(openPR) Am Freitag vergangener Woche war in Berlin eine Weltpremiere zu erleben. Der erste Notarztwagen - ausgestattet mit einem kompakten Computertomographen (CT) - kann bereits in kurzer Zeit nach Eintreffen des Rettungsdienstes eine sichere Diagnose zum Schlaganfall stellen.
21.02.2011, Berlin. Der mit spezieller Medizintechnik ausgestattete Notarztwagen ermöglicht es, bereits Minuten nach Eintreffen des Rettungsdienstes die sichere Diagnose „Schlaganfall“ zu stellen. Dies gelingt mit Hilfe eines kompakten Computertomographen (CT), der im Wagen angebracht ist. Er liefert die für den Schlaganfall charakteristischen Bilder verstopfter Gefäße im Gehirn bzw. kann andere Ursachen gestörter Hirnfunktionen ausschließen. „Unmittelbar nach dieser Diagnose kann die Therapie zur Wiedereröffnung der Gefäße einsetzen“, erläuterte der Leiter des Projekts, Prof. Heinrich Audebert, Klinik für Neurologie, Charité Universitätsmedizin Berlin und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed). Bei der so genannten Lysetherapie sorgen spezielle Medikamente dafür, dass die Verstopfung im Gehirn sich auflöst und die Gefäße wieder mit Blut versorgt werden können. „Je eher dies geschieht, desto weniger Gehirnzellen sterben ab und umso geringer sind die Folgeschäden“, betonte Prof. Audebert.
Das „Stroke-Einsatz-Mobil“ (STEMO) enthält Geräte, die es sonst nur in Kliniken gibt. Dazu gehören neueste Errungenschaften aus der bildgebenden Diagnostik, der Laboratoriumsmedizin und der Telemedizin. Anders als in bereits laufenden Pilotprojekten mit einem mobilen Computertomographen kann die komplette Rettungsversorgung einschließlich Intensivtherapie und Patiententransport innerhalb des Stroke-Einsatz-Mobil erfolgen. Expertinnen und Experten der Charité haben den neuartigen Rettungswagen gemeinsam mit der Berliner Feuerwehr und den brandenburgischen Unternehmen MEYTEC GmbH Informationssysteme, ebenfalls Mitglied der DGTelemed, und BRAHMS-GmbH in mehr als einjähriger Arbeit entwickelt. Er wird ab sofort im Berliner Stadtgebiet unterwegs sein. Durch das Spezialteam an Bord wird nicht nur der Transport zur Klinik verbessert, sondern es werden auch zeitraubende Patientenübergaben im Krankenhaus vor Behandlungsbeginn vermieden.
„Das Schlaganfallmobil steht beispielhaft für einen gelungenen Technologietransfer“ erklärt der brandenburgische Wirtschaftsminister Ralf Christoffers bei der Projekteröffnung in Berlin. „Die enge Verbindung zwischen Wirtschaft und medizinischer Forschung in der Gesundheitswirtschaft ist vorteilhaft für die gesamte Region“, hob er hervor.
Das Projekt wird durch die Technologiestiftung Berlin aus Mitteln des Zukunftsfonds des Landes Berlin, des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie durch das brandenburgische Wirtschaftsministerium gefördert.
An der Eröffnungsfeier nahmen auch der Vorstandsvorsitzende der Charité Universitätsmedizin Berlin, Herr Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, der Senator für Inneres und Sport, Herr Ehrhardt Körting, der Brandenburgische Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten Ralf Christoffers sowie Wilfried Gräfling, Berliner Landesbranddirektor teil.
Quelle: Pressemitteilung Charité Universitätsmedizin Berlin, 18.02.2011













