa das Aufbügeln der Bekleidung, das können Reparaturen sein, das kann aber auch die Gesamtübernahme des Komplexes E-Commerce bedeuten.
–Trend 9: Strategische Planung entscheidet über die Zukunft
Ohne exakte Planung und Kontrolle sowie anschließende Anpassung der Pläne oder der Maßnahmen läuft nichts mehr im Handel. Bauchmanagement ist vorüber.
–Trend 10: Innovationen entscheiden über die Zukunft
Alles, was neu ist, kommt an im Markt! Das bedeutet nicht nur ständig neue Produkte, sondern ständig neue Geschäftsprozesse, um die Kosten zu sparen, und ständig neue Geschäftsformate, um die Unternehmen in ihrer Attraktivität gegenüber dem Verbraucher nach vorne zu bringen. Hier ist nicht (nur) der Firmeninhaber in seinem „stillen Kämmerlein“ gefragt, sondern Open Innovation heißt die Zukunft: Mitarbeiter, Kunden und auch Dritte können hier unterstützend helfen.
–Trend 11: Formatgewinnung vor Preiswettbewerb
Die Preise sind so niedrig, sie können kaum mehr weiter sinken! Deshalb ist es entscheidend, dass der Handel mit den richtigen Formaten, mit den richtigen Konzepten an den Markt geht.
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–Trend 41: Virtuelle Unternehmen gewinnen durch stringentes Outsourcing
Im Rahmen kooperativer Aktivitäten wird das Outsourcing von Hilfsleistungen zu einem entscheidenden Mittel, die Kosten herunterzudrücken. Aber virtuelle Unternehmen gehen einen wesentlichen Schritt weiter – sie verlagern im Grunde genommen alle Aktivitäten an Dritte und behalten lediglich die Marke, die sie wie ein Netzgeflecht im Markt führen. Unternehmen wie Polo Ralph Lauren, Adidas, Red Bull und Ähnliche sind hierzu zu zählen, wenn auch nicht unbedingt in Reinkultur. In Zukunft werden auch die Verbundgruppen des Handels diesen Weg gehen.´
Diese und weitere 30 MEGA-Trends, die den Handel in den nächsten Jahren bewegen werden, sind detailliert in der Studie MegaTrends 2020: HandelsTrends mit über 500 Seiten und ebenso vielen Übersichten /Grafiken besprochen. Eine Kurzfassung zum kostenlosen Download und Informationen zur detaillierten Langfassung gibt es auf der Homepage des Herausgebers.



