(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Mit Beginn des Handels in den USA haben die Ölpreise weiter angezogen. US-Leichtöl (WTI) ist mit fast 98 Dollar so teuer wie seit über zwei Jahren nicht mehr; und auch Nordseeöl (Brent) kostete mehr als 110 Dollar.
„Brent dürfte aufgrund seiner knapperen Verfügbarkeit und geografischen Nähe zudem stärker von den Unruhen in Libyen und der Gefahr der Ausweitung der Proteste auf andere ölproduzierenden Länder der Region profitieren.“, so die Rohstoffanalysten der Commerzbank. Eine Angebotsknappheit am Ölmarkt bestehe derzeit allerdings nicht. Letzteres bestätigt esyoil-Experte Klaus Bergmann. „Die Tatsache, dass die Ölversorgung der Abnehmerstaaten auch bei einem Totalausfall Libyens nicht gefährdet ist, findet derzeit keine Würdigung an den Börsen.“ „Spa?, sagt Bergmann, „haben nur die Spekulanten.“
Unterstrichen werden diese Einschätzungen durch Äußerungen aus Nahost. Saudi-Arabien hat im Falle eines Produktionsausfalls in Libyen angekündigt, als Lieferant einspringen zu können. Gerade für die Bundesrepublik Deutschland dürfte das von Interesse sein, war das Gaddafi-Land doch bislang ihr drittgrößter Öl-Geber. Jedoch, so Futures Services, weise das schwarze Gold der Saudis einen höheren Schwefelanteil aus als libysche Ware, was zu erhöhter Nachfrage nach schwefelarmem Öl führen könnte.
Zu den politischen Faktoren kommen gute Wirtschaftsdaten aus den Industriestaaten – allesamt Faktoren, die freilich auch vor dem Heizölpreis nicht Halt machen. Nach dem massiven Anstieg von gestern von über zwei Euro war zumindest für heute – dank des besser positionierten Euros – mit einem leichten Absinken der Bezugskosten zu rechnen. Diese Prognose trat ein, wenngleich der Verlust von 91 Cent auf 81,71 Euro (pro 100-Liter-Partie einer Lieferung von 3.000 Litern Heizöl EL) die jüngsten Aufschläge nicht komplett wett machen kann.
Die Entwicklung der einheimischen Heizöl-Endverbraucherpreise im Bundesdurchschnitt und in den einzelnen Bundesländern zeigen die Grafiken auf dem Energieportal www.brennstoffspiegel.de in der Rubrik Marktdaten. Regionale Abweichungen sind marktbedingt jederzeit möglich.
Frank Urbansky
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