(openPR) 1920 wurde das Gesetz über die Bildung der Stadtgemeinde Berlin erlassen, kurz Groß-Berlin Gesetz genannt. Mit diesem Gesetz wurden bis dahin selbstständige Städte wie Charlottenburg, Schöneberg, Lichtenberg, Köpenick, Spandau und Weitere nach Berlin eingemeindet. Die Einwohnerzahl Berlins verdoppelte sich dadurch auf damals ca. 3,8 Mio. Einwohner. Flächenmäßig vergrößerte sich die Stadt um mehr als das zehnfache. Einer der neuen Bezirke hieß Prenzlauer Tor. Das Prenzlauer Tor war eines der 18 Stadttore, die Berlin bis Mitte des 19. Jahrhunderts umgaben. Bis auf ein Stadttor – das Brandenburger Tor – wurden die Stadttore in den Jahren 1866 bis 1869 abgerissen. Damit wurde der Bezirk nach einem Gebäude benannt, das überhaupt nicht mehr existierte. Ein Jahr später wurde deshalb die Umbenennung des Bezirks beschlossen, so dass Prenzlauer Berg im Jahr 1921 seinen heutigen Namen erhielt.
Der Berg ist eine deutliche Erhebung gegenüber dem Höhenniveau von Berlin Mitte. Während das Zentrum der Stadt auf etwa 30-35 Metern liegt, weist Prenzlauer Berg eine Höhe von 40-60 Metern auf. Das scheint nur ein minimaler Unterschied, doch wer mit dem Fahrrad die Schönhauser oder Prenzlauer Allee hinauffährt, merkt ihn deutlich.
In „Niklas entdeckt Prenzlauer Berg“ erklärt der Stadtführer Cliewe dem zehnjährigen Niklas die Situation:
„Und weil es da lang“ – Cliewe zeigte in die andere Richtung der Schönhauser Allee, nach Norden – „zur Stadt Prenzlau geht, nannten die Leute dort unten in der Stadt diese Gegend Prenzlauer Berg. Wir stehen also quasi mitten auf dem Berg.“ „Geht es denn auf der anderen Seite wieder runter?“ Niklas zeigte ebenfalls nach Norden. „Nein, das tut es nicht. Das hier ist also nicht wirklich ein richtiger Berg. Es sah nur von unten so aus.“ „Habe ich doch gesagt, dass hier kein Berg ist!“, sagte Niklas." (Aus „Niklas entdeckt Prenzlauer Berg“, C. Juritza/H. Stolle, ISBN: 978-3839105894)
Wer also einmal auf dem Prenzlauer Berg ist, befindet sich auf einem Hochplateau und braucht keine weiteren Auf- oder Anstiege zu bewältigen. Stadtführer Cliewe Juritza kennt sich besonders gut aus in Prenzlauer Berg. Er ist hier aufgewachsen und hat den größten Teil seines Lebens zwischen Kollwitzplatz und Helmholtzplatz gelebt. Die schmerzhafteste Lebenszeit außerhalb Prenzlauer Berg, war von 1984 bis 1991. Nach einem Fluchtversuch aus der DDR wurde er zu einem Jahr Haft verurteilt und nach 10 Monaten im Gefängnis von der Bundesrepublik freigekauft – Besuch in Prenzlauer Berg ausgeschlossen. Bis er sich im Dezember 1989, einen Monat nach der Maueröffnung zum ersten Mal wieder zurück in seine ehemalige Heimat traut. 1991 zieht er wieder in sein altes Viertel, in eine stark renovierungsbedürftige Wohnung in der Dunckerstraße, direkt am Helmholtzplatz.
Der Berliner hat inzwischen vier verschiedene Führungen durch Prenzlauer Berg im Angebot. Diese können alle individuell gebucht und auch individuell kombiniert werden. Zum 90-jährigen Namensjubiläum bietet er zusätzlich eine Führung rund um den Helmholtzplatz an. Die Führung „Von der Schönhauser zur Stasi – Cliewe führt durch seinen Helmholtzkiez“ findet statt am 13. Februar 2011 um 11:00 Uhr. Sie kostet 10 EUR pro Person, Anmeldung und weitere Informationen unter 0179 – 47 29 007 oder Anmeldung(ad)cliewe.de.











