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Max Lenzenhuber von GALIPLAN - Interview mit dem Vermögensverwalter des Jahres

Bild: Max Lenzenhuber von GALIPLAN - Interview mit dem Vermögensverwalter des Jahres
Max Lenzenhuber, GALIPLAN Financial Strategies, Jülich
Max Lenzenhuber, GALIPLAN Financial Strategies, Jülich

(openPR) - Mit „anders anlegen” schaffte es ein Vermögensverwalter aus Jülich jetzt im Wettbewerb der Besten an die Spitze

- Interview mit Max Lenzenhuber, Chef der GALIPLAN Financial Strategies über seinen besonderen Investmentansatz


Jülich, 18. Februar 2011

Redakteur Werner Kurzawa:
Herr Lenzenhuber, Ihre Firma GALIPLAN ist gerade mit dem Goldenen Bullen ausgezeichnet worden – als „Vermögensverwalter des Jahres”. Macht Sie das stolz?

Max Lenzenhuber:
Stolz wäre der falsche Ausdruck. Aber wir haben uns natürlich darüber gefreut, dass wir in der Riege so renommierter Mitstreiter auf dem ersten Platz landen konnten. Der Preis ehrt unsere Arbeit und bestätigt uns darin, mit unserem speziellen Investmentansatz wohl nicht ganz falsch zu liegen.

Redaktion:
Naja – mit einem Wertzuwachs von 21,6 % für Ihr Fondsdepot lagen Sie immerhin um mehr als 14,7 %-Punkte vor dem Letztplatzierten. Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?

Max Lenzenhuber:
Wir haben zu Beginn des vergangenen Jahres eine eher kritische Einschätzung zur weiteren Börsenentwicklung gehabt. Daher hatten wir unserem Depot vorübergehend einen Short-ETF beigemischt, der von fallenden Kursen profitiert. Auf diese Weise konnten wir uns gegen die starken Rückschläge im Januar und Februar sehr viel besser behaupten als viele Mitkonkurrenten. Die hatten fast ausnahmslos auf einen weiteren Kursanstieg gesetzt.

Redaktion:
Das kann aber nicht die einzige Ursache für Ihre ”Outperformance” gewesen sein…

Max Lenzenhuber:
Sicher nicht. Es kommen mindestens zwei weitere hinzu. Im Spätsommer signalisierte unser Analysemodell bei Silber und Weißmetallen – nicht zuletzt im Vergleich zur Rallye beim Gold – einen erheblichen Nachholbedarf. Daher haben wir im September für unser Depot einen entsprechend ausgerichteten Fonds gekauft, der dann im Gleichschritt mit der einsetzenden Silberhausse bis zum Jahresende um rund Zweidrittel zulegen konnte.

Redaktion:
Offensichtlich haben Sie ein gutes Händchen für das richtige Timing. Darin haben sich viele Fondsmanager und vor allem Privatanleger aber schon sehr häufig versucht und sich meistens die Finger verbrannt. Mal liegt man in seiner Einschätzung richtig, mal falsch. Ob man damit langfristig wirklich erfolgreich sein kann, ist doch sehr zu bezweifeln.

Max Lenzenhuber:
Ja und nein. Natürlich können wir zukünftige Entwicklungen an den Finanzmärkten auch mit noch so akribischen Analysen niemals sicher vorhersagen. Doch eine auf vernünftige Überlegungen gegründete Investmententscheidung geht immer auch von Annahmen über die weitere Entwicklung von Wirtschaftsdaten, Märkten, Einzelwerten oder Branchen aus. Man braucht also die richtigen Ideen, ansonsten machten solche Bemühungen ja keinerlei Sinn. Selbst eingefleischte Value-Investoren leben von Ideen und Annahmen: Angeblich wollen diese keine Vorhersagen treffen und nur den Wert eines Unternehmens zum Maßstab ihrer Anlageentscheidung machen und nach unterbewerteten Aktien suchen. Aber auch sie machen eine wesentliche Annahme, nämlich, dass sich der „faire Preis” für das von ihnen ausgewählte Unternehmen irgendwann am Markt in entsprechend höheren Kursen einstellen wird. Es ist daher vernünftig, als Anleger auch darüber nachzudenken, ob die richtige Zeit für ein bestimmtes Investment bereits gekommen ist, man lieber noch abwarten sollte oder von einem starken Nachholbedarf auch profitieren könnte.

Redaktion:
Sie sprachen von weiteren Gründen.

