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Hoppenstedt Analyse - Frauen im Top-Management: Deutschland bleibt Entwicklungsland

Bild: Hoppenstedt Analyse - Frauen im Top-Management: Deutschland bleibt Entwicklungsland
Grafik Frauen im Management im Jahresverlauf
Grafik Frauen im Management im Jahresverlauf

(openPR) Die deutschen Chefsessel bleiben weiterhin männlich dominiert. Das zeigt die Analyse „Frauen in Führungspositionen“ von Hoppenstedt Firmeninformationen. Seit 1995 wertet der Anbieter für Wirtschaftsinformationen dafür den Bestand der eigenen Firmendatenbank der 300.000 größten deutschen Unternehmen mit knapp einer Million Topentscheidern aus.



Die Voraussetzungen für Frauen in Leitungsfunktionen scheinen in Deutschland optimal: Seit Jahren wird das Land von der ersten Bundeskanzlerin regiert, die amtierende Ministerin für Arbeit und Soziales ist Mutter von sieben Kindern und ihre Kollegin im Bundesministerium für Familie ist mit 33 Jahren die jüngste Ministerin im Bundeskabinett. Doch Deutschland zählt beim Thema „Frauen in Führungspositionen“ immer noch zu den Entwicklungsländern. Trotz guter Ausbildung und Top-Abschlüssen an den Universitäten bleiben Frauen Mangelware in den Chefetagen vieler deutscher Unternehmen. Ganze vier Frauen sind derzeit in den Vorständen von DAX 30 Konzernen (bei E.ON, SAP und Siemens) zu finden und haben es somit an die Spitze der Pyramide geschafft. Seit 1995 untersucht Hoppenstedt, basierend auf dem Bestand der eigenen Firmendatenbank, den Anteil weiblicher Topmanager in den 300.000 größten Unternehmen Deutschlands. Zwar kann seit Beginn der Analyse ein stetiges Wachstum ausgemacht werden, dieses bleibt jedoch auf schwachem Niveau.

Chefetagen deutscher Topunternehmen bleiben in Männerhand
Die Hoppenstedt Analyse zeigt deutlich, dass sich in den vergangenen 15 Jahren einiges in deutschen Führungsriegen verändert hat. Der Frauenanteil im oberen und mittleren Management ist von mageren acht Prozent auf heute rund 20 Prozent gestiegen. Zu begründen ist diese Tatsache aber vor allem damit, dass Frauen in kleinen und mittleren Unternehmen zunehmend in der Chefetage anzutreffen sind. Im Top-Management der Großunternehmen mit mehr als 20 Millionen Umsatz sieht es jedoch anders aus – dieses ist immer noch Brachland für weibliche Führungskräfte. Zwar ist die Steigerung von ehemals drei auf nun rund sechs Prozent recht deutlich, doch gerade die Topunternehmen setzen nur selten auf weibliche Führungsstärke. In der letzten Analyse der Hoppenstedt Firmendatenbank im März 2010 galt Barbara Kux, Vorstandsmitglied der Siemens AG, noch als wahre Rarität im Segment der DAX 30 Unternehmen. Mittlerweile kann sie sich über drei weitere Kolleginnen freuen: Siemens hat mit Brigitte Ederer eine weitere Frau in den Vorstand berufen und auch SAP und E.ON setzen mit Angelika Dammann und Regine Stachelhaus auf Frauenpower. Somit konnten vier Frauen in Deutschland die gläserne Decke zur Vorstandsetage der Topunternehmen durchbrechen.


Neuen Bundesländer setzen auf Frauen im Management
Die Vereinbarkeit von Kind und Karriere scheint auch heute noch ein wichtiger Faktor für den Aufstieg von Frauen in die Führungsriege. Die Hoppenstedt Datenbasis zeigt, dass der Frauenanteil bei den 20- bis 30jährigen Führungskräften noch rund 25 Prozent beträgt, bei den 30- bis 40jährigen aber auf nahezu 17 Prozent absackt und dann für jede Altersdekade weiter abnimmt. Der so genannte Babyknick lässt sich deutlich erkennen. Neben dem Alter der Frauen im Management wird auch die regionale Verteilung untersucht. Die Analyse zeigt seit Jahren eine deutliche Tendenz: In den neuen Bundesländer und Berlin sind Frauen im Top-Management stark vertreten. Ganz im Gegensatz dazu stehen nördliche Bundesländer wie Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Bremen. Das gute Abschneiden der neuen Bundesländer ist aber vor allem strukturell bedingt zu erklären. So war der Anteil berufstätiger Frauen in der ehemaligen DDR konstant hoch. Zudem überwiegen Firmen mit geringer Betriebsgröße und Familienunternehmen im Osten Deutschlands.


Personalwesen, Finanzen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bleiben Frauendomänen
Ein Blick in die Hoppenstedt Firmendatenbank zeigt: klassische Frauenbereiche sind und bleiben das Personalwesen, Finanz- und Rechnungswesen sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit März ist beispielweise der Anteil von Frauen mit Leitungsfunktion in der Öffentlichkeitsarbeit um rund zwei Prozentpunkte auf 51 Prozent gestiegen. Im Finanz- und Rechnungswesen finden sich laut der Analyse über 72 Prozent Frauen in leitender Funktion. Jedoch ist hier zu beachten, dass sich diese Zahl vor allem aus den kleinen und mittelständischen Unternehmen ergibt. Die wenigsten leitenden Frauen sind mit sechs Prozent in der Forschung und Entwicklung zu finden. Dieser Trend spiegelt sich auch im Branchenvergleich wider: Mit einem Frauenanteil von knapp 14 Prozent auf Entscheiderebene bilden die Energieversorger das Schlusslicht und stehen im deutlichen Gegensatz zu Branchen wie dem Gastgewerbe oder dem Gesundheits- und Sozialwesen. Hier beträgt der Frauenanteil in der Führungsriege bis zu 33 Prozent. Auch Branchen wie der Bergbau und das Kredit- und Versicherungswesen bleiben traditionell fest in Männerhand.


Über die Studie und die Datenbasis
Als Basis für die Analyse „Frauen in Führungspositionen“ dient der Datenbestand der Hoppenstedt Firmendatenbank (www.firmendatenbank.de), die die 300.000 größten deutschen Unternehmen mit knapp einer Million Entscheidungsträgern abbildet. Es handelt sich um eine quantitative Auswertung aller Einträge, wodurch Abweichungen von auf Stichproben basierenden Erhebungen entstehen können. Die Auswertung erfolgte auf Grundlage des Datenbestandes Ende September 2010.

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