(openPR) Friedland, 15. März 2011. Für das sogenannte Themen-Touring ist bei den deutschen Touristen ein positiver Trend auszumachen. Diese Art des Reisens bedient vorrangig das eigene Interesse oder Hobby, welches üblicherweise im Familienurlaub zu kurz kommt. Der Eisenbahnfreund gönnt sich eine Tour zu historischen Eisenbahnen, übernachtet im Salonwagen und bewegt eine Draisine durch eine romantische Landschaft. Der Porzellansammler schaut sich in Thüringer Manufakturen und Museen um. Burgenfreunde wandern entlang historischer Handelsstraßen von einer bayerischen Fürstenresidenz zur anderen. Die Erfindung themenorientierter Angebote reicht in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück. Was die Winzer mit der Weinstraße schon seit 1935 praktizieren, um gemeinsam ihre Vermarktungschancen zu erhöhen, entdeckten andere Branchen erst seit den 70er Jahren als Marketinginstrument. Aber erst in den vergangenen Jahren legte der themengebundene Tourismus unter dem Begriff „Ferienstraßen“ oder „Themenrouten“ deutlich zu. Von einem Boom der Themenrouten kann man erst in der zweiten Hälfte der 1990er Jahren besonders in Ostdeutschland sprechen. Gut 90 Prozent der Tourenangebote sind erst in den letzten 15 Jahren entstanden. In Deutschland gibt es derzeit etwa 150 Ferienstraßen, Kulturstraßen oder Themenrouten. Gut 50 davon überschreiten die Grenze zu den Nachbarländern, sind also europäisch. Insgesamt gibt es aber nur wenige, die sind über einen regionalen Wirkungsraum hinaus bekannt sind. Ausschlaggebend für den Erfolg einer solchen Unternehmung sind die Vernetzungsbereitschaft der potenziellen Teilnehmer und die eingesetzten finanziellen Mittel für die Werbung. Die Westallgäuer Käsestraße hat es schwerer, ins öffentliche Bewusstsein vorzudringen, als solche Großprojekte wie die Route der Europäischen Backsteingotik, die deutsche Alleenstraße oder die Deutsche Limes-Straße. Am meisten profitieren von den Routen solche Regionen, die erst durch spezielle Angebote in größerem Maße touristisch erschlossen wurden. Dort kann es bis zu 20 Prozent mehr Touristen geben. Einen Überblick zu den Ferienstraßen und Themen-Routen können sich Interessenten nur im Internet verschaffen. Zusammengefasst sind nahezu alle Angebote unter den Adressen deutsche-ferienstrassen.de oder ferienstrassen.info. Themen-Touren für Individualtouristen außerhalb der Vermarktungs- und Marketinggemeinschaften bietet das unabhängige Internetportal kulturreise-ideen.de des Medienbüros Stapf an. Hier sind bereits etwa 500 Touren mit rund 4500 Reisezielen eingestellt. In diesen Touren wird auch zusammengebracht, was sich sonst wahrscheinlich nicht zusammenfinden würde, beispielsweise Galerien der Klassischen Moderne und Gourmet-Restaurants in Hamburg, Klöster mit einem eigenen Weinberg in Österreich, der Schweiz und Südtirol oder noch existierende historische Kinos im Berliner Kiez. Immer mehr Touristen finden, dass schon das Suchen nach einer interessanten Route für das Themen-Touring einen hohen Entdeckungsfaktor hat.