Max Lenzenhuber: Ein gutes Timing steht bei einem nur auf ein Jahr angesetzten Wettbewerb natürlich sehr viel stärker im Vordergrund als bei einem längerfristigen Anlagehorizont. Die langfristige Positionierung ist in unserer Vermögensverwaltung und auch in unseren Publikumsfonds wichtiger als kurzfristige Timing-Aspekte. Damit meine ich die enorme Bedeutung der systematischen Strukturierung, also die Gesamtzusammensetzung eines Portfolios. Was die Strukturierung und Diversifikation eines Portfolios angeht, gehen wir, nach unseren Beobachtungen, offenbar auch grundsätzlich andere Wege als die meisten unserer Mitbewerber.

Redaktion:
Das müssen Sie näher erklären. ”Anders anlegen!” ist ja auch der Leitsatz Ihres Unternehmens. Auffallend ist, dass in Ihrem Wettbewerbsdepot kaum bekannte Namen von Fonds oder Fondsgesellschaften vorkommen.

Max Lenzenhuber:
Sie treffen den richtigen Punkt. Auszeichnungen oder Ratings spielen für uns nur eine untergeordnete Rolle. Einen 5-, oder 4-Sterne-Fonds suchen Sie in unserem Depot derzeit vergeblich – mit Ausnahme unseres eigenen Aktienfonds, den GALIPLAN Aktien Global AMI, der von Morningstar mit 5 Sternen bewertet ist und kürzlich die €uro-Fondsnote 1 erhalten hat. Wir sind der Auffassung, dass ein gutes Rating schon etwas über die Qualität eines Fonds aussagt, im Portfolio aber kommt es weniger auf die Qualität der einzelnen Fonds an als vielmehr auf die gekonnte Zusammenstellung der einzelnen Bausteine. Wer sich bei der Strukturierung eines Fondsdepots vorrangig an Vergangenheitsergebnissen orientiert, wird mittelfristig kaum erfolgreich sein. Sie kennen ja die Statistik: Ein in einem Jahr besonders erfolgreich gewesener Fonds ist es im Folgejahr meistens nicht mehr oder landet sogar nur noch auf hintersten Plätzen. Nur wenige Fonds können ihre Spitzenstellung über mehrere Jahre wirklich halten.

Redaktion:
Und woran orientieren Sie sich, wenn nicht an solchen Ratings? Die genießen bei vielen Privatanlegern, aber wohl noch mehr bei institutionellen Investoren doch eine sehr hohe Wertschätzung.

Max Lenzenhuber:
Wir bevorzugen bei uns konsequent Fondsboutiquen und kleine, sich auf bestimmte Themen spezialisierte Managementteams. Der Fonds kann dabei auch durchaus noch „jung” und allein deshalb noch ganz ohne Rating sein. Uns interessiert, was das Management macht und wie es sein Know-how im Fonds umzusetzen versucht. Darüber hinaus setzen wir – auch in unserer eigenen Vermögensverwaltung – bei Fonds selten nur auf die klassischen Kategorien Aktien und Anleihen. So finden Sie im Wettbewerbsdepot auch Fonds mit dem Fokus auf Alternative Strategien, wie Wandelanleihen, Stillhaltergeschäfte oder Managed Futures.

Redaktion:
Nun ist der Sieg in einem solchen Wettbewerb das eine, die praktische Vermögensverwaltung für Anleger mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen und Erwartungen das andere. Sie sind ja nun schon seit über 15 Jahren als Vermögensverwalter am Markt, managen einen recht erfolgreichen Aktienfonds – und seit Herbst haben Sie das Mandat für den gemischten Fonds Variomixx Universal übernommen. Darüber hinaus beraten Sie Privatanleger oder verwalten deren Vermögen. Worin liegt in der Praxis die Besonderheit der von GALIPLAN praktizierten „anderen” Anlagephilosophie?

Max Lenzenhuber:
In gewisser Weise verwenden wir in der Vermögensverwaltung die gleichen Ansätze, wie im Vermögensverwalter-Wettbewerb. Wir bauen – wie gesagt – nicht nur auf klassischen Anlageklassen, sondern versuchen immer möglich viele, von einander sehr verschiedene Renditequelle zu identifizieren. Obwohl wir eine bestimmte Idee von der zukünftigen Marktentwicklung haben, setzen wir nicht alles auf eine Karte. Wir spielen unterschiedliche Szenarien durch und suchen den Weg, der uns unter möglichst vielen Bedingungen optimale Ergebnisse liefert. Dabei bedeutet ein optimales Ergebnis für uns vor allem, ein gutes Ergebnis bei geringstmöglichem Risiko. Dabei versuchen wir die breite Klaviatur der vielfältigen Möglichkeiten in unsere Entscheidungen einfließen zu lassen, die uns die Moderne Portfoliotheorie und unsere Erfahrungen zur Verfügung stellen.

