(openPR) Offener Brief an Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler
Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister,
vielen Dank, dass Sie auch Vertreter von Pflege unterstützenden Organisationen und pflegenden Angehörigen zum Dialog nach Berlin eingeladen haben.
Sie haben damit Betroffenen die Möglichkeit gegeben Kompetenz und Erfahrung selbst in die politische Pflegediskussion einzubringen.
Ich bitte Sie, den eingeschlagenen Weg geradlinig weiter zu verfolgen.
Sie haben Kuren für pflegende Angehörige vorgeschlagen: ja, der Bedarf ist gegeben.
Vordringlich wichtig ist aber ist konkrete Alltagsentlastung.
Wir brauchen flächendeckende Tages- und Nachtpflegeangebote , die bedarfsorientiert und flexibel in Anspruch genommen werden können.
Kurzzeitpflegeplätze müssen wohnortnah zur Verfügung stehen.
Alternative Wohnformen sollten gefördert werden.
Wir brauchen zugehende Beratung.
Unabhängige Pflegestützpunkte sollten vertraute, gewachsene Hilfsstrukturen nutzen.
Durch passgenaue Dienstleistungen, die unbürokratisch und bedarfsorientiert mit Hilfe eines individuellen Pflegebudgets in Anspruch genommen werden können muss es möglich sein, den Pflegealltag individuell zu gestalten.
Wenn ambulant vor stationär gefördert werden soll, muss eine finanzielle Prioritätenänderung erfolgen. Über die Verwendungen von Geldern im Pflegesystem muss Transparenz hergestellt werden.
Damit Berufstätigkeit und Pflege vereinbar sind, muss die Wirtschaft flexible Arbeitszeitmodelle einführen. Pflegezeiten sollten in der Rentenbemessung aufgewertet werden.
Häusliche Pflege muss unter Genderaspekten diskutiert werden:
Auch Männer können gut und liebevoll pflegen.
Pflegende Angehörige sollten ihre Bedarfe gemeinsam und selbstbewusst äußern und in allen politischen Ebenen vertreten können.
Ich freue mich auf eine nächste Pflege-Dialog Runde und hoffe, dass mehr durchsetzbar ist, als es am Montag den Anschein hatte.
Mit freundlichen Grüßen,
Brigitte Bührlen







