(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Am Nachmittag kostete das Barrel US-Leichtöl (WTI) über 105 Dollar; Nordseeöl (Brent) 116 Dollar. Damit kehrten die Notierungen von ihren Tageshochs am Mittag zurück, der Rohölpreis bewegt sich aber weiter auf sehr hohem Niveau.
Maßgeblichen Einfluss haben nach wie vor die Unruhen in Nordafrika und Arabien; Libyen ist nur die Spitze des Eisberges. Auch in Saudi-Arabien, Bahrain, Jemen oder Oman rumort es mehr oder weniger. Der Ausnahmezustand ist quasi zur Normalität geworden. Wie lange noch, kann niemand seriös prognostizieren. Sollte der größte Ölexporteur Saudi-Arabien ernsthaft in diesen Strudel gezogen werden, sei laut Commerzbank-Experte „fast jeder Ölpreis“ zu rechtfertigen. Zurzeit regiert das saudische Königshaus mit Zuckerbrot und Peitsche, sprich Finanzgeschenken und Demonstrationsverbot.
Die mittelfristigen Aussichten sind nach Einschätzung Eugen Weinbergs nicht besser: „Nicht nur die tatsächlichen Produktionsausfälle, sondern vor allem die Ansteckungsgefahren der Nachbarregionen dürften die geopolitische Risikoprämie zunächst hoch halten. Wir haben deshalb unsere Preisprognose für Rohöl der Sorte Brent im zweiten Quartal auf 120 US-Dollar je Barrel angehoben.“
Spekulanten ist diese Gemengelage zudem eine Spielwiese. Allein in der Woche zum 1. März ist laut Commerzbank die Anzahl der Netto-Long-Positionen der Anleger um fast ein Drittel auf einen neuen Rekord von 268,6 Tsd. Kontrakten gestiegen.
In Folge der Marktentwicklung – und trotz des relativ starken Euros – zogen die hiesigen Heizölpreis heute deutlich um 94 Cent an. Die 100-Liter-Partie einer Gesamtlieferung von 3.000 Litern Heizöl EL kostet nun 87,08 Euro. Damit ist ein neues Jahreshoch erreicht. Zum Vergleich: Anfang 2011 waren die Bezugskosten für Endverbraucher noch rund 11 Euro niedriger.
Die Entwicklung der einheimischen Heizöl-Endverbraucherpreise im Bundesdurchschnitt und in den einzelnen Bundesländern zeigen die Grafiken auf dem Energieportal www.brennstoffspiegel.de in der Rubrik Marktdaten. Regionale Abweichungen sind marktbedingt jederzeit möglich.
Frank Urbansky
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