(openPR) Mit Beginn der Finanzkrise ist eine Epoche eingeleitet worden, in der nun konservative Assetklassen Stück für Stück aufgemischt werden. Größere Kursschwankungen und Verlustphasen, die sich über Monate und Jahre hinweg ausdehnen können, war man bisher doch überwiegend nur von Aktieninvestments gewohnt. Keineswegs jedoch von Assetklassen, deren Wertstabilität über mehrere Jahrzehnte hinweg einwandfrei nachgewiesen werden konnte. Investoren stehen nun vor einer sehr großen Herausforderung. Sie müssen alte Glaubenssätze über Bord werfen, um sich rechtzeitig für die neuen Marktgegebenheiten positionieren zu können.
Gerade bei offenen Immobilienfonds hatte der solide Deutsche gerne zugegriffen. Diese Assetklasse hat ihm handfeste gut vermietete Gebäude geboten und die Aussicht auf Erträge von ca. 3 bis 6 Prozent pro Jahr. Zudem war die tägliche Verfügbarkeit ein Argument, mit dem sich auch sehr vorsichtige Investoren zu einem Investment bewegen ließen. Über Jahrzehnte hinweg ist diese Kalkulation aufgegangen und gemäß dem Herdenverhalten, das Anleger zutage legen indem sie bewährten Investmentideen folgen, waren offene Immobilienfonds nicht nur fester Depotbestandteil von institutionellen Investoren, sondern auch bei privaten Anlegern hoch beliebt. Schonungslos hat die Finanzkrise sämtliche Schwächen dieser Anlageklasse offen gelegt. Und da nach so vielen sorglosen Jahren viele Fondsmanager die Qualität in ihren Portfolios vernachlässigt hatten, ist deutlich geworden, dass man Immobilienfonds nicht länger pauschal betrachten darf. Abwertungen und monatelange Aussetzer beim Pricing haben Immobilienfonds als Assetklasse von dem Sockel gestoßen auf den Anleger sie höchst selbst gehoben hatten. Zukünftig werden sich nur noch Fonds mit qualitativ hochwertigen Objekten und gutem Management durchsetzen können.
Qualität und aufmerksames Management ist ab sofort auch beim Kauf von Anleihen wichtiger denn je. Die renommierte Kölner Fondsboutique Flossbach von Storch weist in ihrem Jahresbericht darauf hin, dass die jetzige Schuldenkrise den Übergang in eine Welt einleitet, in der Staatsanleihen westlicher Industrienationen und Bankguthaben nicht mehr undifferenziert als sicher bezeichnet werden können.
Politisch bedingt löst sich damit zurzeit das Wohlgefallen der letzten verbliebenen konservativen Anlageklasse auf. Anleihen sind in nahezu allen Investmentportfolios vertreten und in den vergangenen 10 Jahren zählten sie sogar zu der erfolgreichsten Anlageklasse überhaupt. Aktieninvestments konnten sie dabei weit hinter sich lassen. Lediglich mit Rohstoffen ließen sich höhere Gewinne erzielen. Allerdings nur, wenn Investoren auch bereit waren, dafür die extrem hohen Kursschwankungen in Kauf zu nehmen.
Auch die Stuttgarter smart-invest weist eindringlich darauf hin, dass die Vergangenheitsbetrachtung von Anleihen sich nicht mit den zukünftigen, stark verschlechterten Chancen dieser Anlageklasse decken können wird. Smart-invest betrachtet die gegenwärtig niedrigen Zinsen als historisch einmalige Phase. Das Zinsniveau entschädige nicht für das mit dem Kauf verbundene Risiko. Ziehen die Zinsen wieder an, bestehe die akute Gefahr von Kursverlusten. Billiges Geld der Zentralbanken halte die Ausfallraten zwar noch niedrig. Doch sollten erste Anleihen platzen sinke die Bonität der Emittenten und die Kurse fallen.
