(openPR) Österreich muss sparen – diesem Motto folgend hat die aktuelle Regierung eine Reihe von Sparmaßnahmen für die nächsten Jahre beschlossen. Wie sich die Kürzung von Familienbeihilfen oder die Einführung neuer Abgaben auf die Kaufkraft und auf den Einzelhandel im Jahr 2011 auswirken wird, hat RegioData Research analysiert. Im langfristigen historischen Vergleich zeigt sich, dass die bisherigen Sparmaßnahmen der österreichischen Regierungen nur geringe Auswirkungen auf die Kaufkraft der Österreicher hatten.
Trend: Sparmaßnahmen treffen auch Handel, jedoch nur marginal!
Kürzungen im Bereich der Sozialleistungen sowie die Einführung neuer Steuern werden einen Einfluss auf die Kaufkraft der Österreicher haben. Dies wird auch die Einzelhandelsumsätze beeinflussen. Mit einem erwarteten Umsatzentgang von 0,4% halten sich die Auswirkungen auf den österreichischen Einzelhandel jedoch in Grenzen.
Trend: Kaufkraft und Einzelhandelsumsatz werden in Summe steigen!
Trotz Sparmaßnahmen und Inflation wird die durchschnittliche Kaufkraft der Österreicher in Summe um 2,6% nominell im Jahr 2011 steigen. Diese Erwartungen beruhen auf den positiven Wirtschaftsaussichten, der niedrigen Arbeitslosigkeit und der zufrieden stellenden Ergebnisse der Lohnrunden der Sozialpartner. Das erwartete Kaufkraftplus bedeutet auch für den Einzelhandel ein reales Wachstum von 0,8%.
Trend: Sparmaßnahmen wirken sich nur gering auf die Kaufkraft aus!
Die großen Budgetsanierungen der vergangenen Jahrzehnte haben nur geringe Auswirkungen auf die Kaufkraft der Österreicher gehabt. Der reale Kaufkraftrückgang belief sich auf maximal 0,6% im Vergleich zum Jahr zuvor (2001/2002), es folgten aber deutliche Zuwächse in den darauf folgenden Jahren.
Umsatzentgang im Einzelhandel: -0,4%!
Die österreichische Regierung hat zum Zwecke der Budgetsanierung Sparmaßnahmen für das kommende Jahr 2011 beschlossen, die sich auch auf den Einzelhandel auswirken werden. Kürzungen im Bereich der Familienbeihilfe und Einsparungen beim Alleinverdienerabsetzbetrag bedeuten weniger Einkommen insbesondere für Familien und Studenten. Die Einführung von neuen oder die Erhöhung bereits bestehender Steuern belasten ebenfalls das Budget der Österreicher. Nicht zu vergessen sind dabei die psychologischen Effekte der beschlossenen Sparmaßnahmen: In einem allgemeinen Klima des Sparens könnten sich auch die Hauhshalte in Konsumzurückhaltung üben. „Dennoch sind die Auswirkungen auf den Einzelhandel bei einem prognostizierten Umsatzentgang von rund 0,4% nur als marginal zu bezeichnen“, betont Pressesprecher Mag. Mark Ruhsam.
Selbst in den vergangenen zwei Jahren, als die Auswirkungen der Krise stärker spürbar waren, hat der österreichische Einzelhandel gute Umsätze verbuchen können. Mit realen positiven Wachstumsraten in beiden Jahren war er ein stabilisierender Faktor für die österreichische Wirtschaft.
In Summe steigt die Kaufkraft der Österreicher auch im Jahr 2011!
Grund zur Freude hat der Einzelhandel angesichts der in Summe kräftigen Kaufkraftzuwächse der Österreicher. Trotz der geplanten Sparmaßnahmen wird die durchschnittliche Po-Kopf-Kaufkraft auch im nächsten Jahr wachsen, prognostiziert um rund 2,6% nominell. Das entspricht einem Wert von über 450 Euro pro Kopf. Auch real, also inflationsbereinigt bedeutet dies ein Kaufkraftplus von 0,6%. Diese positiven Aussichten im Bereich der Kaufkraft werden auch dem Einzelhandel ein reales Plus von 0,8% bescheren, da knapp ein Drittel der zur Verfügung stehenden Kaufkraft einer Person in Österreich dem Einzelhandel zu Gute kommt. Der Rest wird für sogenannte Fixkosten (Wohnung, Energie, etc.) oder für Sparzwecke verwendet.
Grund für den Zuwachs ist der wirtschaftliche Aufschwung in Österreich sowie die im europäischen Vergleich sehr niedrige Arbeitslosenrate. Darüber hinaus werden die erwarteten Lohnsteigerungen über der Inflationsraten liegen, so wie die aktuellen Ergebnisse der Lohnrunden der Sozialpartner zeigen.
Für die Berechnung der Kaufkraft werden alle Einkommensarten berücksichtigt, das heißt Einkommen aus selbstständiger und unselbstständiger Arbeit, Pensionen und Renten, Zins- und Kapitaleinkommen, Gewinne von Unternehmen, Einkommen aus Vermietung und Verpachtung, etc., sowie Sozialleistungen, wie Arbeitslosengeld, Familienbeihilfe und Ähnliches.
Sparmaßnahmen haben nur geringe Auswirkungen auf die Kaufkraft!
Im langfristigen Vergleich zeigt sich, dass Budgetsanierungen und Sparmaßnahmen der österreichischen Regierungen nur geringe Auswirkungen auf die durchschnittliche Kaufkraft der Österreicher hatten. In den vergangenen 15 Jahren wurde mit knapp -0,6% der stärkste reale Kaufkraftrückgang der Österreicher im Jahr 2002 registriert. Der Kaufkraftrückgang in den Jahren 2001 und 2002 ist insbesondere auf die durch das Platzen der Dot-Com-Spekulationsblase entstandenen Wirtschaftskrise zurückzuführen. Die Sparmaßnahmen der österreichischen Regierung im Zuge des Nulldefizit-Programms spielten dabei nur eine marginale Rolle.
Auch der Kaufkraftrückgang im Jahr 2008 ist auf die globale Wirtschaftskrise und nicht auf Sparmaßnahmen der Regierung zurückzuführen, diese werden erst ab 2011 umgesetzt. Demnach zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Kaufkraft der Österreicher, dass diese viel stärker von (globalen) Wirtschaftskrisen als von Budgetsanierungsmaßnahmen der Regierungen abhängt.
Die durchschnittliche Kaufkraft eines Österreichers liegt aktuell bei rund 18.200 Euro und damit an fünfter Stelle europaweit. Für 2011 sehen die RegioData-Experten ein Wachstum der Kaufkraft über der Inflationsrate und damit erneut eine reale Zunahme des verfügbaren Einkommens. „Die österreichische Kaufkraft steigt langsam aber kontinuierlich weiter und dies bei einem bereits sehr hohen Niveau“, bringt der Pressesprecher von RegioData die Entwicklung der österreichischen Kaufkraft auf den Punkt.










