Kontakt/Pressekontakt
Roland Graeter
Weimarer Straße 23
73730 Esslingen
+49 711 50428978
+49 178 1364746
www.rolandgraeter.com
www.musikmarathon.com
Über das Unternehmen
Musikmarathon 2011 – ein Credo für mehr Improvisationskunst in unserer Kultur
"Eine Ahnung dessen, was Gesang ist, haben wir also, und dieser Ahnung nun entspricht Josefinens Kunst eigentlich nicht. Ist es denn überhaupt Gesang? Ist es nicht vielleicht doch nur ein Pfeifen?"
(Kafka: Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse)
Seit mehr als 25 Jahren macht Roland Graeter intuitiv Improvisierte Musik für Cello und Stimme, die sich im Spannungsfeld archaisch-artifiziell bewegt.
Mit dem Projekt Musikmarathon 2011 begegnen er und seine Musik an 365 Tagen und 365 Orten 365 Partnern: Musiker aller Sparten, Performance-Künstler, kleinere Ensembles, Klanginstallationen … bis hin zu ausgewählten Geräuschquellen: Bei jedem dieser Konzerte geht es um freie Improvisation, es sind ad hoc-Begegnungen, die nur durchs Ohr und die Intuition gesteuert werden.
Alle Konzerte sind 36,5 plus 3,65 Minuten lang. Das zweite, kurze Stück, die Zugabe, soll später zu einer Mosaik-Komposition aus allen 365 Zugaben verwendet werden.
Nach dem offiziellen Teil gibt es einen offenen zweiten, in dem weiter improvisiert, diskutiert oder etwas ganz anderes veranstaltet werden kann, das allerdings einen Bezug zur Kunst der Improvisation haben soll.
Alle, die sich zutrauen, 40 Bühnenminuten lang im Duo frei zu improvisieren, sind genau so angesprochen wie Profis.
Mit der Begegnung Roland Graeter / Ekkehard Rössle, Klarinette und Saxophon / Manfred Kniel, Perkussion, beginnt der Marathon am 1.1.2011 in Esslingen; er findet sein Ziel am 31.12.2011 in den Uferhallen Berlin (www.uferhallen.de) mit einem 365-minütigen Tutti-Konzert aller übers Jahr beteiligten Musiker und Künstler unter Leitung von Klaus Tresselt, Steve Beresford, Dorothea Ferber sowie 9 weiteren Dirigenten.
Sich überlagernd mit dem Abschlusskonzert ab 17 Uhr 55 beginnt gegen 21 Uhr im selben Raum, der 3000 m2 großen Zentralwerkstatt der Uferhallen, die erste Musikmarathon-Sylvesterparty. Das Konzert endet um 24 Uhr im Partylärm, das Fest geht weiter …
Der Marathon ist gleichzeitig Kunstaktion und Selbstversuch und soll aus den verschiedensten Blickwinkeln dokumentarisch begleitet werden: musikwissenschaftlich, philosophisch, journalistisch, psychologisch …
Institutionen und Verbände sind aufgerufen, als Partner beim Musikmarathon 2011 mitzuwirken.
• Tagsüber finden in Kooperation mit Musikverbänden und Schulen Workshops zur Improvisierten Musik statt, die mit den Marathon-Musikern durchgeführt werden.
• Musikwissenschaftliche Institute nutzen den Marathon als Feldversuch, um Fragen zur Improvisierten Musik beantworten zu können.
• Dokumentarfilmer nehmen das Projekt als Anlass, einen Film über Improvisationsmusik in Deutschland zu drehen.
• Musiker können ihren eigenen Marathon starten. So verästelt sich das Projekt mehr und mehr und das Jahr 2011 wird zum Jahr der Improvisierten Musik …
Der Phantasie, welche Aktivitäten an den Marathon angedockt werden, sind keine Grenzen gesetzt …
Für 2013 ist ein neues, europaweites Musikprojekt geplant.
"this musikmarathon 2011 of roland graeter is a wonderful idea, an exciting concept and a surprising part of our future reality. uniting varied streams and tributaries of today’s fragmented music / performance world in a year-long sound / action journey is a gorgeous fantasy-world carved into real life by a powerful and unique performer.
music / performance / art makers and supporters of all kinds can be involved in this embracing project -- to contribute and share in its four seasons of flowing, bubbling energy. don’t stop!"
(david moss, berlin, june 2009)
Schlaglichter
eine dokumentierende Begegnung mit Roland Graeters Musikmarathon
Zu einem Vorhaben wie dem Musikmarathon gehört viel Mut. Es bedarf eines Menschen, der sich stark genug fühlt, ein Jahr lang jeden Tag eine neue Bühne zu betreten, dazwischen einen Weg zurückzulegen, neue Leute kennen zu lernen, in einer täglich wechselnden Fremde mit den eigenen körperlichen, psychischen und künstlerischen Bedürfnissen umzugehen. Roland Graeter hat sich selbst diese Aufgabe gestellt, und ich möchte ihn dabei begleiten und beobachten.
Wie reagiert ein Mensch, ein Musiker, ein Körper, ein soziales Wesen auf 365 Konzerte innerhalb eines Jahres? Die Chance einen solchen Prozess zu beobachten ist einmalig. Eine Dokumentation dieses groß angelegten Selbstversuches wird möglicherweise interessante Erkenntnisse über die Wirkung von Dauerbelastung, positivem Stress, extremem künstlerischen Training und Verhalten unter permanentem Produktionsdruck zu Tage fördern.
Die Schlaglichter werden in regelmäßigen Abständen von ca. 14 Tagen stattfinden. Dieser Abstand erscheint uns geeignet, um ein „Außen“ zu erzeugen, das jedoch nicht zu einem „Draußen“ wird. Ich werde vermittels eines Fragenkataloges versuchen, möglichst objektive Informationen über den physischen, psychischen und künstlerisch-musikalischen Zustand Graeters zu gewinnen. Daran schließt ein freier Gesprächsteil an, der sich mit aktuellen Besonderheiten und Graeters eigenen subjektiven Eindrücken beschäftigen wird. Der Zeitrahmen für das Interview liegt bei 45-60 min, das ganze Interview wird als Tonmitschnitt aufgezeichnet.
Auf diese Weise entstehen im Verlauf des Musikmarathons 24 Tondokumente, die im Anschluss an das Projekt ausgewertet werden und in eine Veröffentlichung münden sollen.
Die Schlaglichter sind somit ein Seismogramm des Musikmarathons.
Nikola Lutz