Der Bonitätsbewertung der USA hat sich mittlerweile die Dagong Global Credit Rating Agentur angenommen. Nachdem die US-heimischen Ratingagenturen zwar Warnungen ausgesprochen, das Rating der USA allerdings bisher aus Patriotismus bei der Höchstnote AAA belassen haben, sah sich die chinesische Agentur zum Einschreiten gezwungen. Sie verweigerte dem Land mit einer Herabstufung auf A+ die Bestnote. Die Agentur kritisiert fehlende Lösungsansätze der USA für die wachsende Schuldenproblematik. Sämtliche Schlüsselfaktoren für die Zahlungsfähigkeit der Amerikaner seien negativ.
Aufwändigeres Risikomanagement
zukünftig auch bei Rentenfonds?
Wer Staaten zukünftig Geld leiht – selbst, wenn es sich dabei um große Industrienationen handelt – muss Anlageentscheidungen mit der entsprechenden Sorgfalt und dem passenden Risikomanagement vornehmen. Nach jahrzehntelangem sorglos-investieren per Buy & Hold Strategie dürfte vielen Rentenfonds diese Umstellung relativ schwer fallen. Bisher ist bei klassischen Rentenfonds auch wenig über Absicherungsmaßnahmen im Krisenfall bekannt. Ausgeklügeltes Risikomanagement war bei Standardwerten innerhalb dieser Assetklasse bis dato einfach nicht erforderlich. Damit steht zu befürchten, dass die Verantwortung im Krisenfall auf die Investoren abgewälzt wird. Bessere Vorbereitungen ist von Fondsboutiquen zu erwarten, die aufgrund ihres spezialisierten Know How und von vorne herein flexibler konstruierten Rentenfonds besser mit der anlaufenden Gefahr umgehen können müssten.
Letztendlich läuft vieles darauf hinaus, dass die Qualität des Managements zukünftig die Schlüsselrolle auf dem Weg zum Anlageerfolg spielen wird. Denn allein auf eine allgemeine Diversifikation über verschiedene Anlageklassen, wird sich niemand mehr verlassen können.
Die anlaufende Inflation ist einer der wenigen Auswege, durch den die Staaten ihre derzeitige Schuldenpolitik fortführen können. Dies bedeutet allerdings auch, dass der Kapitalerhalt zukünftig nur noch unter erschwerten Bedingungen zu erreichen ist. Denkbar ist, dass der Kaufkrafterhalt mit einer alleinigen Anlage in konservative Assetklassen zukünftig nicht mehr gewährleistet werden kann.
Kapitalerhalt unter Einsatz
chanceorientierter Investments
Konservative private und institutionelle Investoren stehen damit vor einer völlig neuen Problematik. Für den zukünftigen Anlageerfolg müssen sie auch chanceorientierte Anlagestrategien im Portfolio berücksichtigen. In unserem letzten Infobrief (einsehbar unter http://www.chili-assets.de/tl_files/download/chili_assets_news_01-2011.pdf ) konnten wir nachweisen, dass es mit chanceorientierten Handelsstrategien, wie zum Beispiel denen, die in unserer Datenbank für Managed Accounts gelistet sind, möglich ist, die Chance-Risiko-Struktur von anleihenfokussierten Portfolios zu verbessern. Eine Beimischung erstklassiger Devisen- oder Future-Strategien kann sogar eine Absenkung des bisherigen Depotrisikos und eine verminderte Volatilität bewirken. Managed Accounts bieten damit eine überaus interessante Lösung für private und vor allem institutionelle Investoren, um bestehende Portfolios auf die neuen Marktgegebenheiten vorzubereiten. Das Umdenken bzgl. der Strukturierung von Portfolios dürfte sicherheitsorientierten Anlegern allerdings schwer fallen. Doch auf dem jetzigen Stand der Schuldenkrise sind wenige Alternativen vorhanden. Und genau wie bei allen Assetklassen werden sich auch bei den über Managed Accounts verfügbaren Investments die qualitativ hochwertigen Handelsstrategien durchsetzen. Entscheidend ist Auswahlprozess, Strategiemix und Höhe der prozentualen Gewichtung im Portfolio. Grundlegende Kennzahlen nach Kosten, die Investoren bei ihren Anlageentscheidungen helfen, finden sie in der chili assets Datenbank.