Redaktion:
Das klingt sehr abstrakt. Was heißt das konkret?

Max Lenzenhuber:
Überspitzt ausgedrückt heißt das, dass wir keine Ahnung von der zukünftigen Entwicklung der Finanzmärkte haben. Wir haben zwar gewisse Ideen, die wir aufgrund aufwendiger Analysen gewonnen haben. Ob sich die Zukunft wirklich so darstellt, wie wir uns das vorstellen, wissen wir aber nicht. Deshalb kalkulieren wir immer ein, dass wir uns irren können, und bauen im Portfolio bewusst Gegenpositionen zu unserer eigenen Marktmeinung auf. Denn wenn wir falsch liegen, sollen unsere Kunden dadurch keinen großen Schaden erleiden.

Redaktion:
Ist das für die Kunden nicht enttäuschend? Man sollte denken, dass ein guter Vermögensverwalter genau weiß, was an den Märkten vor sich geht und entsprechend in die gewinnbringenden Investments investiert.

Max Lenzenhuber:
Viele Anleger sehen das sicher so – aber unserer Vorstellung einer seriösen Vermögensverwaltung ist anders. Wir empfinden es als großen Vorteil, dass wir uns eingestehen können, keine Hellseher zu sein. Wenn ich diese Anlagegurus höre, die bis auf die Nachkommastelle den DAX im Jahr 2013 vorhersagen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Auf der einen Seite gehört Klappern zwar zum Handwerk, wenn es aber zu großen Verlusten bei den Anlegern führt, habe ich dafür kein Verständnis.

Wir kümmern uns vorrangig um die Risiken, dann kommt die Rendite fast von allein. Um zu verdeutlichen, wie wichtig Risikoprävention für den Anleger ist, kann ich immer nur das berühmte Beispiel anführen: Wer in einem Jahr 50 % seines Depots verliert, muss in der Folge einen Zugewinn von 100 % erzielen, um wieder bei Null zu sein. Wer 10 % verliert, muss nur 11 % wieder gut machen – was in der Regel machbar ist. Sie sehen, schon unter Berücksichtigung der einfachen Zinsrechnung macht es sehr viel Sinn, sich vorrangig um die Risiken zu kümmern. Es gibt aber noch einen anderen Aspekt, der häufig unterschätzt wird. Es gibt Untersuchungen die aus der Hirnforschung stammen, bei denen man nachgewiesen hat, dass Anleger bei größeren Vermögensverlusten häufig sogar körperliche Schmerzen empfinden. Das wollen wir in jedem Fall vermeiden, denn nur ein Anleger, der sich mit seiner getroffenen Anlageentscheidung auch wohl fühlt und nachts ruhig schlafen kann, wird seine Strategie langfristig durchhalten.

Redaktion:
Und was genau tun Sie, um das Risiko im Kundenportfolio zu reduzieren?

Max Lenzenhuber:
Auch wenn man es vielleicht vermuten könnte, setzen wir nicht ausschließlich auf risikolose Anlagen, denn dies würde jegliche Chance auf eine überdurchschnittliche Rendite von vornherein vereiteln. Aber wenn Sie Ihr Handwerkszeug richtig gelernt haben, kennen Sie weitere effektive Stellschrauben, auf die es ankommt. Zunächst setzen wir im Aktienbereich lieber auf fundamental günstige Aktien und Märkte. Dahinter steckt die Überlegung, dass gut aufgestellte Unternehmen, die noch recht moderat bewertet sind, in einer Börsenbaisse deutlich weniger leiden. Zusätzlich analysieren wir mit aufwendigen mathematischen Berechnungen die technische Verfassung und vor allem das Sentiment, also die allgemeine Stimmung an den Finanzmärkten. Grundsätzlich sind wir eher dazu geneigt, die Party schon zu verlassen, wenn die Stimmung am besten ist, als bis zum Ende einer Aufwärtsbewegung dabei zu sein. Der wirksamste Schutz vor großen Verlusten bietet jedoch die Diversifikation, also die gezielte Streuung der Investments. Dabei ist es ganz entscheidend, dass Sie Anlagen auswählen, deren Renditequellen thematisch nicht voneinander abhängen.

Redaktion:
Sie folgen damit also der alten Börsenregel, möglichst nicht alle Eier in einen Korb zu legen?

