(openPR) Ueckermünde, 28. Juni, 2011. Die Pommersche Küche lässt sich mit ihrem deftigen Charakter und Geschmackseigenarten, so die landläufige Auffassung, kaum an den Gast bringen. Gleichwohl müsste sie gegenwärtig eine Renaissance erleben, ginge es danach, wie oft auf den Speisekarten der Restaurants an der Ostseeküste der Zusatz „pommersch“ zu finden ist. Martin Wünscher sieht jedoch die traditionelle Pommersche Küche eher in Gefahr. Was man als Trend auszumachen kann, so der Küchenchef und Hotelier des Hafenhotels „PommernYacht“ in Ueckermünde, ist eine Verfälschung oder Verwässerung der alten Rezepte. Entweder werden der Geschmack und die ernährungsphysiologischen Werte an aktuelle Standards angepasst oder das Gourmet-Styling lässt die Ursprungsidee des Gerichts kaum mehr ahnen. Eine solche Entwicklung sei für die Nutzung des touristischen Potenzials der regionalen Küche kontraproduktiv. Viele Feriengäste in den Seebädern äußern sich enttäuscht, wenn sich etwa die Fisch-Kreationen auf dem Teller wenig von denen Berliner oder Kölner Küchenchefs unterscheiden. Ein Vergleich macht das Problem deutlich. Man stelle sich vor, die Pfälzer Köche würden sich des deftigen Saumagens schämen und wegen moderner Energiewert-Tabellen und den Entwicklungen der modernen Küche den Rezepten in Gourmetmanier die geschmackliche Identität nehmen.
Martin Wünscher möchte etwas für die Rettung der Pommerschen Küche tun. Das Restaurant „Roter Butt“ in der „PommernYacht“ bietet seinen Gästen deshalb neben dem Angebot einer modernen internationalen Küche eine separate, saisonal wechselnde Pommernkarte als kulinarische Entdeckung an. Eine klare Vorstellung von der Pommerschen Küche muss erst wieder erarbeitet werden. Überlieferte Rezepte geben nur Anhaltspunkte, wie in Pommern gekocht wurde. Aber es geht dem Koch darum, die Eigenheiten des Geschmackskosmos der Pommerschen Küche für die Gäste erlebbar zu machen. Basis in der Geschmackskultur sind die sahnig-herbe Note, das fruchtige Brataroma und der Kontrast von Geräuchertem und Gemüsefrische. Beispielsweise finden wir das Sahnig-herbe nicht nur im Meerrettich-Sahne-Fond der Fischsuppe oder bei Hering mit Sahnestipp und Schwarzbrot, sondern auch beim Dessert. Bei der Götterspeise aus Pommern gesellen sich Sauerkirschen, Vanillepudding, Sahne und fein geriebenes Schwarzbrot zueinander. Zum Gebratenen gehört ein wunderbares Fruchtaroma dazu. Die Karte bietet hierzu Kalbsbraten mit Stachelbeersauce. Oder der grüne Kopfsalat wird mit Würfel von gebratenem Räucherspeck gereicht. Die Besucher im vorpommerschen Ueckermünde zeigen für dieses Experiment mit dem touristischen Geschmacksnerv großen Zuspruch. Die Pommernkarte zeigt sich gegen den Trend erfolgreich.












