(openPR) Der 57-jährige Rolf Richter aus Berlin hat ein teures aber vor allem aufwändiges Hobby: Er restauriert und pflegt Oldtimer. Besonders stolz war er zuletzt auf einen Mercedes 220 SE Coupé aus den 60-er Jahren sowie auf einen Mercedes 220 S aus den 50er Jahren. Nur noch wenige dieser Modelle sind überhaupt erhalten. Das Problem: Jetzt sind offenbar auch Richters Fahrzeuge verschrottet. Das Berliner Bezirksamt Lichtenberg entfernte die Fahrzeuge ganz einfach aus Richters privater Tiefgarage. Dazu sind wir jetzt verbunden mit Matthias Moetsch von der Auto-Bild in Hamburg. Hallo!
Guten Tag!
Frage:
Anscheinend ist es in Berlin ein Problem, wenn man schöne Oldtimer sein Eigen nennt, oder?
Antwort:
Im Regelfall sollte es kein Problem sein. Oldtimerei ist ein ganz normales Hobby natürlich. Was hier in Berlin passiert ist jetzt und was wir aufgedeckt haben, ist wohl ein besonders krasser Fall von behördlichem Übereifer. In diesem Fall war es nämlich so, dass die Behörden tatsächlich ein Fahrzeug ohne Vorankündigung und Vorwarnung aus einer abgeschlossenen Tiefgarage entfernt haben.
Frage:
Mit welcher Begründung hat das Bezirksamt Lichtenberg das denn gemacht?
Antwort:
Das Bezirksamt Lichtenberg sagt, dass dieser Wagen dort zum Ausschlachten stand und dass die Behörde deshalb das Recht hätte, diesen Wagen ohne Vorwarnung mitzunehmen. Nun muss man sagen, das war kein Schlachtfahrzeug, sondern das war ein historischer Oldtimer bzw. zwei Oldtimer: ein Mercedes 220 SE Coupé und ein Mercedes 220 S. Beide aus den frühen 60er Jahren. Und diese Fahrzeuge sollten eigentlich restauriert werden, das heißt, die sollten fertig gemacht werden und hätten dann noch einen gewissen Wert gehabt.
Frage:
Wo sind die Fahrzeuge jetzt abgeblieben und hat der Besitzer Strafanzeige wegen Diebstahls gestellt?
Antwort:
Der Besitzer hat wohl jetzt eine Dienstaufsichtsbeschwerde gestellt. Er hat natürlich versucht herauszufinden, wo seine Autos sind. Diese Frage hat man ihm nicht beantwortet, das wollte man möglicherweise nicht. Man hat ihm nur mitgeteilt, dass seine Fahrzeuge mit Abfall gleichzusetzen sind und der Verwertung zugeführt wurden. Und jetzt sitzt er halt auf seinen Kosten. Er soll noch zweimal 1 000 Euro Strafe zahlen und hat natürlich auch den Verlust der abhanden gekommenen Fahrzeuge. Also er sitzt auf Kosten von über 5 000 Euro.
Das war Matthias Moetsch von der Auto-Bild, vielen Dank!
Bitte schön und tschüß!
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