Max Lenzenhuber:
Im Prinzip schon, es geht dabei aber um viel mehr, als um eine simple Streuung. Wir haben für uns den Begriff der „Renditequelle” definiert. Das heißt, wir wollen wissen, welches die Renditetreiber einer bestimmten Strategie sind. Nehmen Sie beispielsweise ein Depot, das in Rohstoffe, Unternehmensanleihen und Aktien investiert ist. Das klingt zunächst einmal nach einer breiten Streuung, aber ist es auch diversifiziert im Sinne einer Risikooptimierung. Ich denke nicht, weil alle Anlagen ihre Rendite im Wesentlichen aus einer stabilen positiven Wirtschaftsentwicklung generieren. Kommt es zu einer Abschwächung der Wirtschaft, sinkt die Nachfrage nach Rohstoffen, was negative Auswirkungen auf die Preise haben wird. Bei den Unternehmensanleihen dürften sinkende Gewinne auf die Bonität und damit auf die Kurse drücken. Und wie Aktien auf eine negative wirtschaftliche Entwicklung reagieren ist ja allgemein bekannt. Ein gutes Depot sollte also auch Bestandteile haben, die keinen Konjunkturaufschwung brauchen, um sich positiv zu entwickeln.

Redaktion:
Soviel zum Risikomanagement, wie sieht es aber mit den Chancen aus? Ich habe gesehen, dass Sie auch in diesem Jahr beim „Wettkampf der Besten der Besten”, wie ihn Euro am Sonntag kürzlich genannt hat, weiter mitmachen und Ihren Titel verteidigen wollen. Mit welchen Investments wollen Sie in 2011 punkten?

Max Lenzenhuber:
Wir haben in der Tat unsere Depotaufstellung verändert: Verkauft haben wir den Amundi Thailand, der uns im letzten Jahr einen Wertzuwachs von rund 77 % beschert hatte. Wir halten den Markt jetzt für angemessen bewertet, und insgesamt haben aus unserer Sicht die Risiken in Asien deutlich zugenommen. Hereingenommen haben wir dafür den Carlson Renewable Energy, den Aberdeen Japanese und den von uns seit Oktober 2010 beratenen Variomixx Universal. Da es sich beim Letzteren um einen sehr flexibel aufgestellten gemischten Fonds mit breitem Anlagespektrum handelt, sehen wir große Chancen, ihn im laufenden Jahr bei entsprechender Entwicklung der Märkte deutlich nach oben zu bringen.

Redaktion:
Also sind Sie für den Gesamtverlauf dieses Jahres eher optimistisch gestimmt – trotz weiter schwelender Verschuldungskrise?

Max Lenzenhuber:
Insgesamt sehen wir die Verschuldung der meisten Staaten mit großer Sorge. Auch dürfte ein großer Teil des derzeitigen Wirtschaftswachstums den historisch einmaligen staatlichen Stimulierungsprogrammen geschuldet sein. Man darf gespannt sein, was passiert, wenn die Notenbanken auf die geldpolitische Bremse treten. Mit unserer aktuellen Positionierung in Aktien aus dem Segment erneuerbare Energien setzen wir auf ein Thema, was in den vergangen zwei Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist. Bis Ende 2007 haben wir ja einen richtigen Hype bei Aktien aus dem Bereich New-Energy gesehen. Damals waren die Bewertungen viel zu hoch, aber jetzt findet man gerade in diesem Segment wieder Schnäppchen, und das Thema Energie, besonders Energie zu sparen, wird die Menschheit noch auf viele Jahre beschäftigen.


Das Interview führte Dr. Werner Kurzawa (dwk), DWK INVESTMENTS GMBH, Wirtschafts- und Finanzredaktion
Postfach 100661, D-60006 Frankfurt am Main, Tel.: 069 74 22 15 55, E-Mail: E-Mail

Veröffentlichung frei – Belegexemplar erbeten.



Zum Wettbewerb:
Um den Jahressieg mit dem Titel „Vermögensverwalter des Jahres“ kämpfen 22 renommierte Vermögens- und Fondsverwalter. Initiator des alljährlichen Wettbewerbs ist die Finanzen Verlag GmbH aus München, bei der neben dem Newsletter €uro fondsxpress auch die Anlegerzeitschriften €uro und €uro am Sonntag erscheinen.

Die Teilnehmer müssen am Jahresanfang ein Depot für mittleres Risiko und einen zehnjährigen Anlagehorizont zusammenstellen. Das Portfolio besteht aus elf Fonds, wobei im einjährigen Wettbewerb nur maximal drei Umschichtungen vorgenommen werden dürfen.

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