(openPR) Berlin/Leipzig, 07.12.2010. Im April 2010 misslang ein weiterer Versuch, den 3. Zusatz des 3. Artikels GG (umgangssprachlich Antidiskriminierungs-Gesetz) um den Zusatz “sexuelle Identität” zu erweitern.
Dabei war die Begründung eines Gutachters, wie nachfolgend angeführt, so absurd, dass sie als real-satirische Inspiration für ein Minderheiten-Quartett diente.
Das Kartenspielspiel, das seit 01.11.2010 unter www.minderheitenquartett.de für zehn Euro angeboten wird, umfasst laut Beschreibung „24 Minderheiten aus den Gruppen: Religionen, Ethnien, Sexualität, Radikale, Behinderte und Demographie. Sie können in 6 Kategorien gegeneinander ausgespielt werden: Bildungsniveau, Wohlstand, Bevölkerungsanteil, Homogenität, Gesellschaftliche Akzeptanz und Schamgefühl.
Aktions-, Gesellschafts- und Booster-Karten bringen die Minderheiten dabei noch zusätzlich ins Schwitzen!“.
„Das Gegeneinander-Ausspielen von Minderheiten gehört zum politischen Tagesgeschäft bei der Durchsetzung von Mehrheitsinteressen“, so Max Minus und Michel Goldmann, die Autoren des Kartenspiels „Minderheiten-Quartett: Spiel sie gegeneinander aus!“.
Ein gleichnamiger Artikel in der zweiten Online-Ausgabe des Satiremagazin „ZEITSCHRIFT – das Magazin“ beleuchtete vorher die Hintergründe:
Der von der CDU/CSU bestellte Gutachter Prof. Dr. Winfried Kluth sah in dem Anliegen u.A. eine „Erschwernis der Integration von Muslimen“ in Deutschland, da deren „[…] Toleranz gegenüber der Gruppe der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgenden, transsexuellen und intersexuellen Menschen noch wenig entwickelt ist [...]“.
Selbst der Zentralrat der Muslime verbat es sich nachfolgend, als Sündenbock für christliche Ressentiments herhalten zu müssen.
Bereits vor der Veröffentlichung des Spiels fragte sich Alain Biber (REBEL:ART , http://www.rebelart.net/diary/das-minderheiten-quartett/006862/ ) aus kunsttheoretischem Interesse, ob das Spiel „auch ohne Erklärung seitens der Künstler funktioniert.“
Zu der Zeit konnte Biber nur ahnen, welche kontroversen Reaktionen das Spiel hervorrufen würde.
Nachdem das rechte Nachrichtenportal Altermedia das Quartett in einem „Spieltipp für lange Winterabende“ empfohlen hatte, sprachen dem die Nutzerkommentare zunächst Zuspruch aus. Schon wenig später entzündete ein Kommentator eine politisch motivierte Hetze, als er feststellte:
„Ganz klar ein absolut jüdisches Spiel! Von Juden für Juden gemacht. Schaut euch doch mal die Eigenschaften der Karten an – wer die Spielregeln kennt weiss, dass die Judenkarte fast immer gewinnt!
Mal abgesehen davon: Welcher halbwegs gebildete Mensch denkt, dass Neger und Muslime intelligenter als “Nazis” sind?
Absolut unrealistische Werte!“
Gerade Queer.de, das größte Nachrichtenportal für Schwule und Lesben, für deren Rechte sich die Macher des Quartetts stark machen wollten, war darüber alles andere als begeistert, dass Schwule und Lesben zusammen mit Nazis in einem Quartett vorkommen. Queer.de ( http://www.queer.de/detail.php?article_id=13212 ) schrieb: „Mit der Gleichstellung von Menschen, die Vorurteilen ausgesetzt sind, [...] geht das satirische Quartett leider noch unter das Niveau des Unions-Gutachters Winfried Kluth herab.“
Robert Scholz (Endstation Rechts. , http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=5627 ) hingegen befand: „[...] der Preis für die derbste Satire scheint sicher.“ und erkannte: „Dabei ist der Hintergrund des Spiels durchaus ernstgemeint.“











