(openPR) Beim Festakt in der Glashalle des Internationalen Handelszentrums in Berlin hat der DMSG-Bundesverband zum 25. Mal Persönlichkeiten geehrt, die sich in besonderem Maße für MS-Erkrankte einsetzen - in ihrem Familienkreis, in der Pflege, der Selbsthilfe oder in Forschung und Therapie. Rund 130.000 Menschen leiden in Deutschland an dieser chronisch entzündlichen Erkrankung des Zentralen Nervensystems.
In einem Grußwort lobte Bundespräsident Christian Wulff als Schirmherr des DMSG-Bundesverbandes das professionelle Netzwerk, das die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft aufgebaut habe und "mit dessen Hilfe das Leben mit und trotz MS nachhaltig erleichtert und die physischen und psychischen Folgen der Krankheit besser bewältigt werden können." Das Ziel müsse sein, "dass MS in Zukunft heilbar wird." Dies sei nur möglich, so Christian Wulff weiter, wenn die MS-Forschung aktiv vorangetrieben werde.
Der Bundespräsident kennt die schwierige Situation von MS-Erkrankten und ihren Angehörigen aus eigener Erfahrung: Seine Mutter war ebenfalls an Multipler Sklerose erkrankt. "Kraft geben für ein Leben mit MS - das ist die Stärke der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, der es mit immer neuen Angeboten für Erkrankte gelingt, Mut zu machen, nicht zu resignieren, sondern das Leben weiterhin lebenswert zu gestalten."
Dorothea Pitschnau-Michel, Bundesgeschäftsführerin der DMSG, moderierte die Veranstaltung. Die Begrüßung der geladenen Gäste übernahm der Vorsitzende des DMSG-Bundesverbandes, Staatsminister a.D. Gottfried Milde. Für den zauberhaften Rahmen sorgte der Illusionist Julius Frack aus Tübingen.
Käte Hammersen Preis / Pia Näbauer Preis
Mit dem Käte Hammersen Preis 2010 wurde Prof. Dr. med. Horst Wiethölter ausgezeichnet. Als Mitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes und der AMSEL, DMSG-Landesverband Baden- Württemberg, unterstützt er seit 22 Jahren deren Arbeit zugunsten MS-Erkrankter – auch nach seiner Pensionierung als Direktor der Neurologischen Klinik des Bürgerhospitals in Stuttgart im letzten Jahr.
Die Diagnose MS trifft Menschen oft im jungen Erwachsenenalter. Anlässlich des Jubiläumsfestaktes wurde erstmals eine Auszeichnung für junge MS-Erkrankte ins Leben gerufen – der mit 2.500 Euro dotierte Pia Näbauer Preis. In Würdigung der herausragenden Verdienste der langjährigen Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden des DMSG-Bundesverbandes, Pia Näbauer, soll diese Ehrung junge Menschen mit MS ermutigen, sich innerhalb der DMSG zu engagieren und den Belangen MS-Erkrankter zwischen 18 und 35 Jahren Gehör zu verschaffen.
Die erste Preisträgerin, Marion Glatthorn, erfüllt diese Voraussetzung vollends. Im Alter von 26 Jahren erhielt sie 2001 die Diagnose MS. Doch sie resignierte nicht, sondern gründete in ihrem Heimatort Gerlingen die "Junge Initiative für MS-Erkrankte", organisiert Treffen und Seminare, bringt sich beim jährlichen "AMSEL-Aktionstag für junge MS-Erkrankte" ein und vertritt die "Jungen Initiativen" im Vorstand der AMSEL, DMSG-Landesverband Baden Württemberg.
Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, bezeichnete es in seiner Laudatio als "besondere Ehre", den Preis für junge MS-Erkrankte zu überreichen und Marion Glatthorn " für ihr beispielhaftes Engagement auszuzeichnen."
Schicksale, die zu Herzen gehen:
Erika Kondert und Anca Maurer erhalten Pflegepreise
Einen schwerkranken Menschen tagtäglich zu umsorgen, dazu gehört viel innere Stärke. Die menschliche Leistung von Erika Kondert aus Ludwigslust, Mecklenburg-Vorpommern, verdient besonderen Respekt: Das Schicksal traf sie dreifach hart. Eine ihrer Töchter kam mit einer geistigen Behinderung zur Welt, die andere erkrankte an Diabetes. Seit 1988 auch noch ihr Ehemann Horst die Diagnose MS erhielt und der schwere Verlauf der Krankheit ihn sofort in den Rollstuhl zwang, ist ihr selbstloser Einsatz in der anstrengenden Pflege rund um die Uhr gefragt.
Auch der Ehemann von Anca Maurer aus Saarbrücken, Saarland, ist an Multipler Sklerose erkrankt und seit 2002 bettlägerig. Die Diplom-Sportlehrerin gab ihren Beruf auf, um sich ganz um ihn kümmern zu können. "Mein Mann braucht Fröhlichkeit. Lachen tut seiner Seele gut", erklärt die Preisträgerin, wie die beiden den Alltag – trotz aller Widrigkeiten- mit Humor meistern. Die beiden Pflegepreise werden seit zehn Jahren von der Merck Serono GmbH gestiftet. Bei der Übergabe der Urkunden wünschte Geschäftsführer Dr. Sören Hermansson den beiden Preisträgerinnen "weiterhin die Stärke und Zuversicht, die Sie brauchen, um Ihre schwere Aufgabe zu bewältigen."
Geehrt wurden zudem 15 Ehrenamtliche der DMSG-Landesverbände, die sich über viele Jahre in außergewöhnlicher Weise für MS-Erkrankte einsetzen. Sie stehen beispielhaft für alle rund 4.000 ehrenamtlich tätigen MitarbeiterInnen, die die Arbeit der 16 DMSG-Landesverbände tatkräftig unterstützen.
Magische Momente
Mit weltmeisterlichen Imaginationen verzauberte Julius Frack, Weltmeister der Großillusion und Magier des Jahres 2010, das Publikum im Showprogramm, das von Prof. Gerdi Sobek-Beutter moderiert wurde. Neben feinsinnig kunstvollen Illusionen mit ausgefeiltem Vortrag und der hohen Kunst der Fingerfertigkeit beeindruckte er mit seiner "schwebenden" Assistentin und motivierte mit einem Zitat von Goethe:
"Was immer Du tun kannst, oder erträumst tun zu können, beginne es. Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft. Beginne es jetzt." J. W. von Goethe (1794 - 1854)
08. November 2010
DMSG, Bundesverband e.V.
Küsterstr. 8
30519 Hannover













